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Causa Haywood: Ex-Kollege schwärzte GAMs Tim Haywood an

GAM-Fondsmanager Tim Haywood wurde wegen eines internen Whistleblowers suspendiert. Dieser hat Verfehlungen des Anleihemanagers gegen interne Richtlinie gemeldet. Einen entsprechenden Bericht des Branchenportals "Finews" bestätigte GAM nun.

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© stokkete / stock.adobe.com

Der Schleier um die Auslöser für die überraschende Beurlaubung von GAM-Fondsmanager Tim Haywood wegen Verstößen gegen interne Vorschriften und die folgende Liquidierung der von ihm verantworteten milliardenschweren Anleihenfonds lüftet sich immer weiter.

Nachdem die Nachrichtenagentur Bloomberg über Haywoods Investments in weithin illiquide Schuldpapiere von Firmen des indisch-britischen Unternehmers Sanjeev Gupta berichtete, meldete das Branchenportal "Finews.ch", dass es einen internen Whistleblower aus Haywoods unmmittelbarem Umfeld gab: Bei dem Anonymus handelt es sich um einen seiner Co-Manager, der mit seinen Hinweisen die schlussendliche Suspendierung Haywoods auslöste. GAM hat entsprechende Recherchen des in Zürich ansässigen Portals bestätigt. 

Laut Finews arbeiteten die beiden Manager lange Jahre hervorragend zusammen. Haywood wird als extrovertierter und risikofreudiger Fondsmanager beschrieben. Sein Kollege sei derjenige gewesen, der die "Rolle des Bedenkenträgers" ausfüllte und zur Vorsicht mahnte. Das habe lange Zeit gut funktioniert, die im Tandem verwalteten Fonds mit einer Absolut-Return-Strategie mit uneingeschränktem Anlageansatz (ARBF) erwirtschaften für den Schweizer Vermögensverwalter in einem gut laufenden Quartal über zehn Millionen Franken an Performancegebühren. Von diesen erhielten die beiden Manager einen Erfolgsanteil.

Wer ist der Whistleblower?
Im November 2017 hatte der besagte Co-Manager dann allerdings die GAM-Leitung intern auf fortwährendes Fehlverhalten Haywoods aufmerksam gemacht: Es waren die erwähnten Käufe der Anleihen von Guptas Firmen, die Haywoods Kollegen dazu brachten, ihn "anzuschwärzen", wie Finews unter Berufung auf mit der Materie vertraute Personen berichtet.

Damit habe sich das Liquiditätsrisiko in den Portfolios erhöht, wenngleich es im vorgegebenen Rahmen geblieben sei. GAM hat immer wieder betont, dass Haywood nicht gegen hauseigene Anlagerichtlinien verstoßen hat. In der Folge startete das Unternehmen Ende 2017 dennoch eine interne Untersuchung. Im März soll sich Haywoods bisheriger Partner zusätzlich an die britische Finanzaufsicht FCA gewandt haben, nachdem sich die beiden offenbar zerstritten hatten. GAM dehnte die Untersuchung daraufhin aus. 

Finews nennt den Namen des Co-Managers nicht. Allerdings kann es sich aufgrund der im Artikel gestreuten Hinweise nur um Daniel Sheard handeln: "Doch was geschah mit seinem Co-Manager, der seit 2006 mit Haywood zusammenarbeitete; zunächst bei Julius Bär, dann nach einem Management-Buyout bei Augustus und schließlich bei GAM?", orakelt der Branchendienst. Die genannten Karrierestationen stimmen exakt mit Sheards Biografie überein, ebenso mit der Anmerkung von Finews, dass der Co-Manager bei der Meldung von Haywoods Beurlaubung erwähnt wurde: "Er sei nicht mehr in der Verwaltung der ARBF-Portfolios involviert, verwalte aber weiterhin andere Portfolios im Fixed-Income-Bereich." Auch dese Anmerkung trifft so auf Sheard  zu.

GAM erklärt sich
In einer Aussendung äußert sich GAM zu dem Artikel: "In Einklang mit ihren etablierten internen Prozessen hat GAM diese Hinweise sehr ernst genommen und gleichzeitig sichergestellt, dass die Existenz und die Identität des Whistleblowers geschützt werden. GAM beabsichtigt, dem Whistleblower auch weiterhin alle angezeigten Schutzmaßnahmen zukommen zu lassen. Im November 2017 leitete GAM eine von unabhängigen externen Experten unterstützte interne Untersuchung ein. Im März 2018 ergänzte der Whistleblower seine anfänglichen Hinweise und nahm Kontakt mit der britischen Financial Conduct Authority (FCA) auf, während er gleichzeitig das Unternehmen informiert hielt", schreibt der Schweizer Asset Manger.
 
Ferner habe sich die interne Untersuchung mit der Aufdeckung zusätzlicher Fakten und Umstände weiter entwickelt und diverse potenzielle Verfehlungen identifiziert, die insgesamt zur Entscheidung führten, Haywood zu suspendieren. "Wie schon früher kommuniziert, finden in diesem Zusammenhang keine Untersuchungen gegen andere Mitarbeiter statt, und es wurden keinerlei Anhaltspunkte gefunden, die solche angezeigt erscheinen liessen. Das interne Disziplinarverfahren in Bezug auf den suspendierten Investment Director ist noch im Gange", heißt es weiter. (jb)

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