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Das sind die wahren Gründe für die jüngste Euro-Stärke/Dollar-Schwäche

Der Chefvolkswirt von Natixis Asset Management legt jene Gründe dar, warum die großen Player an den Finanzmärkten von US-Dollar-Anlagen in Euro-Papiere umschichten. Basierend auf drei Beobachtungen leitet Philippe Waechter drei Erklärungen ab, die Investoren unbedingt berücksichtigen sollten.

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Die erste Erklärung ist laut Waechter eine politische. Ende 2016 erwarteten viele Investoren einen eher schwachen Euro. Der Hauptgrund hierfür lag möglicherweise in den sehr unterschiedlichen politischen Aussichten der USA und der Eurozone.

Der Wahl Donald Trumps und seinem ehrgeizigen Haushaltskurs zur Stimulierung der Konjunktur standen die Risiken des Populismus gegenüber, denen der alte Kontinent ausgesetzt war. Die damals anstehenden Wahlen in Österreich, den Niederlanden und besonders in Frankreich ließen wenig Zweifel daran, dass in einem dieser Länder eine der populistischen Anti-Euro-Parteien an die Macht kommen würde. Angesichts des Risikos eines Auseinanderbrechens der Eurozone entschieden sich die Investoren dafür, auf die potentiellen Verbesserungen der Konjunkturaussichten der USA durch eine schnell restriktivere Geldpolitik zu setzen.

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Alles sprach dafür, dass der Dollar stabil bleiben und der Euro sogar unter Parität fallen würde. Dieses Szenario trat jedoch nie ein. Das Weiße Haus verfügt aktuell über praktisch keine Wirtschaftspolitik und der Konjunkturzyklus schwächelt trotz der äußerst niedrigen Arbeitslosenquote.
 
Diese Situation sei für Historiker äußerst interessant: sechs Monate, nachdem ein neuer Präsident in das Weiße Haus eingezogen ist, gibt es immer noch keinen Hinweis auf einen wirtschaftspolitischen Kurs. Das ist eine Katastrophe und wahrscheinlich so in der Geschichte noch nie vorgekommen.
 
In der Eurozone dagegen seien – wie Waechter glaubt - nun alle populistischen Parteien aus Machtpositionen verdrängt. Das Risiko einer zerbrechenden Eurozone sei seiner Ansicht nach mittlerweile sehr gering, da die Europäer sich für Europa entschieden hätten. Das hätten die jüngsten Wahlen gezeigt, insbesondere in Frankreich, aber auch in den zahlreich durchgeführten Umfragen. Das politische Gleichgewicht habe sich innerhalb von nur sechs Monaten enorm verändert. Waechter: „Es gibt keine politischen Gründe für einen schwachen Euro und gleichermaßen auch keine politischen Gründe für einen starken US-Dollar mehr.“
 
© Bloomberg

Wohin geht der US-Dollar, und ist die Aufwertung des Euros nachhaltig? Diese Frage bewegt derzeit wohl die meisten Marktteilnehmer weltweit. Interessanterweise hat der Euro nicht nur gegenüber dem US-Dollar, sondern gegenüber fast allen anderen Währungen zugelegt und erreicht ein Niveau wie zuletzt Ende 2014. „Daher können wir nicht mehr sicher sein, dass der Euro an Wert verlieren wird“, schreibt Philippe Waechter, Chief Economist bei Natixis Asset Management, in einer aktuellen Markteinschätzung.

Diese wohl für die meisten Marktakteure überraschende Entwicklung erschwert jedoch die Aufgabe der EZB, da ein starker Euro für eine niedrige bzw. sinkende Inflation sorgt, wodurch die Wahrscheinlichkeit sinkt, dass die Inflation im Euroraum sich dem von der Zentralbank gesetzten Ziel von 2,0 Prozent annähert.

Zu dieser Situation macht Waechter zunächst drei Beobachtungen:

Erstens: der schnelle Anstieg des Eurokurses lege eine restriktive Geldpolitik nahe. Die Geldpolitik ist bereits zunehmend restriktiver geworden. „Der Standpunkt der EZB muss ihr Ziel einer Akkommodierung langfristig unterstützen, um mögliche Erwartungen hinsichtlich eines Kurswechsels nicht zu fördern“, ergänzt Waechter.

Die zweite Beobachtung Waechters lautet, dass ein starker Euro zum äußerst hohen Außenhandelsüberschuss der Eurozone passe. Der Kursverlust des Euro war zu diesem Überschuss nicht kompatibel.

Die letzte Beobachtung Waechters ist der schwache Dollar. Sein effektiver Wechselkurs ist der niedrigste seit Ende 2016: Amerika gehe es aktuell nicht gut.

Ausgehend von diesen drei Beobachtungen leitet Waechter drei Erklärungen ab, die Investoren helfen sollen, diese Kursschwankung zu verstehen und die Sie der Bildergalerie oben entnehmen können. (aa)

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