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Coronakrise treibt immer mehr Institutionelle in Hochrisikopapiere

Weil mit soliden Anleihen kaum mehr Erträge zu erzielen sind, müssen Investoren, die höhere Renditen benötigen, bei der Qualität der Emittenten mehr Kompromisse eingehen.

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© Brown / stock.adobe.com

Die beispiellose Ausweitung der Notenbankbilanzen infolge der Coronakrise haben den seit Jahren beobachtbaren Trend in Richtung niedriger oder negativer Zinsen 2020 erneut verstärkt. Augenscheinlich ist dies an der rekordtiefen Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen, die zuletzt einen neuen historischen Tiefststand erreichte.

Für institutionelle Investoren, die einerseits in festverzinsliche Papiere investieren müssen, andererseits aber positive Renditen benötigen, wird das Anlageuniversum damit immer kleiner. Bisher profitierten Anleiheninhaber zwar vom seit der Finanzkrise fast durchgehend fallenden Zinsen, dieser Effekt wird in den kommenden Jahre mit dem Laufzeitende von immer mehr älteren Emissionen abnehmen.

Eine aktuelle Auswertung anhand von ICE Data Services Daten, die die Financial Times publizierte, liegt die Rendite von 86 Prozent aller Anleihen unter zwei Prozent, bei 60 Prozent der Bonds liegt die Rendite sogar unter einem Prozent. Das Volumen von Anleihen mit negativer Rendite erhöhte sich zur Jahresmitte auf 14,6 Billionen US-Dollar – der Rekordwert aus dem Jahr 2019 lag bei 17 Billionen US-Dollar.

Schrumpfendes Anlageuniversum
Wer mit Anleihen mehr als fünf Prozent erwirtschaften will oder muss, kann 97 Prozent des Bond-Universums links liegen lassen, nur mehr drei Prozent aller Schuldtitel werfen derart hohe Renditen ab – die damit verknüpften Risiken liegen auf der Hand. Zum Vergleich: 1990 lagen die Renditen von drei Viertel aller Anleihen über fünf Prozent. Matt King, Anleihenstratege der Citibank erklärte gegenüber Financial Times: „Wenn Sie ein Pensionsfonds oder eine Versicherungsgesellschaft sind, werden Sie heute gezwungen Abstriche bei der Qualität zu machen und extreme Risiken einzugehen.“ (gf)

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