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BlueBay AM über die Gefahren reißender Lieferketten

Für Polina Kurdyavko von BlueBay Asset Management bieten Investment-Grade-Anleihen aus den Schwellenländen derzeit ein gutes Chancen-/Risikoprofil. Die Gefahren eines heißen Handelkriegs schätzt sie derzeit eher gering ein.

Polina Kurdyavko, Bluebay Asset Management
Polina Kurdyavko, Bluebay Asset Management
© Bluebay AM

Institutionelle Investoren sollten vielleicht einen näheren Blick auf Investment-Grade-Anleihen aus den Schwellenländern werfen. Denn Polina Kurdyavko, Partner und Head of Emerging Markets bei BlueBay Asset Management, sieht bei diesen Papieren trotz aller Unsicherheiten bedeutende Chancen.

Diskrepanz bei Emissionen
Bei Schwellenländer-Anleihen fällt laut Kurdyavko eine Diskrepanz in den Blick: Die entsprechenden Staaten haben in den vergangenen beiden Monaten viele Neuemissionen auf den Weg gebracht. Schwellenländerunternehmen haben im Verlauf des Monats März jedoch nur Anleihen im Wert von zehn Milliarden US-Dollar emittiert – das ist das niedrigste monatliche Niveau seit 2009. Es überrascht laut Kurdyavko nicht, dass die meisten dieser Emissionen aus Asien stammen, der Region, in der Anleger über beträchtliche Mittel verfügen und mit einer hohen Risikobereitschaft auftreten.

Darüber hinaus haben sich die Unternehmensanleihen, die im Investment-Grade-Bereich auf den Markt gekommen sind, bisher gut entwickelt. Die Zinsdifferenzen haben sich bei den meisten neuen Investment-Grade-Emissionen zwischen 15 und 50 Basispunkten verengt.
Kurdyavkos Einschätzung nach ist die betont negative Rhetorik der US-Regierung gegenüber China Teil des in Schwung kommenden Wahlkampfes um das US-Präsidentenamt. Diese Dynamik dürfte in den kommenden Monaten weiter an Fahrt aufnehmen.

Lieferketten im Fokus behalten
Für Fixed-Income-Anleger gilt laut Kurdyavko jedoch: Die Interdependenz der Lieferketten zwischen China und dem Westen ist nicht zu unterschätzen. China liefert zum Beispiel rund 90 Prozent der in den USA verkauften Antibiotika. Sollten die Lieferketten zwischen China und dem Westen in Mitleidenschaft gezogen werden oder sogar reißen, sind die hoch entwickelten Länder am stärksten gefährdet.

"Wir gehen daher davon aus: Donald Trumps beißende Rhetorik wird sich eher in Twitter-Schlagzeilen als in aggressiver Wirtschafts- und Marktpolitik niederschlagen", erklärt Kurdyavko.

"Unwuchten" nutzen
Investment-Grade-Anleihen bieten nach Ansicht von Kurdyavko angesichts der von der Coronavirus-Pandemie ausgelösten teils massiven Neubewertungen vielversprechende Chancen. So weisen beispielsweise Katar-Schuldtitel mit AA-Rating inzwischen einen größeren Spread als Griechenland-Anleihen mit B-Rating auf.

Aktive Manager können sich diese Unwuchten im Marktgefüge zunutze machen. Die Covid-19-Krise birgt Risiken, weil die Welt aus ihr mit mehr Schulden herauskommen wird, als sie in die Krise hineingegangen ist – bei gleichzeitig geringerem Wachstum.

"Es ist unwahrscheinlich, dass wir eine V-förmige Erholung in den hoch entwickelten Märkten und den Schwellenmärkten sehen werden – eine W-Form ist wahrscheinlicher. FX-Anleger müssen sich daher auf mehr Volatilität und Marktverwerfungen in einem Umfeld einstellen, in dem beträchtliche Spread- und Performanceunterschiede zwischen Unternehmens- und Staatsanleihen die Regel sind", erklärt Kurdyavko abschließend. (aa)

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