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Bonham Carter, Jupiter Asset Management: "Fusionen bringen nichts"

In der Fondsindustrie hat eine Konsolidierung eingesetzt. Mehrere große Asset Manager gehen zusammen. Jupiter-AM-Vize-Aufsichtsratschef Edward Bonham Carter bezweifelt den grundsätzlichen Nutzen solcher Fusionen – für sein Haus hält er aber Übernahmen für möglich.

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Edward Bonham Carter, Jupiter AM: "Wo liegt der Nutzen einer Fusion für die Kunden? Ich vermag keinen zu erkennen."
© Jupiter AM

Amundi schluckt Pioneer, Janus geht mit Henderson zusammen, Aberdeen schmiedet einen Bund mit Standard Life: Beobachter hatten schon lange eine Konsolidierung in der Fondsbranche angekündigt, nun hat sie eingesetzt. Die Asset Manager wollen durch Zusammenschlüsse die kritische Größe erlangen, um im härter werdenden Wettbewerb um Kunden und Margen zu bestehen und dem steigenden Kostendruck mittels Skaleneffekten entgegenzuwirken.

Doch den Kunden der Fondsgesellschaften bringen solche Fusionen nichts. Das sagte Edward Bonham Carter, Vize-Aufsichtsratschef des Anbieters Jupiter AM, auf einer Veranstaltung in Frankfurt. "Sicherlich bringen Fusionen einen gewissen Effekt bei den Kosten und der Vertriebs- und Produktbandbreite", sagte Bonham Carter, der bis 2014 Vorstandschef des britischen Hauses war. "Doch wo liegt der Nutzen einer Fusion für die Kunden? Ich vermag keinen zu erkennen."

Veranstaltungshinweis: Jupiter Asset Management ist als Sponsor am 11. Institutional Money Kongress vertreten, der am 27. und 28. Februar 2018 im Frankfurter Congress Center stattfindet. Welchen Workshop das britische Investmenthaus hält, erfahren Sie HIER. Eine Anmeldung zum Institutional Money Kongress ist HIER möglich.

Größe bringt Komplexität
Vielmehr könne Größe zum Hindernis werden. Schwillt etwa das Volumen eines Fonds an, sackt oftmals die Rendite ab. Auch für die Anbieter selbst sei Größe nicht unbedingt ein Qualitätsmerkmal. "Damit steigt die Komplexität", sagte Bonham Carter. "Bei Jupiter versuchen wir, die Strukturen einfach und simpel zu halten." So wolle sein Haus allenfalls Teams abwerben oder kleinere Anbieter, etwa Boutiquen, übernehmen. "Grundsätzlich wollen wir organisch wachsen", betonte Bonham Carter.

Dass Jupiter AM dereinst selbst zum Ziel einer Übernahme wird, vermochte der ehemalige Fondsmanager nicht gänzlich auszuschließen. "Man sollte niemals nie sagen", so Bonham Carter. "Wir sind eine börsennotierte Gesellschaft. Wenn uns eine Kaufofferte unterbreitet wird, ist das Management verpflichtet, diese zu prüfen." Damit die Geschäftsleitung einer Offerte zustimme, müsse diese den Kunden aber einen Mehrwert bieten, ergänzte der Aufseher.

Wert bei feindlicher Übernahme vernichtet
Er könne sich jedoch nicht vorstellen, dass ein Interessent Jupiter gegen den Willen des Managements und der Mitarbeiter übernehmen wolle. Die Börsenbewertung von Asset Managern speise sich zu einem erheblichen Teil aus immateriellen Werten. Bei einem feindlichen Übernahmeversuch wären diese praktisch ausgelöscht. "So eine Vorgehen wäre daher sehr merkwürdig", erläuterte Bonham Carter.

Derzeit beträgt die Marktkapitalisierung des Hauses rund drei Milliarden Euro. Rund 15 Prozent des Unternehmens liegen in Händen der Mitarbeiter. Diese hatten Jupiter AM 2007 der Commerzbank abgekauft und 2010 an die Londoner Börse gebracht. Zehn Prozent der Aktien liegen beim Investmenthaus Silchester, rund acht Prozent bei Baillie Gifford. Weitere Anteilseigner sind M&G, Legal & General sowie Invesco, Blackrock oder Vanguard. (ert/aa)

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