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BaFin-Konferenz: Frank Grund motiviert Investoren zum Protest

Die Situation der Lebensversicherer und Pensionskassen erfordert verstärkte Kontrolle, erklärte Frank Grund auf der Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht 2019. Investoren sollten laut Grund wegen der Niedrigzinsen die Gefährdung ihres Geschäftsmodells und der Altersvorsorge "deutlich machen".

Versicherungsaufsichtskonferenz in Bonn
Die  Versicherungsaufsichtskonferenz der BaFin in Bonn stieß auf großes Interesse. Im Bild ist der ehemalige Plenarsaal des Deutschen Bundestages zu sehen.
© Anke Dembowski / Institutional Money

„Die Situation der Lebensversicherer und Pensionskassen erfordert, dass wir unsere Kontrolle verstärken“, sagte BaFin-Exekutivdirektor Dr. Frank Grund in seiner Eröffnungsrede zur Jahreskonferenz der Versicherungsaufsicht in Bonn. „Wir sind dem Schutz der Versicherungsnehmer und Versorgungsberechtigten verpflichtet“, betonte Grund vor rund 450 Gästen der mittlerweile neunten Branchenveranstaltung. Dieses Mandat sei ein Auftrag, „auf die dauerhafte Leistungsfähigkeit der Unternehmen zu achten“.

Grund forderte, wie die dpa berichtet, in seiner Rede zumindest implizit Versicherer und Pensionskassen auf, „Protest“ gegen die verzerrten Zinsen einzulegen: „Es ist ein Punkt erreicht, an dem die Marktteilnehmer sehr deutlich machen sollten, wie stark die niedrigen Zinsen mittlerweile ihr Geschäftsmodell und damit ihren Beitrag zur kapitalgedeckten Altersversorgung gefährden.“

„Realität akzeptieren“
Die Niedrigzinsphase fordere die Versicherer besonders heraus, sagte Grund in seiner Rede. Die jüngste Zinssenkung habe diese Herausforderung noch einmal vergrößert. Vor diesem Hintergrund ermutigte Grund die Unternehmen, „nicht zu lamentieren, sondern die Realität zu akzeptieren und sich auf die aktuelle Zinssituation bestmöglich einzustellen“. Viele Lebensversicherer hätten dies auch gemacht und beispielsweise ihre Kosten gesenkt, ihre Eigenmittel gestärkt oder die Überschussbeteiligung reduziert. „Weiter so“, bestärkte Grund diese Versicherer.

Hoffnung für Assekuranzen
Grund widmete sich in seiner Rede außerdem dem laufenden Solvency-II-Review, bei dem auch die Kapitalanforderungen an die Lebensversicherer auf dem Prüfstand stehen. Er betonte, dass neue Regeln einerseits die Risiken ökonomisch richtig abbilden müssten, andererseits aber keine zu große Belastung für die Unternehmen darstellen dürften. Darüber hinaus sei ihm „wichtig, dass der Review risikoarme Versicherer bei den quantitativen Meldepflichten entlastet und dass qualitative Berichte noch adressatengerechter werden“.

Interessante Fachvorträge
Auf Grunds Rede folgten drei Impulsvorträge zu aktuellen Aufsichtsthemen: zur intensivierten Aufsicht über Lebensversicherer und Pensionskassen, zu neuen Aufsichtsmethoden (am Beispiel von Prüfungen der Schadenrückstellungen unter Solvency II) und zur Zulassung und laufenden Aufsicht von Insurtechs in Zeiten der digitalen Transformation.

In drei parallelen Paneldiskussionen mit Vertretern der Aufsicht und der Industrie konnten sich die Teilnehmer anschließend über Themen der betrieblichen Altersversorgung, den Solvency-II-Review und Penetrationstests informieren.

Abgerundet wurde das Programm durch einen Vortrag zum Thema Nachhaltigkeit und eine offene Fragerunde. An dieser nahmen unter anderem Gabriel Bernardino, Vorsitzender der Europäischen Aufsichtsbehörde für das Versicherungswesen und die betriebliche Altersversorgung (EIOPA), und Dr. Klaus Wiener, Mitglied der Geschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), teil. (aa)

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