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BlackRock erwartet für Deutschland einen "Swoosh"

Die wirtschaftliche Erholung in Deutschland dürfte nach steilem Beginn abflachen, prognostiziert BlackRock. Diese Entwicklung wäre bildlich mit einem "Swoosh" vergleichbar, einem bekannten Zeichen einer US-amerikanischen Schuh- bzw. Sportartikelfirma.

Markenzeichen von Nike, der
Das Markenzeichen von Nike, der "Swoosh"
© TOimages / stock.adobe.com

Die derzeitige und zukünftige Konjunkturentwicklung dürfte dem Vermögensverwalter BlackRock zufolge anfangs steil verlaufen, dann jedoch abflachen. Die Form dieses Verlaufs erinnert an das Markenzeichen des Sportartikelherstellers Nike – den sogenannten „Swoosh“. „Für am plausibelsten (Eintrittswahrscheinlichkeit rund 50 Prozent) halten wir eine Swoosh-förmige Erholung mit einem anfangs steilen, dann aber abflachenden Wachstum des Outputs“, schreiben Martin Lück, Leiter Kapitalmarktstrategie in Deutschland, der Schweiz, Österreich und Osteuropa bei BlackRock, und Kapitalmarktstratege Felix Herrmann in einer aktuellen Analyse. „In diesem Szenario würde die gesamte deutsche Wertschöpfung in diesem Jahr um gut sieben Prozent schrumpfen und 2021 dann um über sechs Prozent zunehmen.“

Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie früher
Hauptgründe dafür, dass nach anfangs steiler Erholung der Rückweg zum alten Wachstumstrend zäh verlaufen dürfte, sind nach BlackRocks Ansicht Verhaltensänderungen bei Konsumenten und Unternehmen, dauerhafte Veränderungen von globalen Lieferketten als Lerneffekt aus der Pandemie sowie wahrscheinliche Zweitrundeneffekte in Form von Insolvenzen und höherer Arbeitslosigkeit.

Erholung könnte auf Sand gebaut sein
Gleichwohl sind die Hürden für das „Swoosh“-Szenario den Experten zufolge hoch. „Voraussetzungen hierfür sind wirksame Geld- und Fiskalpolitik und das Ausbleiben einer zweiten Infektionswelle. Auch dürfte es keine nachhaltigen, sondern allenfalls vorübergehende Verhaltensänderungen bei Unternehmen und Konsumenten geben.“

Unternehmensgewinne vielfach unter Druck
Angesichts des noch lange unter Trend verlaufenden Wachstums hält BlackRock weitere Abwärtsrevisionen bei den Unternehmensgewinnen für wahrscheinlich. Dabei gelte es jedoch Unterschiede zwischen den einzelnen Branchen zu berücksichtigen. „Sektoren, die auf dem Weg nach oben zu den Gewinnern zählen dürften, bleiben die auch während des Lockdowns populären Technologiefirmen sowie Unternehmen des Gesundheitssektors. Auf der zyklischen Seite dürfte sich die Chemie aufgrund ihrer Vielseitigkeit besser schlagen als eher eindimensionale Branchen wie Automobile, Airlines oder Anlagenbauer.“

Corona hat Karten neu gemischt
Zu beachten sei ferner, dass im Aufschwung die zyklische Performance überlagert werden könne durch strukturelle Trends, welche sich durch die Corona-Krise verstärkt haben können. „Beispiele hierfür sind Veränderungen bei Reisetätigkeit und Mobilität, verstärktes Arbeiten im Homeoffice etc.“

Optimistisch für Aktien
Trotz dieses gedämpften Makroausblicks ist BlackRock für die Entwicklung der Aktienmärkte recht optimistisch. Zentralbankpolitik und fiskalische Stimuli rechtfertigten höhere Aktienbewertungen als in normaleren Zeiten, zumal in Sichtweite eines Impfstoffs mehr und mehr Investoren anfangen werden, durch die Gewinnrezession ,hindurchzuschauen‘. Daher hält BlackRock eine zumindest neutrale Aktiengewichtung in einem gemischten Portfolio weiterhin für angezeigt.

„Europa hat die Chance, schneller aus der Krise herauszukommen als die Vereinigten Staaten, was zumindest temporär ein Übergewicht europäischer Aktien rechtfertigt“, schreiben Lück und Herrmann.

Welche Assets kaufen?
Risikoarme Renditen ließen sich aus Unternehmensanleihen gewinnen, zudem aus Staatsanleihen aus dem Nicht-AAA-Bereich, etwa Südeuropa. „Bedeutsam ist ferner, neben einer Beimischung von Gold und intelligenter Cash-Haltung, etwa in Form von Geldmarktfonds, die Anlagenpalette um alternative Investments zu erweitern.“ So könnten etwa illiquide Anlagen wie Immobilien oder Infrastruktur die Einkommensströme ersetzen, die zu früheren Zeiten aus Anleihen geflossen sind.

Keinesfalls fehlen sollte eine Risikosteuerung des Portfolios unter ESG-Gesichtspunkten. „Die Corona-Krise hat erneut gezeigt, dass bei risikoadjustierter Betrachtung die Renditen ESG-konformer Portfolios überlegen sind.“ (aa)

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