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Bank of America: Das 60/40-Standard-Portfolio ist tot

Warum sollte man heute neben 60 Prozent Aktien noch 40 Prozent Renten halten beziehungsweise sein Portfolio daran messen, wenn alleine 1.100 globale Aktien eine höhere Dividendenrendite als globale Staatsanleihen bieten?

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© ajr_images / Fotolia

Lange hat man Investoren speziell im angelsächsischen Raum erzählt, dass dieser 60/40-Mix der ideale wäre, um einerseits ein größeres Exposure zum Aktienmarkt, andererseits aber auch genügen Diversifikationsvorteile und ein verringertes Risiko durch die Rententangente zu haben.

Verkehrte Welt
Aber in der aktuellen Research Note von Bank of America Securities (BofA) mit dem Titel “The End of 60/40” argumentieren die beiden Portfoliostrategen Derek Harris und Jared Woodard, dass es gute Gründe gebe, die Rolle der Fixed Income-Tangente im Portfolio zu überdenken. Denn das Verhältnis der beiden Assetklassen zueinander habe sich so stark verändert, sodass Investoren heute Aktien nicht im Hinblick auf künftiges Wachstum kaufen würden, sondern die Generierung von Income im Auge hätten. Anleihen wiederum würden viele heute erwerben, um an einer Kursrallye zu partizipieren. Die Anlagewelt hat sich also ins Gegenteil verkehrt: Früher hatte man mit Renten Income generieren wollen und eine Rallye auf der Aktienseite erhofft.

Sprechende Flows
Tatsächlich haben dieses Jahr bis dato Rentenfonds Zuflüsse im Ausmaß von 339 Milliarden US-Dollar verzeichnet, während aus globalen Aktienfonds 208 Milliarden US-Dollar abflossen, was die Kraft der sich fortsetzenden Rallye an den Bondmärkten unterstreicht (siehe Grafik). Diese hat die Renditen festverzinslicher Wertpapiere auf ein so tiefes Niveau sinken lassen, dass es nun 1.100 Aktien weltweit gibt, die höher als weltweite Staatsanleihen im Schnitt rentieren. 

Divergierende Flüsse: Rein in Anleihefonds, raus aus Aktienfonds

Aus der Bahn geschleudert
Ein sinkendes weltweites Wirtschaftswachstum in Kombination mit der Alterung der Gesellschaft in den entwickelten Volkswirtschaften habe die Beliebtheit der traditionell als sichere Assets betrachteten Anleihen steigen lassen und damit eine Blase am Rentenmarkt  geschaffen, die die künftigen Renditen eines 60/40-Portfolios aus der Bahn schleudert, so die Analyse der BofA-Experten. 

Die Herausforderung für Investoren bestehe darin, dass beide den Renten zugeschriebenen Attribute - Diversifikation und Risikoverringerung - schwächer zu werden scheinen. Zudem seien Positionierungen in vielen Fixed Income-Sektoren schon so "crowdy" (voll besetzt von anderen Investoren), dass der Rentenmarkt anfällig für plötzliche scharfe Abverkäufe würden, wenn aktive Manager mit dem Rebalancing begännen, heißt es dort weiter. 

Befürchtete Änderung des Korrelationsverhaltens
Die implizite Grundannahme des 60/40-Portfolios sei die, dass Anleihen einen Hedge gegen  Wachstumsrisiken darstellten, während Aktien einen Absicherung gegen Inflation bedeuteten, so die beiden Autoren ​Woodard und Harris weiter. Doch habe diese Annahme nur in den letzten beiden Jahrzehnten der Wahrheit entsprochen und war meist falsch in den davorliegenden 65 Jahren. Das große Risiko sei, dass sich die Korrelationen änderten, denn nun komme die längste Periode negativer Korrelation von Aktien zu Anleihen zu einem Ende, da die politischen und Notenbank-Akteure das Wachstum anstoßen möchten. Diesen Regimewechsel beim Korrelationsverhalten illustriert die folgende Grafik.

Korrelation Aktien - Anleihen: Regimewechsel ante portas?

Zu viele Investoren sitzen auf denselben Positionen
In der Zwischenzeit habe die höhere Volatilität am Anleihemarkt dazu geführt, dass die risikoadjustierte Rendite von US-Staatsanleihen niedriger als in allen anderen Assetklassen - mit Ausnahme der Rohstoffe - ausfalle. Gleichzeitig habe die Beliebtheit von Anleihen Investoren dazu gezwungen, immer höhere Risiko für das gleiche Renditeniveau einzugehen. Verschärfte Kursschwankungen sind die Folge, wenn Investoren mit einem Rebalancing beginnen oder sich die Makro-Aussichten verändern.   

Wie man sich angesichts dessen jetzt positionieren soll
Anstelle von US-Staatsanleihen empfehlen die Autoren, die Aktienquote zu erhöhen und speziell Bestände an hochrentierenden Aktien in underperformenden Branchen auszubauen, Dazu gehören Finanz-, Industrie- und Rohstofftitel, die günstig bewertet sind. "Die Zukunft der Asset Allcation wird radikal anders aussehen als in der jüngeren Vergangenheit", schreiben die beiden. "Es ist Zeit, sich darauf vorzubereiten, was nach dem Ende des 60/40-Portfolios kommt." (kb)

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