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Capital Group: Macht die Globalisierung Top-Down-Ansätze obsolet?

Nach Ansicht von David Polak, Investmentdirektor Aktien bei Capital Group, verlieren länderspezifische Faktoren für die Aktienkursentwicklung an Bedeutung. Das gilt immer mehr auch für die Schwellenländer, deren Unternehmen auf den Weltmärkten reüssieren.

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© the_lightwriter / stock.adobe.com

Institutionelle Investoren sollten bei ihren Engagements in den Emerging Markets auch auf die Art, wie ihre mandatierten Asset Manager Exposure eingehen, achten. „Einzelwerte sind heute wichtiger denn je – auch in Schwellenländern“, meint David Polak, Investmentdirektor Aktien bei Capital Group, einer der vielen Sponsoren am 13. Institutional Money Kongress Ende 2020 in Wiesbaden. Länderspezifische Themen hätten zwar noch immer Auswirkungen auf Unternehmensgewinne, führende Firmen könnten sich jedoch gegen diese behaupten.

Diversifikationsüberlegungen auf den Prüfstand stellen
„Früher waren Emerging-Market-Anlagen vergleichsweise neu, und die Konjunktur eines Landes bestimmte die Erträge der ansässigen Unternehmen“, so Polak. Folglich sei es in diesen Zeiten auch noch einfacher gewesen, sein Geld diversifiziert anzulegen. Investoren hätten ihre Aktienportfolios einfach auf Regionen aufteilen können. Durch die Globalisierung habe dieser Ansatz jedoch an Bedeutung verloren.

Eine Studie von Empirical Research Partners verdeutlicht, wie entscheidend die Regionen lange Zeit waren: So seien im Jahr 1992 die meisten Schwellenländerunternehmen abhängig von ihrer Sektor- und Länderzugehörigkeit gewesen. Der Studie zufolge hätten nur 36 Prozent der Erträge in Zusammenhang mit dem Unternehmen selbst gestanden.

Nicht alles über einen Kamm scheren
„Die Emerging-Market-Unternehmen wurden als Einheit angesehen, als wachstumsstärkere, aber auch risikoreichere Titel. Das hat sich geändert“, so Polak. Grund dafür sei, dass sich einige der Unternehmen aus den Emerging Markets heutzutage erfolgreich am Weltmarkt etabliert hätten. Folglich ließen sich heute 65 Prozent der Aktienerträge von Schwellenländerunternehmen durch unternehmensspezifische Faktoren erklären. „In den Industrieländern ist der Anteil genauso hoch“, sagt Polak.

Folglich rät er: „Egal, wo Sie investieren: Auf die Fundamentaldaten kommt es an.“ Einzelwertanalysen könnten den Unterschied zwischen einer Anlage in ein Unternehmen, das sich der Konjunktur geschlagen geben muss und einem Unternehmen, das zur nächsten Wachstumsstory wird, machen.

Schwellenländeranleihen noch immer attraktiver
Insgesamt scheine sich die Konjunktur in den Emerging Markets darüber hinaus aber langsam auch wieder zu stabilisieren, meint Jeremy Cunningham, Fixed Income Investment Director bei Capital Group. So seien viele länderspezifische Risiken zurückgegangen, beispielsweise in Argentinien, Brasilien oder der Türkei. Generell böten Emerging-Market-Anleihen (vor allem Lokalwährungs-Staatsanleihen) einen sehr guten Ausgleich für ihre Risiken.

„Auch wenn die Realrenditen zurückgegangen sind, bleiben sie gemessen an den Renditen der Industrieländer attraktiv – denn die Inflation ist meist niedrig, und die Nominalzinsen sind recht hoch“, sagt Cunningham. Die Währungen der Schwellenländer sollten von ihrer früheren Abwertung, der geringeren Abhängigkeit von ausländischem Kapital und den zahlreichen Emissionen von Lokalwährungspapieren profitieren. Ebenso dürfte die weltweit expansive Geldpolitik der Assetklasse nützen. Risikofaktoren wären hingegen eine mögliche Rezession in den USA sowie ein Abbruch der Handelsgespräche zwischen den USA und China. (aa)

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