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Columbia Threadneedle erwartet weitere Verwerfungen bei High Yield

Am Markt für Hochzinsanleihen dürfte es der Fondsgesellschaft Columbia Threadneedle Investments zufolge zu weiteren Verwerfungen infolge des Corona-Virus kommen. Die Spreads haben sich jedenfalls schon deutlich ausgeweitet.

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Roman Gaiser, Leiter Hochzinsanleihen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei Columbia Threadneedle
© Columbia Threadneedle Investments

„Die jüngsten Handelstage haben gezeigt, dass der Markt unter hohem Stress steht und Anzeichen von Zerrissenheit zeigt“, schreibt Roman Gaiser, Leiter Hochzinsanleihen in der Region Europa, Naher Osten und Afrika (EMEA) bei Columbia Threadneedle, in einem aktuellen Kommentar. Der Markt befinde sich in unbekanntem Fahrwasser, was die Einschätzung der Lage erschwere.

Aussichten für das Wirtschaftswachstum haben sich zuletzt dramatisch verschlechtert
Vor diesem Hintergrund haben sich auch die Gewinnerwartungen und die makroökonomischen Aussichten erheblich verschlechtert. Diese erhöhte Unsicherheit spiegelt sich in der Preisgestaltung auf dem Risikomarkt wider, einschließlich des Hochzinsbereichs.
Insbesondere die Spreads für europäische Hochzinsstrategien haben sich seit Ende Februar um mehr als 300 Basispunkte ausgeweitet, wie die folgende Grafik illustriert. 

Spreadausweitung bei europäischen High Yield Bonds

Basis-Spreads seit Jahresbeginn
Die makroökonomischen Fundamentaldaten weisen auf die Wahrscheinlichkeit eines negativen Wachstumseffekts aufgrund von Covid-19 hin. Während die Unternehmensbilanzen relativ gut positioniert sind, sind die zukünftigen Gewinne angesichts der Folgewirkungen des Virus ungewiss. Die Abflüsse aus US-amerikanischen Hochzinsstrategien haben in den letzten Wochen zugenommen. In der vergangenen Woche war ein Abfluss von 5,1 Milliarden US-Dollar zu verzeichnen, der größte für die Anlageklasse seit Anfang 2017, nach 4,2 Milliarden US-Dollar in der Vorwoche. Die nachstehende Grafik zeigt die Entwicklung der Basisspreads je High Yield-Ratingklasse für Europa und die USA sowie den besonders gebeutelten Energiesektor seit dem Jahresanfang.  

Veränderungen der Hochzins-Spreads im Jahr 2020

Negative Flows
Bei den europäischen Hochzinsanleihen belief sich der Abfluss der letzten Woche auf rund 2 Milliarden Euro, wovon 760.000 Euro auf ETFs entfielen. Auch der Markt für Neuemissionen ist zum Stillstand gekommen. "Als aktive Manager sehen wir jedoch weiterhin einige potentielle „Perlen in den Trümmern“, da bestimmte Sektoren und Namen, die früher aufgrund ihrer engen Spreads als „teuer“ eingestuft wurden, jetzt interessant aussehen, da die Bewertungen attraktiver geworden sind", führt Roman Gaiser aus.

Aktuelle Positionierung: Zykliker unter-, Healthcare, Tech und Medien übergewichtet
Gaiser dazu: "Seit Jahresbeginn war und ist das Portfolio in Bezug auf das Markt-Beta moderat untergewichtet und bleibt auf Sektorbasis untergewichtet in zyklischen Branchen wie der Automobil-, Transport- und Grundstoffindustrie, während es in den Bereichen Gesundheitswesen, Technologie, Medien und Finanzdienstleistungen übergewichtet ist.

Erhöhte Cash-Quote
Zu den jüngsten Aktivitäten gehört die Beschaffung von Bargeld durch den Verkauf einiger Anleihen mit kurzfristigen Laufzeiten, die sich gut entwickelt hatten und – im Falle eines kurzfristigen Liquiditätsbedarfs – begannen, teuer auszusehen. Gaiser hat auch die Bestände an einigen Unternehmen in den Bereichen Verkehr, Energie und Freizeit reduziert: "Wir erwarten weitere Störungen aufgrund der Coronavirus-Situation und ihrer Auswirkungen. Die letzten Handelstage haben gezeigt, dass der Markt stark gestresst ist und Anzeichen von Störungen aufweist. Die breiteren Märkte werden jetzt vom Schock für die Realwirtschaft und von politischen Entscheidungen als Reaktion darauf angetrieben. Dies versetzt den Markt in Neuland und erschwert die Bewertung."

Wahllose Abgaben und strukturelle Schocks
Was ursprünglich als typischer Ausverkauf begann, bei dem schwächere Anleihen in größerer Anzahl verkauft wurden als stärkere, hat sich nun zu einem wahlloseren Ausverkauf in allen Sektoren und allen Ratingklassen im Hochzinsbereich entwickelt. Sektoren, die normalerweise relativ stabil sind, z. B. Freizeitparks, erleben derzeit einen strukturellen Schock, in Bezug auf den es schwer zu sagen ist, wie lange die Erholung dauern wird. Angesichts der Tatsache, wie wahllos der jüngste Ausverkauf war, ist es ein herausforderndes Umfeld, das sehr volatil und unsicher bleiben wird, da sich die Dinge sehr schnell ändern können.

Defensiv aufgestellt
"Wir glauben, dass wir angesichts der defensiveren Haltung unserer Portfolios gut für das aktuelle Umfeld positioniert sind. Angesichts der jüngsten Ausweitung des Kreditspreads und der Aufnahme kürzlich herabgestufter großer Emittenten in den Hochzinsindex sehen einige Sektoren allmählich attraktiv aus", sagt Gaiser. "Wir erwägen einige Möglichkeiten, insbesondere solche, bei denen die Emittenten über solide Fundamentaldaten verfügen. In Bezug auf Sektoren, die am wahrscheinlichsten von dieser Situation betroffen sind, bleiben wir vorsichtig."

Flowbilanz seit Jahresstart bis dato noch immer positiv
Bisher hat Columbia Threadneedles europäische Hochzinsstrategie in diesem Jahr und einschließlich dieser Woche Zuflüsse in Höhe von rund 660 Millionene Euro sowohl in getrennte Konten als auch in Fonds verzeichnet. (kb)

 

 

 

 

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