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CFA Institute: Wirtschaft verändert sich – Vertrauen wird wichtiger

Drei von vier institutionellen Investoren haben ein "hohes" bzw. "sehr hohes" Vertrauen in die Finanzindustrie, zeigt eine Umfrage des CFA Institute, das den Profianlegern aber auch andere Fragen stellte.

Susan Spinner, CFA, Geschäftsführender Vorstand der CFA Society Germany und Rhodri Preece, CFA, Leiter Research des CFA Institute:
Susan Spinner, CFA, Geschäftsführender Vorstand der CFA Society Germany und Rhodri Preece, CFA, Leiter Research des CFA Institute:
© CFA Institute

Das CFA Institute befragte weltweit 921 institutionelle Investoren zum Grad ihres Vertrauens in die Finanzindustrie sowie gegenüber Beratern und Wealth Managern. An der Umfrage des Berufsverbands CFA Institute nahmen 921 Pensions- und Staatsfonds, Stiftungen, Versicherer sowie weitere institutionelle Investoren aus 15 Ländern, davon 75 aus Deutschland, teil. Das betreute Vermögen beläuft sich jeweils auf 50 Millionen US-Dollar oder mehr. Ziel der Untersuchung war es, ein Stimmungsbild zur Bedeutung des Themas Vertrauen im Arbeitsverhältnis von Investoren und Investmentberatern für den Zeitraum vor Beginn des Ausbruchs der Covid-19-Pandemie einzufangen. Angesichts der aktuellen gesamtwirtschaftlichen Herausforderungen und Marktverzerrungen dürfte das Thema in den nächsten Monaten weiter an Stellenwert gewinnen. Die Ergebnisse erörtern Susan Spinner und Rhodri Preece in einem exklusiven Gastbeitrag für "Institutional Money": (aa)


"Drei von vier institutionellen Investoren (71 Prozent) in Deutschland stufen ihr Vertrauen in die Finanzindustrie als „hoch“ oder „sehr hoch“ ein. Damit liegen die Deutschen sogar knapp über dem globalen Durchschnitt (65 Prozent). Dies ist umso bemerkenswerter, da das Gerüst, welches die Märkte bis Anfang des Jahres trug, bereits vor Beginn der fiskalischen und geldpolitischen Maßnahmen zur Begegnung der Pandemie zunehmend fragiler wurde. Börsen schienen von der Realwirtschaft immer mehr entkoppelt, Fundamentaldaten rechtfertigten Kurse nicht und „billiges“ Geld floss nicht nur in produktive Verwendungen. Kommen dann schwarze Schwäne und steigende Volatilitäten hinzu, die oft von Furcht und Panik begleitet werden, ist das Vertrauen, das Investoren ihren Dienstleistern entgegenbringen, essenziell.

Treuhandverhältnis
Immerhin ein Drittel (32 Prozent) der institutionellen deutschen Kunden glaubt, dass seine Interessen in der Zusammenarbeit mit dem Finanzberater stets an oberster Stelle stehen. Über zwei Drittel (68 Prozent) der befragten Investoren halten ihre Anlageberater zudem für imstande, ein Portfolio in besonders herausfordernden Marktphasen und Krisen erfolgreich zu managen. Damit liegen die Deutschen gleichauf mit ihren institutionellen Kollegen weltweit. Indes: Ausruhen sollten sich die Finanzhäuser auf diesen Zustimmungswerten nicht. Die Resultate der Umfrage legen nahe, dass sich Vertrauen erheblich über die Informationstiefe in der Arbeitsbeziehung definiert sowie darüber, wie fiduziarische Verantwortung wahrgenommen und ausgefüllt wird.

Transparenz und Ethik
Dass ihr Berater Interessenskonflikte stets offenlegt, dies bejaht gut dein Drittel (36 Prozent) der deutschen Umfrageteilnehmer. Kongruent vergab jeder dritte Investor (33 Prozent) seinem Berater die Bestnote bei der Frage nach dessen Gebühren- und Honorartransparenz. Zwei von drei deutschen Investoren (65 Prozent) merkten an, dass ihnen dieser Aspekt für das Vertrauensverhältnis wichtig oder sehr wichtig sei. Als Berufsverband, der weltweit mehr als 170.000 Investmentprofis repräsentiert, ist das CFA Institute der Meinung, dass sich Anlageberater aktiv und verlässlich zu ethischen Regeln bekennen sollten.

Im internationalen Schnitt verlangen drei Viertel (75 Prozent) der Investoren dies von denjenigen, denen sie ihr Geld anvertrauen. In Deutschland sind es nur 60 Prozent. Dies ist nicht nur ein zentraler Vertrauens- und Glaubwürdigkeitsfaktor, sondern auch ein Recht, welches deutsche Anleger von Emittenten oder Vermittlern jederzeit einfordern dürfen.

Die Ergebnisse der CFA Institute-Umfrage deuten zudem darauf hin, dass der Einsatz neuer, innovativer Technologien dabei helfen könnte, Vertrauen in Investmentfirmen zusätzlich auf- beziehungsweise auszubauen. Dies bestätigen 73 Prozent der deutschen Investoren. Interessanterweise geht in diesem Zusammenhang auch eine deutliche Mehrheit der deutschen Investoren (72 Prozent) davon aus, dass die zunehmende Einbindung künstlicher Intelligenz (KI) entsprechende Mehrwerte schaffen könnte."

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