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Corona sei Dank: Goldnachfrage steigt durch Wunsch nach "Safe Haven"

Wie das World Gold Council (WGC) berichtet, hielt die globale Nachfrage nach Gold hielt im 1. Quartal 2020 mit 1.083,8 Tonnen an und verzeichnete einen Anstieg von einem Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Dies ergibt der aktuelle Bericht zur Entwicklung der weltweiten Goldnachfrage des WGC.

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© Petrovich12 / stock.adobe.com

Die globale COVID-19-Pandemie hat die Nachfrage nach Gold als sicheres Investment gefördert, wobei goldgestützte ETFs hohe Zuflüsse anzogen (+298 Tonnen), die die weltweiten Beteiligungen an diesen Produkten auf ein Rekordhoch von 3.185 Tonnen hoben.

ETFs stark 
Im Gegensatz dazu schwächten sich die verbraucherorientierten Sektoren des Marktes stark ab. Die Schmucknachfrage wurde von den Auswirkungen der Pandemie stark getroffen und die Quartalsnachfrage fiel um 39 Prozent auf ein Rekordtief von 325,8 Tonnen.

Die Zuflüsse in goldgestützte ETFs stiegen im ersten Quartal angesichts der globalen Unsicherheit und volatiler Finanzmärkte im Jahresvergleich um das Siebenfache. Der Bestand an goldgestützten ETFs erreichte am Ende des ersten Quartals ein Rekordhoch von 3.185 Tonnen.

Starke Investment-Zuflüsse haben dazu beigetragen, den Goldpreis in US-Dollar auf den höchsten Stand seit acht Jahren ansteigen zu lassen. Infolgedessen erreichte die globale Goldnachfrage wertmäßig 55 Milliarden US-Dollar – den höchsten Wert seit dem zweiten Quartal 2013. Der Goldpreis erreichte unter anderem in indischen Rupien und türkischen Lira einen neuen Rekordstand.

Pandemie führte zu einem drastischen Einbruch der Schmucknachfrage
Dies geschah aufgrund der weltweit von den Regierungen ergriffenen Lockdown-Maßnahmen. Die Nachfrage fiel auf beispiellose Tiefstände, wobei China mit 65 Prozent den stärksten Rückgang verzeichnete. China ist der größte Schmuckverbraucher und der erste Markt, der dem Coronavirusausbruch zum Opfer fiel.

Zentralbanken wieder auf der Käuferseite, Russland pausiert
Die Zentralbanken beschafften sich weiterhin Gold, wenn auch langsamer. Vor dem Hintergrund einer erhöhten Volatilität und Unsicherheit wuchsen die globalen Goldreserven im ersten Quartal um 145 Tonnen. Russland kündigte an, sein langfristiges Kaufprogramm auszusetzen. Dies wird voraussichtlich zu einer Verlangsamung des globalen Nettokaufs ab dem zweiten Quartal führen.

Gesamtangebot ging im ersten Quartal um vier Prozent zurück
Das geschah, weil die Lockdowns aufgrund des Coronavirus die Minenproduktion und das Recycling von Gold behinderten. Der Betrieb zahlreicher Projekte wurde unterbrochen, um so die Ausbreitung des Virus zu verhindern. Darüber hinaus kam das Recycling zum Quartalsende beinahe zum Stillstand, da es den Verbrauchern nicht gestattet war, ihre Wohnungen zu verlassen.

Pandemieeinfluss
„Die COVID-19-Pandemie hat einen bedeutenden und noch nie dagewesenen Einfluss auf die globale Goldnachfrage. Der bescheidene Anstieg im ersten Quartal ist auf die Nachfrage aus dem Investmentbereich zurückzuführen, die von starken Zuflüssen in goldgestützte ETFs gefördert wurde“, sagt Louise Street, Market Intelligence beim World Gold Council. „Im Gegensatz dazu haben die verbraucherorientierten Marktsektoren stark gelitten. Mit den von den Regierungen weltweit ergriffenen Lockdown-Maßnahmen, die die Ausbreitung des Virus stoppen sollen, stürzte die Nachfrage nach Schmuck ab – am stärksten in China, wo ein Rückgang um 65 Prozent zu verzeichnen war“, so Street.

Ausblick
Street dazu: „Die Auswirkungen von COVID-19 werden auch im weiteren Verlauf des Jahres 2020 noch Folgen für die Goldnachfrage haben. Insbesondere wird sich der Unterschied in der Nachfrage zwischen Investments in goldgestützte ETFs und dem Schmuckkauf von Verbrauchern wahrscheinlich fortsetzen, bis mehr Sicherheit in der Wirtschaft und an den Märkten herrscht.“ (kb)

 

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