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Commerzbank schwingt nach Cerberus-Kritik die Axt: Stellenabbau kommt

Nach der Kritik von Großaktionär Cerberus arbeitet das Management der Commerzbank informierten Kreisen zufolge daran, ihre Ziele für Kostensenkungen und Rentabilität anzuheben. Wie zu hören ist, könnte Vorstandschef Martin Zielke bis zu 7.000 Stellen streichen und rund 400 Filialen schließen.

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Der Höllenhund hat die Commerzbank zum Ziel: Jetzt wackeln dort 7.000 Stellen.
© kzkzuk

Die endgültigen Ziele sind noch nicht entschieden, auch weil ein Teil des Managements die Umsetzbarkeit der erwogenen Maßnahmen bezweifelt. Im Raum stehen den Angaben zufolge auch weniger extreme Einschnitte. Im Rahmen eines breiteren Umstrukturierungsplans könnten Zielke und Finanzchefin Bettina Orlopp die Sparvorgaben bereits am Mittwoch dem Aufsichtsrat vorstellen, hieß es Bloomberg-Informanten zufolge.

Nötige Nachbesserung zu alten Plänen
Eine Commerzbank-Sprecherin erklärte, die Bank werde mit den Zahlen zum zweiten Quartal Details zum Kostenprojekt vorlegen. Darüber hinaus wolle sie sich nicht zu “Spekulationen” äußern. Es seien noch keine Entscheidungen gefallen. Im Februar hatte die Commerzbank erklärt, an einer Ausweitung der Sparmaßnahmen zu arbeiten. Zielkes vorherige Ziele, die er weniger als ein Jahr zuvor präsentiert hatte, waren unter den Aktionären als unzureichend erachtet worden und auf breite Ablehnung gestoßen.

Cerberus will sich mit schwindendem Wert seiner Beteiligung nicht abfinden
Finanzinvestor Cerberus ging in diesem Monat auf Konfrontationskurs zu Zielke und Aufsichtsratschef Stefan Schmittmann. Angesichts des Wertverfalls seiner Beteiligung drängt der zweitgrößte Aktionär der Bank auf Veränderungen. Die Commerzbank-Aktie, die im Januar 2018 nahe 14 Euro gehandelt wurde, notierte im März zeitweise bei nur noch 2,80 Euro. Vor vier Jahren hatte Zielke angekündigt, per Saldo 7.300 Stellen streichen zu wollen, dann jedoch nur 3.600 Positionen abgebaut. Insgesamt beschäftigt die Commerzbank derzeit ungefähr 40.000 Mitarbeiter.

Höhereres Rentabilitätsziel und mehr Sparen wohl unausweichlich
Der neue Plan könnte die bestehenden Sparziele verdoppeln und das Rentabilitätsziel um mehr als die Hälfte erhöhen, hatte Bloomberg zuvor berichtet. Wie damals zu hören war, umfassen die Erwägungen einen verstärkten Fokus weg von der Filiale hin zu Digitalangeboten, da die Corona-Krise den Wandel im Kundenverhalten noch beschleunigt hat. Eine reine Ausweitung der Kostenziele dürfte Cerberus informierten Kreisen zufolge nicht ausreichen, da der US-Fonds an der Fähigkeit des Managements zweifelt, diese dann auch umzusetzen.

Deutsches Arbeitsrecht als Stolperstein
Das Arbeitnehmerlager, auf das die Hälfte der Aufsichtsratssitze entfällt, lehnt eine Ausweitung der Personaleinschnitte ab. Ein Teil des Top-Managements hat zudem Bedenken, dass harte Einschnitte bei den Mitarbeitern infolge des strengen deutschen Arbeitsrechts schwer machbar und teuer sein werden. (kb)

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