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Buy-Now-Pay-Later Firmen fordern Visa & Co heraus: Disruptionsgefahr?

MasterCard und Visa, sind die beiden weltweit größten Zahlungsnetzwerke für Kredit-, Debit- und Prepaid-Karten und gute Beispiele für Plattformunternehmen, bei denen die führenden Unternehmen in der Regel den größten Teil des Marktes erobern. Droht ihnen nun von Klarna & Co Gefahr?

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Anders Tandberg-Johansen, Lead Portfoliomanager des DNB Technology Fund
© DNB Asset Management

MasterCard und Visa haben zusammen einen Marktanteil von 90 Prozent (ohne China) mit ihren Zahlungsnetzwerken. Weder Visa noch MasterCard geben Karten direkt an Verbraucher aus. Es ist das ausgebende Finanzinstitut, das die Bedingungen für die Bezahlkarten festlegt, einschließlich der Gebühren, Prämien und anderer Merkmale.

Droht diesen Plattformgiganten gar eine Zerstörung ihres Geschäftsmodells?Beide Kreditkartenunternehmen profitieren von der Wiederbelebung der Wirtschaft und der zunehmenden grenzüberschreitenden Geschäftstätigkeit. Beide Aktien sind seit den Tiefstständen des letzten Jahres um mehr als 60 Prozent gestiegen. In diesem Jahr war die Entwicklung der Aktienkurse jedoch gedämpft. Hierfür gibt es einige Gründe. Viele Anleger haben MasterCard und Visa verkauft, um in Erwartung steigender Zinsen Banktitel zu kaufen. Und viele Tech-Anleger haben sie veräußert, um in Fintech-Titel einzusteigen. Die Delta-Variante war ein weiterer Grund, da die Anleger aufgrund von Verzögerungen bei der Wiedereröffnung beunruhigt waren. "Unserer Ansicht nach mag die Delta-Variante die Öffnung der Wirtschaftsräume verzögert haben, sie hat jedoch nichts an unserer positiven Einschätzung der Unternehmen geändert. Visa hat kürzlich sogar angedeutet, dass sich das grenzüberschreitende Geschäft weiter verbessert", merkt Anders Tandberg-Johansen, Lead Portfoliomanager des DNB Technology Fund, an.

BNPL-Firmen als Herausforderer
Eine Sorge besteht zudem darin, dass die BNPL-Unternehmen (buy now, pay later) das Duopol von MasterCard und Visa herausfordern. Die BNPL-Geschäfte sind während der Pandemie explodiert. Sie werden von einigen als "die Zukunft des Finanzwesens der Millennials" bezeichnet und haben bei den unter 30-Jährigen und denjenigen mit knappen Finanzen zunehmend Anklang gefunden. Anders Tandberg-Johansen sagt dazu: "Unternehmen wie Affirm, das australische Unternehmen Afterpay und das schwedische Unternehmen Klarna bieten Zahlungspläne an, bei denen man jetzt kauft und später bezahlt. Zwar gibt es bei jedem Plan Unterschiede - von der Anzahl der Zahlungen bis hin zu den spezifischen Bedingungen -, doch die wichtigste Gemeinsamkeit ist das Versprechen einer Handvoll gleichmäßiger Zahlungen über einen relativ kurzen Zeitraum, ohne versteckte Gebühren. Häufig sind die Pläne zinsfrei. Kurzfristig werden sich die Auswirkungen von BNPL für MasterCard und Visa durch ein höheres Volumen in ihren Vertriebsnetzen und höhere Gebühren sogar positiv auswirken."

Viele BNPL-Anbieter arbeiten mit den Zahlungsnetzen zusammen
So ist die Debitkarte von Affirm eine Kooperation mit Visa. Auch MasterCard hat kürzlich sein eigenes BNPL-Produkt eingeführt. Werden die BNPL-Unternehmen in der Lage sein, die Netzwerke der Zahlungsunternehmen auf Dauer zu umgehen? "Das bleibt abzuwarten, aber selbst, wenn dies geschieht, wird es nicht so bald geschehen“,.meint Anders Tandberg-Johansen. (kb)

 

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