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Berenberg goes USA und stellt Analysten ein

Rund 130 Jahre nach dem Rückzug aus den USA drängt Joh. Berenberg Gossler & Co. KG wieder auf die andere Seite des Atlantiks. Die nach Banca Monte dei Paschi di Siena zweitälteste Bank der Welt setzt dabei besonders auf das Angebot von Aktien-Analysen.

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© Fotolia

Nachdem das Unternehmen in den vergangenen zwölf Monaten bereits zehn Analysten für sein New Yorker Büro angestellt hatte, sollen in den nächsten zwei Jahren noch einmal 20 hinzukommen. Das sagte Dave Mortlock, weltweiter Chef für Investmentbanking, in einem Interview mit Bloomberg. Ziel ist es, die Zahl der analysierten US-Aktien innerhalb von zwei Jahren von 100 auf 300 zu steigern. Die Abdeckung von rund 100 amerikanischen Blue-Chips erfolgt durch entsprechende Branchen-Teams in Europa.

Verdreifachung im Investmentbanking innerhalb von drei Jahren

"In den vergangenen zehn Jahren haben wir unser europäisches Geschäft ausgebaut. In den nächsten zehn Jahren stehen nun die USA im Mittelpunkt", erklärte Mortlock. Insgesamt beschäftigt Berenberg in New York derzeit rund 50 Mitarbeiter, darunter auch Händler. Anfang Februar hatte die Bank neue Büros in dem US-Finanzzentrum bezogen. Diese ermöglichen eine Verdreifachung des dortigen Investmentbankings auf 150 Mitarbeiter in den nächsten zwei Jahren.

Auch Lampe schaut über den Großen Teich

Auch andere deutsche Privatbanken wittern Geschäfte auf dem amerikanischen Markt. So gründete Bankhaus Lampe KG vor zwei Jahren mit der Lampe Capital North America LLC eine eigene Tochtergesellschaft in den USA, die institutionelle Anleger berät.

Analysten wirbt Berenberg sowohl von anderen Banken als auch aus den abgedeckten Branchen ab. "Wir sind sehr wählerisch. Die Latte liegt hoch", erklärte Mortlock. Gleichzeitig habe sein Unternehmen aber auch viel zu bieten und verfolge einen Ansatz, der sich von dem der Konkurrenz unterscheide. "Bei uns können sich Analysten als echte Stock-Picker erweisen und nicht nur Kommentare zu Bilanzzahlen abgeben."

Von Analysten vernachlässigte gute Small- und Mid-Caps im Fokus

Es gehe darum, kleine und mittelgroße US-Aktien zu finden, die derzeit nur von wenigen Analysten beobachtet werden, aber ein starkes Geschäftsmodell und ein gutes Management aufweisen würden. Interessant seien unter anderem Titel aus den Branchen Industrie, Technologie, Medien und Telekommunikation. Mortlock sieht als Vorteil, dass Berenberg durch das europäische Geschäft bereits reichlich Erfahrung in der Zusammenarbeit mit kleineren Firmen gesammelt habe. "Wir sind sehr unvoreingenommen, was die Coverage anbelangt", sagte er.

Als Research-Käufer hat Berenberg globale Investoren im Blick

Das Unternehmen sieht Erlös-Potenzial, wenn diesen nun neben den Blue-Chips auch die Abdeckung kleinerer Aktien angeboten wird. Berenberg will sich als "One-Stop-Shop" etablieren und arbeitet bereits für über 700 institutionelle Investoren. 

Nach Asien oder Schwellenländer zieht es Mortlock derzeit nicht, was die Analyse lokaler Aktien anbelangt: "Diesbezüglich haben wir keine Ambitionen. Wir wollen uns auf den Aufbau unseres US-Geschäfts konzentrieren."

Zweiter Versuch

Es ist nicht der erste Versuch. Versehen mit Briefen an Geschäftsfreunde hatte der 23-jährige Teilhaber Johann Heinrich Gossler III. im Jahr 1828 die Stadt Hamburg in Richtung USA verlassen. Anfangs lief es gut, heißt es. Doch nach Spekulationsverlusten wurden ab 1880 die Zelte in den USA abgebrochen. Erst 2011 beschloss Berenberg, wieder Geschäfte auf dem US-Markt zu betreiben. (kb)

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