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Das sind die Wirtschaftsnobelpreisträger 2019

Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer teilen sich den diesjährigen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. Die drei Ökonomen werden für ihren experimentellen Ansatz zur Linderung der globalen Armut ausgezeichnet, heißt es in der Begründung.

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Michael Kremer, geboren 1964. Promotion 1992 an der Harvard University, Cambridge, USA. Gates Professor für die Entwicklung von Gesellschaften an der Harvard University, Cambridge, USA.
© Center for Global Development

Mit Abhijit Banerjee, Esther Duflo und Michael Kremer erhalten ein Inder, eine Französin und ein US-Amerikaner den diesjährigen Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften. "Ihre Forschung hilft uns, die Armut zu bekämpfen", hebt die Königlich Schwedische Akademie der Wissenschaften in ihrer Preisbegründung hervor. Das Preisgeld in Höhe von neun Millionen Schwedischen Kronen (circa 830.000 Euro) wird zu gleichen Teilen auf die Preisträger aufgeteilt.

Die Forschung der drei Nobelpreisträger habe die allgemeine Fähigkeit zur Bekämpfung der globalen Armut erheblich verbessert. In nur zwei Jahrzehnten habe ihr neuer experimenteller Ansatz die Entwicklungsökonomie, die heute ein florierendes Forschungsfeld darstelle, entscheidend verändert. Trotz der jüngsten dramatischen Verbesserungen sei die Verringerung der globalen Armut in all ihren Formen nach wie vor eines der dringlichsten Probleme der Menschheit. Mehr als 700 Millionen Menschen müssten immer noch von extrem niedrigen Einkommen leben. "Jedes Jahr sterben immer noch rund fünf Millionen Kinder unter fünf Jahren an Krankheiten, die oft durch kostengünstige Behandlungen hätten verhindert oder geheilt werden können", heißt es in der Begründung. Die Hälfte der Kinder weltweit verlasse die Schule noch immer ohne grundlegende Lese- und Rechenkenntnisse.

Neuer Ansatz für zuverlässige Antworten
Die diesjährigen Preisträger haben demnach einen neuen Ansatz vorgestellt, um zuverlässige Antworten auf die Frage zu erhalten, wie die globale Armut am besten bekämpft werden kann. Kurz gesagt geht es dabei darum, das Thema an sich in kleinere, überschaubare Fragen zu unterteilen - zum Beispiel die effektivsten Maßnahmen zur Verbesserung der Bildungsergebnisse oder der Gesundheit von Kindern. Und die drei Wissenschaftler haben gezeigt, dass diese kleineren, präziseren Fragen oft am besten durch sorgfältig ausgearbeitete Experimente unter den am stärksten betroffenen Menschen beantwortet werden können.

Mitte der 90er Jahre zeigten Michael Kremer und seine Kollegen, wie stark dieser Ansatz sein kann, und testeten mit Feldexperimenten eine Reihe von Maßnahmen, die die Schulergebnisse in Westkenia verbessern könnten. Abhijit Banerjee und Esther Duflo führten – oft gemeinsam mit Michael Kremer – ähnliche Studien zu anderen Themen und in anderen Ländern durch. Ihre experimentellen Forschungsmethoden dominieren laut der Nobelpreis-Jury heute die Entwicklungsökonomie vollständig.

Als direktes Ergebnis eines ihrer Studien haben mehr als fünf Millionen indische Kinder von effektiven Programmen zur Nachhilfe an Schulen profitiert. Ein weiteres Beispiel sind die in vielen Ländern eingeführten hohen Subventionen für die Gesundheitsvorsorge. Das seien nur zwei Beispiele dafür, wie diese neue Forschung bereits zur Linderung der globalen Armut beigetragen habe, so die Juroren. Die weitere wissenschaftliche Arbeit habe auch ein großes Potenzial, das Leben der am schlechtesten gestellten Menschen auf der ganzen Welt weiter zu verbessern. (hh)

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