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Capital Group: Wo trotz steigender Rohstoffpreise Chancen bestehen

Für Peter Becker, Fixed Income Director bei Capital Group, sind gerade jetzt Frontiermärkte für institutionelle Investoren eine interessante Anlageregion. Das liegt aber nicht nur an den hohen Rohstoffpreisen, die diesen Ländern in die Hände spielen.

Peter Becker, Fixed Income Investment Director bei der Capital Group
Peter Becker, Capital Group
© Capital Group

Für viele Großanleger sind Frontiermärkte wie etwa Nigeria, Angola, Gabun und Kamerun noch relativ unerforscht. Informierten Anlegern können sie jedoch interessante Chance bieten, meint Peter Becker, Fixed Income Director bei Capital Group, in einer „Institutional Money“ exklusiv vorliegenden Analyse.

Investments abseits der großen Weltbörsen
So bieten Frontiermärkte Becker zufolge nicht nur eine höhere Rendite, sondern auch eine gute Diversifizierung: In der Vergangenheit haben sie nur gering mit den Industrie- und Schwellenländern korreliert. Auch die Korrelation zwischen den einzelnen Volkswirtschaften der Frontiermärkte sei niedrig. „Das liegt zum einen daran, dass Wertpapiere meist von inländischen Anlegern gekauft werden. Zum anderen sind Frontiermärkte in der Regel nicht in den klassischen Emerging Market Indizes vertreten und werden daher meist nicht in passiven Anlageprodukten gehalten“, merkt Becker an.

Ein aktiver fundamentaler Ansatz ist für Investitionen in diese Märkte von entscheidender Bedeutung, da die Volkswirtschaften der Frontiermärkte in der Regel große Unterschiede aufweisen und verschiedene Anlagechancen bieten. „Investitionen werden eher durch die politische oder wirtschaftliche Situation im Inland als durch globale Ereignisse beeinflusst. So dürfte beispielsweise ein Wechsel des politischen Regimes in Ägypten kaum Auswirkungen auf die Aussichten anderer Länder haben“, ergänzt Becker.

Rohstoffpreise geben den Takt an
Eine wichtige treibende Kraft in den Frontiermärkten ist derzeit der Anstieg der Rohstoffpreise infolge des russischen Krieges gegen die Ukraine. Während dieser eine humanitäre Krise und einen erheblichen negativen Angebotsschock für die Weltwirtschaft darstellt, hat er unterschiedliche Auswirkungen auf die Ökonomien der Frontiermärkte, von denen viele Rohstoffexporteure sind.

Den Exporteuren dürften die höheren Rohstoffpreisen grosso modo zugutekommen. Ihre Terms of Trade dürften sich verbessern, was sich wiederrum positiv auf die Außenhandelsbilanz durchschlagen wird. Die Auswirkungen auf die Inflation könnten jedoch ebenfalls erheblich sein, merkt Becker an. Die Frontiermärkte haben im Vergleich zu den Industrieländern einen hohen Anteil an Nahrungsmitteln und Energie in ihren Verbraucherpreisindex-Warenkörben. Anhaltend hohe Rohstoffpreise könnten damit die soziale Stabilität gefährden. Für einige der großen Ölexporteure in den Frontierländern ist dies weniger ein Problem, da sie von höheren Steuereinnahmen profitieren, die sie für Subventionen verwenden können.

Ölproduktion wird hochgefahren
Nigeria und Angola zum Beispiel sind die größten Erdölexporteure Afrikas. Obwohl beide Länder zu Beginn Probleme hatten, ihre Ölproduktion hochzufahren, dürften sie nun dennoch einen Anstieg ihrer Leistungsbilanzüberschüsse verzeichnen. Aber auch die Inflation ist in beiden Ländern hoch. In Nigeria etwa gibt es zwar hohe Treibstoffsubventionen, die die Auswirkungen auf die Inflation begrenzen, aber gleichzeitig auch die Verbesserung des Haushaltssaldos untergraben, erinnert Becker.

Sambia dürfte von den hohen Kupferpreisen profitieren, obwohl die hohen Öl- und Lebensmittelpreise die Inflation befeuern werden. Das Land ist außerdem in eine komplexe Umschuldung verwickelt, um die Zahlungsunfähigkeit seiner Staatsschulden auszugleichen.

Viele Rohstoffimporteure haben unterdessen mit Problemen zu kämpfen. Pakistan etwa geriet bereits in Bedrängnis als die Wirtschaft sich langsam von der Corona-Pandemie zu erholen begann. Nun macht sich im Vorfeld der Wahlen im kommenden Jahr Reformmüdigkeit breit. Diese Probleme werden durch die steigenden Ölpreise noch verschärft. Ägypten hingegen ist vor allem durch seine hohen Getreideeinfuhren und Abhängigkeit von russischen und ukrainischen Touristen anfällig.

„Sollte der Krieg in der Ukraine beigelegt werden und sich die Rohstoffpreise infolgedessen stabilisieren, dürften wir eine Rückkehr zu den längerfristigen Treibkräften der Frontiermärkte erleben. Die Wachstumsmotoren wie Benin und Äthiopien, aber auch diversifiziertere und reichere Länder wie der Senegal, die Elfenbeinküste und Kenia dürften dann weiterhin hohe strukturelle Wachstumsraten verzeichnen“, erklärt Becker abschließend. (aa)


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