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Das sind die wahren Gründe für die jüngste Euro-Stärke/Dollar-Schwäche

Der Chefvolkswirt von Natixis Asset Management legt jene Gründe dar, warum die großen Player an den Finanzmärkten von US-Dollar-Anlagen in Euro-Papiere umschichten. Basierend auf drei Beobachtungen leitet Philippe Waechter drei Erklärungen ab, die Investoren unbedingt berücksichtigen sollten.

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Die dritte Erklärung resultiert laut dem Natixis-Chefvolkswirt aus der Geldpolitik. Die US-Notenbank wirkte zögerlicher in puncto höheren Zinssätzen. Das Gleichgewicht zwischen der Fiskalpolitik und der Geldpolitik ist ein anderes, als zu Beginn des Jahres erwartet. Wenn die Finanzpolitik keine Anreize zur Unterstützung der Wirtschaftsaktivität bietet, dann muss die Politik der Fed weiterhin akkommodierend sein.

In der Eurozone besteht dagegen ein stabiles Wachstum, das sogar noch weiter an Tempo zulegen könnte. Investoren bereiten sich nach Einschätzung Waechters daher nun darauf vor, dass die akkommodierende Geldpolitik irgendwann ein Ende finden wird. Diese Einschätzung wurde von der wahrscheinlich übertriebenen Interpretation von Mario Draghis Kommentaren beim EZB-Forum in Sintra untermauert, wo er über die kommende Normalisierung der Währungspolitik sprach.
 
Obwohl der EZB-Präsident seine Anmerkungen später zurücknahm, war damit in der Eurozone ein wichtiger Schritt getan. „Wenn das Wachstum anhält, wird die EZB irgendwann eine restriktivere Haltung einnehmen müssen, und dieser Zeitpunkt ist nicht mehr so weit entfernt, wie vormals angenommen. Dieser neue Unterschied bei den Erwartungen an die Geldpolitik deutet auf eine künftig etwas stärkere europäische Währung hin“, erklärt Waechter.

Euroland gilt wieder als stabiler
Vom politischen Standpunkt aus gesehen wirke die Eurozone also positiver: mit mehr Einheit, höherer Kohärenz und zudem höherer Stabilität als die USA. Diese Verschiebung stellt eine langfristige Veränderung dar, da eine drastische Veränderung Donald Trumps über die kommenden Monate unwahrscheinlich erscheint und gleichzeitig der Glaube an einen stärkeren Zusammenhalt der Eurozone immer größer wird.

Daher sei laut Waechter für die kommenden Monate keine weniger akkommodierende Geldpolitik seitens der EZB zu erwarten. Es scheint tatsächlich eher das Gegenteil einzutreten, um den stabilen Aufschwung der Eurozone nicht zu behindern.
 
 
 
© CPN / Fotolia

Wohin geht der US-Dollar, und ist die Aufwertung des Euros nachhaltig? Diese Frage bewegt derzeit wohl die meisten Marktteilnehmer weltweit. Interessanterweise hat der Euro nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern gegenüber fast allen anderen Währungen zugelegt und erreicht ein Niveau wie zuletzt Ende 2014. „Daher können wir nicht mehr sicher sein, dass der Euro an Wert verlieren wird“, schreibt Philippe Waechter, Chief Economist bei Natixis Asset Management, in einer aktuellen Markteinschätzung.

Diese wohl für die meisten Marktakteure überraschende Entwicklung erschwert jedoch die Aufgabe der EZB, da ein starker Euro für eine niedrige bzw. sinkende Inflation sorgt, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die Inflation im Euroraum sich dem von der Zentralbank gesetzten Ziel von 2,0 Prozent annähert.

Zu dieser Situation macht Waechter zunächst drei Beobachtungen:

Erstens: der schnelle Anstieg des Eurokurses lege eine restriktive Geldpolitik nahe. Die Geldpolitik ist bereits zunehmend restriktiver geworden. „Der Standpunkt der EZB muss ihr Ziel einer Akkommodierung langfristig unterstützen, um mögliche Erwartungen hinsichtlich eines Kurswechsels nicht zu fördern“, ergänzt Waechter.

Die zweite Beobachtung Waechters lautet, dass ein starker Euro zum äußerst hohen Außenhandelsüberschuss der Eurozone passe. Der Kursverlust des Euro war zu diesem Überschuss nicht kompatibel.

Die letzte Beobachtung Waechters ist der schwache Dollar. Sein effektiver Wechselkurs ist der niedrigste seit Ende 2016: Amerika gehe es aktuell nicht gut.

Ausgehend von diesen drei Beobachtungen leitet Waechter drei Erklärungen ab, die Investoren helfen sollen, diese Kursschwankung zu verstehen und die Sie der Bildergalerie oben entnehmen können. (aa)

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