Das Fachmagazin für institutionelle Investoren

Geben Sie Ihren Benutzernamen und Ihr Passwort ein, um sich an der Website anzumelden:
Ad

Low-Touch-Komprimierung

Der anhaltende Druck durch Verschuldungsquoten, Bestimmungen für G-SIBs und begrenzte betriebliche Ressourcen zwingt Banken dazu, nach zunehmend ausgeklügelten Komprimierungslösungen zu suchen.

Anzeige
| Theorie
twitterlinkedInXING

Behavioral-Finance-Experte unterzieht Börsenweisheiten Realitäts-Check

Sprichwörter und Weisheiten gibt es wie Sand am Meer – auch an der Börse. Was an "Sell in May" und anderen Aphorismen wirklich dran ist.

weisheit.jpg
© wsf-f / stock.adobe.com

Eine der bekanntesten Börsenweisheiten rät Investoren dazu, im Mai zu verkaufen und nach der Sommerpause im Herbst wieder einzusteigen. Meistens ist an "Sell in May but remember to come back in September” sogar etwas dran, sagt Thorsten Hens, Professor für Behavioral Finance an der Universität Zürich, im Gespräch mit der "Neuen Zürcher Zeitung" (NZZ). Jedoch können sich Investoren nicht blind auf die Weisheit verlassen: "Es gibt auch Jahre wie 2018, als es im September richtig abwärts ging", sagt der Experte.

Ähnlich verhält es sich mit dem Spruch "Buy on the sounds of cannons, sell on the sounds of trumpets". Dieser rät Investoren dazu, in Kriegszeiten zu kaufen und sobald die Trompeten zum Frieden blasen, die Positionen wieder abzustoßen – im Prinzip eine sinnvolle Strategie. In der Praxis aber stößt diese Binsenweisheit schnell an ihre Grenzen. "Market-Timing ist verlockend – gleichzeitig belegt jedoch Studie um Studie, dass genau dies nicht funktioniert", sagte Andreas Hackethal, Professor für Finanzen an der Goethe-Universität Frankfurt am Main, der Zeitung.

Selbsterfüllende Prophezeiung
Die Frage nach dem besten Einstiegszeitpunkt ist auch Gegenstand der Börsenweisheit "Buy the rumor, sell the fact". Nach diesem Spruch sollten Anleger Aktien von Unternehmen kaufen, über die derzeit wohlwollend getuschelt wird. Sobald sich das Gerücht bewahrheitet, sollten sie die Papiere wieder abstoßen. Laut Thorsten Hens von der Universität Zürich handelt es sich dabei um eine Art selbsterfüllende Prophezeiung: Halten sich Anleger an diese Regel, treiben sie selbst die Aktienkurse an. Treten die Fakten ein, dann fallen aufgrund der Gewinnmitnahmen die Kurse.

Eine weitere Börsenweisheit rät Investoren zur Vorsicht bei fallenden Messern ("Don’t try to catch a falling knife"). Im Klartext: Fallen die Aktienkurse, etwa weil ein Unternehmen schwächelt, sollten Anleger tunlichst nicht investieren. Zumindest bei Einzeltiteln sollten sich Investoren an diese Binsenweisheit halten, sagt Hens. Bei Indizes dagegen könne es durchaus sinnvoll sein, Kurseinbrüche auszunutzen. Denn Werte, die sich dauerhaft schwach entwickeln, steigen früher oder später aus dem Index ab – der anschließend wieder zu neuen Höhen aufbricht.

Das zeigt: Börsenweisheiten haben durchaus ihre Berechtigung. Allerdings sollten Anleger ihre Entscheidung nie allein darauf gründen. Hens zufolge liegt der Wert der Aphorismen in erster Linie darin, einen Ankerpunkt zu liefern. Hackethal sieht in Börsenweisheiten eine Denkstütze, die hilfreich sein kann – solange sie mit den Grundregeln der Geldanlage kompatibel sind. (fp)

twitterlinkedInXING

News

 Schliessen

Mit der Nutzung dieser Website stimmen Sie der Verwendung von Cookies und unserer Datenschutzerklärung zu. Mehr erfahren