Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:

News Übersicht

| Märkte
twitterlinkedInXING

Britische Notenbanker in der Zwickmühle: Droht gar Stagflation?

Die Inflation scheint weniger temporär zu sein als allgemein erwartet. In Großbritannien könnte die Teuerung auf sechs Prozent zusteuern, und das bei einer Verlangsamung des Wachstums. Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management, warnt vor Stagflation.

Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management
Mark Dowding, Chief Investment Officer bei BlueBay Asset Management
© Hemmerich / Institutional Money

"Die Zentralbanker gehen weiterhin davon aus, dass der Preisdruck mit dem Ende der Angebotsengpässe nachlassen wird. Es scheint aber immer fraglicher, ob dies vor Mitte 2022 eintritt. In der Zwischenzeit besteht die Gefahr, dass die Inflationserwartungen steigen. Höhere Renditen von US-Staatsanleihen haben weltweit für einen Aufwärtstrend gesorgt. Im Vereinigten Königreich ging dies mit wachsenden Stagflationsängsten einher", so die Analyse von Mark Dowding, CIO bei BlueBay Asset Management.

Energiekosten auf der Insel steigen weiterhin sprunghaft an
Die Wiederbelebung der Wirtschaft in Kombination mit dem Bestreben, Kohlenstoffemissionen zu verringern, hat zu einer starken Nachfrage nach Gas geführt. Unterdessen führen chronische Probleme in der Versorgungskette weiterhin zu schweren Engpässen in der Wirtschaft. Vergangene Woche kam es zu langen Warteschlangen an den Tankstellen; auch in den Geschäften sind die Regale vielerorts leer. Denn die Brexit-Auswirkungen verstärken die weltweit zu beobachtenden coronabedingten Versorgungsprobleme zusätzlich.

Inflation wird wohl weiter steigen
Mark Dowding dazu: "Wir gehen daher davon aus, dass sich die Inflation im Vereinigten Königreich in den kommenden Monaten auf sechs Prozent zu bewegen wird. Außerdem erwarten wir eine Verlangsamung des Wachstums, da höhere Energiepreise auf die Verbraucher wie eine Steuer wirken." Dies gebe Anlass zur Sorge über den Fluch der Stagflation. Die politischen Entscheidungsträger in Westminster und bei der Bank of England (BoE) scheinen ratlos zu sein, wie sie darauf reagieren sollen.

Ratlose Politiker und Notenbanker in der Zwickmühle
Eine ausbleibende Zinserhöhung könnte die Inflationserwartungen nach oben treiben. "Eine Anhebung über ein Prozent hinaus könnte jedoch leicht einen Zusammenbruch des britischen Immobilienmarktes auslösen und die Wirtschaft in eine Rezession stürzen. Die Verantwortlichen sind also in der Zwickmühle", sagt Dowding. "Bislang hat die BoE in Bezug auf die Zinssätze eine restriktive Haltung eingenommen, was dazu geführt hat, dass sich die Renditen im Vereinigten Königreich schwächer entwickelt haben. Interessanterweise geriet das Pfund Sterling aber unter Druck. Denn die Marktteilnehmer sind der Meinung, dass eine Zinserhöhung bei nachlassendem Wachstum einer Währung selten zugutekommt.“ (kb)

 

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren