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CEO der NordLB warnt vor Risiken, sieht Deutsche-Hypo-Einbindung

Der NordLB-Chef deutet angesichts von Corona mehr Risikovorsorge an, will aber an den durch die Pandemie schwer getroffenen Bereichen Flugzeug- und Baufinanzierungen festhalten. Für die Immobilien-Tochter Deutsche Hypo kann er sich ieine engere Einbindung in den Mutterkonzern vorstellen.

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Thomas Bürkle, CEO der NordLB gibt Einblicke in seine Strategie
© NORD/LB

Bisher ist die NordLB laut Bürkle relativ glimpflich durch die Krise gekommen. „Die Kreditausfälle bei Firmenkunden sind überschaubar“, sagte er in einem Interview mit Bloomberg. Im Moment gebe es keinen signifikanten Wertberichtigungsbedarf. „Mir ist bewusst, dass das nicht so bleiben wird. Im Halbjahresergebnis tragen wir dem mit erhöhten Rückstellungen Rechnung.“ BaFin-Chef Felix Hufeld hatte die Branche vor kurzem vor Kreditausfällen bis ins nächste Jahr gewarnt.

Rückzug aus der Schiffsfinanzierung
Die NordLB will ihren Halbjahresbericht am 27. August vorlegen. In den ersten drei Monaten 2020 hatte sie noch netto 37 Millionen Euro an Risikovorsorge aufgelöst. Sie verwies dabei auf positive Effekte durch den Abbau des Schiffsfinanzierungsportfolios. Durch dieses war die NordLB angesichts vieler fauler Kredite einst in die Schieflage geraten. Jetzt zieht sie sich aus dem Segment zurück.

Flugzeug-Exposure
„Flugzeuge werden kein zweites Schiffe“, sagte Bürkle unter Verweis auf das starke Engagement der NordLB bei der Finanzierung von Maschinen und dem Einbruch der Passagierzahlen durch die Pandemie. Bei Schiffskrediten habe die Bank in der Spitze ein Portfolio von über 20 Milliarden Euro gehabt, bei Flugzeugen seien es derzeit weniger als fünf  Milliarden Euro. „Die Hälfte davon ist durch Landesgarantien oder Verbriefungstransaktionen abgesichert, sodass unser Netto-Exposure weniger als drei Milliarden Euro beträgt“, erklärte er. Bürkle zufolge wird die NordLB „mit Augenmaß“ an Flugzeugfinanzierungen festhalten.  Allerdings setze sie auf Risikoteilung. So will die Bank stärker als Co-Finanzierer am Markt auftreten.

Differenziertes Bild am Immobilienmarkt
Während das Neugeschäft bei Flugzeugen laut Bürkle derzeit nahezu zum Erliegen gekommen ist, zeige sich am Immobilienmarkt ein differenziertes Bild. Bei Hotels sehe die Bank einen starken Einbruch, der Wohnungsbau hingegen laufe unverändert gut. „Aber wir sind angesichts der aktuellen Lage selektiver und bei den Risikoparametern strenger“, sagte Bürkle.

Milliarden-Rettung
Mit Blick auf die Immobilientochter Deutsche Hypo kann er sich eine engere Einbindung in die NordLB vorstellen. „Das ist eine gut geführte Bank mit einem festen Platz im Konzern“, sagte er. Letztlich sei das aber eine Entscheidung der Träger. Aufsichtsratschef Reinhold Hilbers hatte Anfang des Jahres im Bloomberg-Interview zur Deutschen Hypo gesagt: “Denkbar ist unter anderem, sie in die NordLB einzugliedern oder das Geschäft künftig mit einem Partner zu betreiben”.

Trotz Coronakrise hält die NordLB weiter an ihren Zielen für 2024 fest
Dazu zählen eine Eigenkapitalrendite von sieben Prozent und eine Kosten-Ertragsquote von unter 50 Prozent. „Bei einer längeren Rezession wird es aber natürlich schwieriger, sie zu erreichen“, gestand Bürkle ein. Im vergangenen Jahr war die Bank mit einem 3,6 Milliarden Euro schweren Rettungspaket gestützt worden.

Fitch ist skeptisch
Fitch Ratings hatte im Februar und damit noch vor der Coronakrise in Deutschland vor „schwachen Rentabilitätsaussichten“ bei der NordLB gewarnt. Angesichts von Zinsdruck und mauem wirtschaftlichen Umfeld auf dem Heimatmarkt sei es “signifikant” herausfordernd, die geplante Netto-Eigenkapitalrendite von sieben Prozent im Jahr 2024 zu erreichen, hieß es damals.

Wie schwierig das Geschäftsumfeld für Regionalbanken derzeit ist, zeigte erst am Dienstag die österreichische Bawag Group. Sie bildete im ersten Halbjahr zusätzliche Risikovorsorgen von insgesamt rund 65 Millionen Euro im Zusammenhang mit Covid-19-Effekten. (kb)

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