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Columbia Threadneedle zu den Schwellenländeraussichten

Wie es aus wirtschaftlicher Sicht in den Emerging Markets weitergehen könnte, erläutert Columbia Threadneedles EMEA-CIO William Davies.

William Davies
William Davies, Columbia Threadneedle
© Columbia Threadneedle

Die Aussichten für Schwellenländer sind der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge verhaltener als zuletzt. In den vergangenen Monaten habe die Exportnachfrage das Wachstum angetrieben, vor allem die Rohstoffnachfrage aus den USA und China. „Es wird erwartet, dass dieser Treiber sich in der zweiten Jahreshälfte normalisiert“, schreibt William Davies, Chief Investment Officer für die Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) sowie globaler Aktien-Chef, in einem aktuellen Kommentar. „Damit dürften die Länder nun mehr von der Binnennachfrage abhängen, um ihr Wachstum aufrechtzuerhalten.“

Davies verweist darauf, dass die Wachstumsprognosen für die asiatischen Ländern ohne Japan und China zuletzt um mehr als einen Prozentpunkt nach unten korrigiert worden seien. „Die wichtigsten Auslöser dafür sind der Anstieg der Covid-19-Fälle und Engpässe in den Lieferketten.“ Gleichzeitig wirkten in Lateinamerika und der EMEA-Region politische Stützungsmaßnahmen. Angesichts dessen ist Columbia Threadneedle speziell in Bezug auf Indien und die Türkei zuversichtlicher als der Marktkonsens, was das Wachstum im Jahr 2021 angeht (Indien: 8,0 vs. 6,2 Prozent; Türkei: 6,5 vs. 5,5 Prozent). Für 2022 sind die Experten hinsichtlich Mexiko relativ zurückhaltend (2,0 vs. 2,8 Prozent).

Breit angelegter Straffungszyklus im Gange
Mit Blick auf die künftige Entwicklung nennt Columbia Threadneedle zwei Hauptrisiken: die weitere Entwicklung der Corona-Pandemie und die Möglichkeiten der verschiedenen Länder, die Folgen der Pandemie mit Stützungsmaßnahmen abzupuffern. Länder mit anfälligeren Bilanzen seien dazu nur begrenzt in der Lage. Zwar seien die Finanzierungskosten nach wie vor günstig, und der Marktzugang der Unternehmen sei insgesamt betrachtet intakt. Aber Davies gibt zu bedenken: „Was die Geldpolitik angeht, so ist ein breit angelegter Straffungszyklus im Gange. Denn die Notenbanken der Schwellenländer eilen der Fed voraus und reagieren auf heimischen Inflationsdruck.“

Instabilität droht
Die Leistungsbilanzen der Länder hätten bislang kaum Anlass zur Sorge gegeben, weil der heimische Konsum niedrig gewesen sei. „Wir erwarten jedoch, dass sich dieser Trend im kommenden Jahr ändert, wenn die inländische Nachfrage zurückkehrt“, schreibt Davies. Hinzu komme, dass die Armut in Schwellenländern zunehme. „Dies könnte sich in erhöhter Unsicherheit bezüglich der politischen Entwicklung niederschlagen sowie in sozialen Unruhen. Steigende Lebensmittelpreise deuteten in der Vergangenheit auf Instabilität in Emerging Markets hin, und das dürfte in diesem Jahr nicht anders sein.“

Schuldenabbau statt Gewinnsteigerung
Vor diesem Hintergrund geht Columbia Threadneedle davon aus, dass die Gewinnentwicklung der Unternehmen nicht so positiv weiterverlaufen dürfte wie zuletzt. „Wir gehen davon aus, dass die meisten Firmen aus Schwellenländern in der zweiten Jahreshälfte 2021 dem Schuldenabbau Vorrang geben werden.“ Ein Lichtblick für Anleger: Erhöhter Druck auf die Unternehmen könnte der Fondsgesellschaft zufolge dazu führen, dass die Ausschüttungen an die Anteilseigner 2022 im Fokus stehen. (aa)

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