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Capital Group: Lokalwährungen so billig wie noch nie seit Indexstart

Laut Jeremy Cunningham von der Capital Group sprechen nicht nur das fundamentale Umfeld, sondern insbesondere eine rekordverdächtige Unterbewertung für Schwellenländerlokalwährungsanleihen. Insbesondere drei Währungen gelten als besonders billig.

Jeremy Cunningham von der Capital Group
Jeremy Cunningham von der Capital Group ist optimistisch gestimmt für EM-Lokalwährungsanleihen.

 
© Capital Group

Investoren sollten nach der schwachen Performance im vergangenen Jahr Lokalwährungsanleihen erneut eine Chance geben und entsprechend Gelder allokieren. Diese Empfehlung spricht Jeremy Cunningham, Investmentexperte bei Capital Group, in einer aktuellen Markteinschätzung aus.

Ausverkauf schafft günstige Einstiegskurse
„Das vergangene Jahr war für Emerging-Market-Investoren alles andere als einfach. Lokalwährungsanleihen gaben von Ende Januar 2018 bis zum Jahresende in US-Dollar gerechnet 10,2 Prozent nach“, so der Capital Group-Mann. Cunningham zufolge sei derzeit aber ein guter Einstiegszeitpunkt für Investoren. Unter anderem deute ein fundamentales Wechselkursmodell auf attraktive Bewertungen der Währungen hin.
  
Positiv für die Emerging Markets sei Cunningham zufolge auch die Zinsentwicklung bei Green Back: „In der Vergangenheit haben höhere US-Zinsen den Emerging Markets meist geschadet. Zwar sind diese heute weniger von US-Dollarfinanzierungen abhängig, dennoch hatten die steigenden Zinsen für Schwellenländertitel 2018 negative Folgen.“ Aufgrund des Statements der Fed im Januar 2019 seien aber erst einmal keine Zinsanstiege zu erwarten. Auch China habe die Kreditbedingungen gelockert und pumpe so neue Liquidität in die Wirtschaft. Viele andere Emerging Markets stünden hingegen noch am Anfang oder in der Mitte ihrer Konjunkturzyklen.
 
Der Welthandel sei ebenso ein wichtiger Faktor für die Emerging Markets. Die großen Volkswirtschaften hätten im vergangenen Jahr versucht, ihn nach ihren Vorstellungen zu verändern. Mittlerweile habe sich die Situation jedoch wieder entspannt. Insbesondere die Handelsgespräche zwischen China und den USA hätten Fortschritte gemacht. Beispielsweise sei der 25-prozentige Zoll auf chinesische Importe ausgesetzt worden.
 
Ist ein hoher oder ein niedriger Ölpreis besser?
Wenig eindeutig sei die Bedeutung des Ölpreises für Emerging Markets zu bewerten. „Die Ölpreisentwicklung ist für die Emerging Markets Fluch und Segen zugleich. Manche profitieren von teurerem Öl, andere leiden darunter“, analysiert Cunningham.

Gleichermaßen individuell müsse man binnenkonjunkturelle und innenpolitische Entwicklungen bewerten. Diese seien für Schwellenländer zentral. „Wenn die Investoren erwarten, dass sich ein Land intensiv um Reformen bemüht, kann dies selbst bei einem schwierigen Weltwirtschaftsumfeld für Mehrertrag sorgen“, so Cunningham. Doch auch potenzielle politische Risiken, wie mögliche Sanktionen gegen Russland, Haushaltsprobleme in Südafrika und die bevorstehenden Wahlen in Indonesien, Südafrika sowie die gegenwärtig stattfindende Parlamentswahl in Indien, sollten Cunningham zufolge im Auge behalten werden.
 
Capital Group-Modell „FEVER“ rät zum Kauf

„Viele Lokalwährungs-Staatsanleihen sind attraktiv bewertet, wobei Währungen vor allem mittelfristig interessant erscheinen“, analysiert Cunningham. Diese Einschätzung basiere auf einem eigenen fundamentalen Wechselkursmodell. Diesem folgend, hänge der faire Wert einer Währung von der langfristigen Entwicklung der Verbraucherpreise und der relativen Preisentwicklung nicht handelbarer Güter gegenüber handelbaren Gütern in den einzelnen Ländern ab.

Ergebnis dieses Fundamental Equilibrium Value Exchange Rates Modells, kurz FEVER, ist, dass der US-Dollar überbewertet sei und dass das amerikanische Doppeldefizit am Ende zu einer schwächeren Außenbilanz der USA führe. Dies würde dann auch zu einer Abwertung der amerikanischen Währung führen.

Local Emerging Market Debt billig wie noch nie
Dahingegen unterbewertet seien Lokalwährungen aus Schwellenländern. Das fundamentale Umfeld sei gut und die Währungen zurzeit so niedrig bewertet wie noch nie seit Auflegung des Lokalwährungsanleihenindex JPMorgan GBI-EM Global Diversified.

Beispiele dafür seien die türkische Lira, der kolumbianische Peso oder das brasilianische Real. „Diese Währungen sind nach dem FEVER-Modell um mindestens 20 Prozent unterbewertet“, sagt Cunningham. „Zeitgleich bieten die meisten Emerging-Market-Währungen einen Zinsvorsprung.“ (aa)
 

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