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Böser Verdacht: Kann man sich einen Platz im Index erkaufen?

Eine Studie legt nahe, dass der Indexanbieter S&P Dow Jones bei den Aufnahmeentscheidungen für sein Prestigebarometer nicht neutral vorgeht. Der Vorwurf der Bestechlichkeit steht im Raum.

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© foto_tech

Nicht einmal 70 Prozent der zuletzt in den US-Leitindex S&P 500 aufgestiegenen Unternehmen erfüllen dessen Aufnahmekriterien. Das zeigt ein dreiköpfiges Forscherteam des National Bureau of Economic Research in einer "Is Stock Index Membership for Sale?" betitelten Studie. "Und das, obwohl an den US-Börsen stets genug Firmen existierten, die alle Kriterien der S&P-Indexmacher ohne Probleme erfüllt hätten", kommentiert die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). 

Damit nicht genug: Die Zeitung weist darauf hin, dass es womöglich einen Zusammenhang zwischen S&P-Index-Aufsteigern und deren Bestellfreude bezüglich Bonitätsnoten gibt. Viele der Indexanwärter schienen zuletzt verstärkt Anleihe-Ratings bei der Ratingagentur Standard & Poor‘s zu kaufen, einer Schwester des Indexanbieters unter dem Dach des Konzerns S&P Global. "Ein Schelm, wer da Böses denkt", schreibt die SZ. Auch andere Anbieter müssen sich Intransparenz bei der Bestückung ihrer Kurswegweiser gefallen lassen: So gaben Finanzexperten in einer Umfrage des Indexanbieters FTSE Russell zu Protokoll, sie wollten keine Titel in Prestigeindizes haben, die Aktionären zusammen weniger als 25 Prozent der Stimmrechte einräumen. Statt den Ergebnissen der Befragung zu folgen, drückte FTSE Russell diese Mitsprachequote bei seinen Indizes willkürlich auf fünf Prozent, stellt die SZ fest. 

Wer drin ist, ist in
Für Unternehmen stellt die Aufnahme in einen der großen Indizes wie den S&P 500, den deutschen Leitindex Dax oder den MSCI World einen enormen Prestigegewinn dar. Darüber hinaus sind die Kursbarometer Wegweiser für Billionensummen geworden. Viele Anleger dürften den renommierten Indizes mehr oder weniger blind vertrauen und ihr Kapital ähnlich allokieren. Sollten die geheimen Machenschaften der Index-Bastler überhandnehmen, verspielen sie damit ebenjenes Vertrauen und damit ihr wichtigstes Kapital, resümiert der SZ-Autor. (fp)

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