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China weist Energiekonzerne an, Versorgung um jeden Preis zu sichern

Chinas Zentralregierung hat die wichtigsten staatlichen Energieunternehmen des Landes - von Kohle über Strom und Öl angewiesen, um jeden Preis die Versorgung für diesen Winter zu sichern. Klimaziele zählen hier nicht wirklich angesichts der gefährdeten Energieversorgung des Landes.

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Chinas Vizepremier Han Zheng ist für die Wirtschaft verantwortlich. Energieversorgung spielt dabei eine bedeutende Rolle, will Chinas KP weiterhin in der Gunst der Bevölkerung weit oben bleiben.
© Archiv

Die Anweisung kam direkt von Vizepremier Han Zheng, der den Energiesektor und die Industrieproduktion des Landes beaufsichtigt, und wurde während einer Dringlichkeitssitzung Anfang der Woche mit Beamten der Pekinger Wirtschaftsplanungsbehörde erteilt, sagen die Informanten von Bloomberg News.

Sehr feste Energiepreise
Die Öl-Futures machten frühere Verluste in New York wett. West Texas Intermediate-(WTI) -Rohöl kletterte an der Nymex um bis zu 1,4 Porzent auf  75,84 US-Dollar pro Barrel. Die Erdgas-Futures in New York bauten ihre Gewinne aus, und Aktien des US-Gasexporteurs Cheniere Energy Inc. stiegen. Chinesische Kohle-Futures stiegen zuvor auf ein Rekordniveau, da das Land mit mit einer Verknappung des Brennstoffs vor einem einwöchigen Feiertag zu kämpfen hat. Die Preise haben sich in diesem Jahr mehr als verdoppelt zu einer Zeit, wo die Stromnachfrage der Fabriken steigt und die Minen nur ein langsames Produktionswachstum zeigen.

Dringlichkeitssitzung unterstreicht die kritische Situation in China
Das Land wird von einer schweren Energiekrise erfasst, und mehrere Regionen mussten die Stromzufuhr für die Industrie drosseln. In einigen Wohngebieten gab es sogar überraschende  Stromausfälle. Chinas Energieknappheit löst damit Turbulenzen auf den Rohstoffmärkten aus, die zu einem Preisanstieg bei Düngemittel bis hin zu Silizium führen.

Koste es, was es wolle
Die Volatilität auf den Energiemärkten dürfte sich aufgrund der Anweisung der Zentralregierung sogar noch erhöhen, meinte Bjarne Schieldrop, Chef-Analyst für Rohstoffe bei SEB.
Chinas Erklärung bedeute für ihn, Schieldrop, dass man keineswegs an der Schwelle zu einer Abkühlung stehe. Vielmehr sehe es so aus, als würde es noch verrückter werden. China werde alles aufbieten, was nötig sei, um einen Bieterkrieg um eine Ladung Kohle oder Flüssigerdgas zu gewinnen. Ein Zeichen dafür, wie besorgt die chinesischen Beamten sind, ist, dass Premier Li Keqiang versprach, alles zu tun, um das Wirtschaftswachstum aufrechtzuerhalten, den  Grundbedürfnisse der Bürger abzusichern und die Industrie- und Lieferketten stabil zu halten.

Versorgungssicherheit steht über allem
Chinas Schritt "rückt die Versorgungssicherheit wieder in den in den Vordergrund", sagte Leslie Palti-Guzman, Präsidentin der New Yorker Beratungsfirma Gas Vista. "Das ist eine schlechte Nachricht für europäische Regierungen und Verbraucher, die für den Rest des Winters mit erhöhten Gas- und Winter mit erhöhten Gas- und Strompreisen konfrontiert sein werden", da sie mit China um die Versorgung konkurrieren müssen. (kb)

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