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Capital Group: Fundamentaldaten wichtiger als America First-Rhetorik

Bei Schwellenländeranleihen dürften die positiven Faktoren trotz einer anhaltenden „America First“-Rhetorik für Aufschwung sorgen.

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Während die Wahl von Donald Trump US-Aktien und andere Dividendenwerte weltweit nach oben hievten, sieht die Sache bei Schwellenländeranleihen anders aus. Mit den Wahlen in den USA ist der jüngste Optimismus für Emerging-Market-Anleihen zum Teil wieder verflogen, doch: „Manche Gründe für die jüngste Erholung der Schwellenländeranleihen könnten dauerhafter sein als der Marktkonsens erwartet.“ Dieser Meinung vertritt Eric Delomier, Investmentexperte für Anleihen bei Capital Group, in einem aktuellen Kommentar.

Insbesondere vier Faktoren seien für den Aufschwung ausschlaggebend gewesen: Die Stabilisierung der Rohstoffpreise, die schwächere Aufwertung des US-Dollar, die niedrigen Renditen in Industrieländern sowie die Wirtschaftsreformen in Schwellenländern. „Einige dieser Faktoren dürften trotz der protektionistischen Wahlversprechen Trumps und der weltpolitischen Unsicherheit weiterhin als Treiber fungieren“, so der Experte.

„Die Rohstoffpreise sind aufgrund einer höheren Nachfrage und dem Beschluss der OPEC, weniger Öl zu fördern, gestiegen“, sagt Delomier. Auch Trumps Pläne für eine expansive Fiskalpolitik und dass daraus resultierende beschleunigte Wirtschaftswachstum könne für einen weiteren Anstieg der Rohstoffpreise sorgen. „Eine solche Entwicklung wäre positiv für Schwellenmarktanleihen, da diese insgesamt von höheren Rohstoffpreisen profitieren“, analysiert er.

Zudem glaubt Delomier, dass die Entwicklung des US-Dollar den Emerging Markets Rückenwind geben wird: „Aktuell gehen wir davon aus, dass der US-Dollar langsamer aufwerten wird als in den vergangenen Jahren. Eine solche langsamere Aufwertung – oder gar eine Abwertung – wäre definitiv von Vorteil für Emerging-Market-Titel.“

Attraktive Realrenditen
Vergleiche man die Realrenditen würden die Schwellenländer zudem auch erheblich attraktiver dastehen als viele Industrieländer. „Die Realrenditen von Emerging Markets sind hoch und erzeugen zusammen mit einer stabilen Inflation attraktive Lokalwährungsrenditen – und das in einer Zeit, in der die Realrenditen vieler Industrienationen negativ sind“, so Delomier.

Auch schlügen viele Schwellenländer mit ihren Strukturreformen eine gute Richtung ein. „Im letzten Jahrzehnt war die Wirtschaftspolitik vieler Schwellenländer wenig nachhaltig. Darunter hat die Wettbewerbsfähigkeit gelitten. Zuletzt war die Politik aber zu Strukturreformen bereit“, erläutert der Experte. (aa)

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