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Bemerkenswerte US-Performancevergleiche

Interessante Ergebnisse werden sichtbar, wenn man wie die Bespoke Investment Group die Langfristperformance des S&P 500 in jene des regulären Handels zwischen Börseneröffnung und Börsenschluss sowie jene nach Börsenschluss (After Market-Handel) bis zur Eröffnung am Folgetag unterteilt.

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© Open Studio / stock.adobe.com

Anhand des S&P 500 ETF (SPY), den es seit 1993 gibt, zeigen die Investmentexperten von Bespoke, wie viel der Indexgewinne innerhalb respektive außerhalb der regulären Handelszeiten an der Börse erzielt werden. Tatsächlich entspricht ja der Eröffnungskurs des Index am Folgetag nicht dem Schlusskurs des Vortags. Das rührt daher, dass der Futuresmarkt außerhalb der Handelszeiten der Aktienböse aktiv ist. Positive Nachrichten, die nach Börsenschluss um 16.00 Uhr Eastern Time (ET) und 9.30 Uhr morgens publik werden, werden in die S&P Futures eingepreist, genauso wie sich die ETF-Kurse nach Handelsschluss ebenfalls verändern. Wenn der Handel mit dem S&P 500 Index offiziell um 9.30 Uhr morgens beginnt, gibt es in jedem Fall ein Gap zum Schlusskurs des Vortags.

Volle Performance
Indem man diese beiden Teilperformances - die offizielle Tagesperformance und die daran bis zur morgentlichen Handelseröffnung sich ergebende "After Hours"-Performance addiert, erhält man die "volle" Tagesperformance. Dabei lohnt sich ein Blick auf diese beiden Tagesperformance-Komponenten als einzelne Strategien seit der Verfügbarkeit entsprechender ETF-Daten 1993, wie die folgende Grafik illustriert:

Die Musik spielt nach Schluss und vor der Eröffnung 
Regelmäßig zum Schlusskurs den SPDR-ETF auf den S&P 500 zu kaufen und zur Börseneröffnung am nächsten Handelstag wieder zu verkaufen (After Hours-Strategie), ist überaus erfolgsversprechend mit einer Gesamtperformance von 722 Prozent, während die umgekehrte Strategie, zur Börseneröffnung zu kaufen und zum Börsenschluss wieder zu verkaufen, ausgesprochen schlecht ist und über gut 27 Jahre einen negativen Ertrag von 8,5 Prozent erbracht hätte. Somit kamen mehr als hundert Prozent des Indexertrages aus der Zeit, wo die Börse geschlossen war. 

2020 mit großen Schwankungen in den beiden Performance-Komponenten
Corona zeigt, dass es keinen Free Lunch bei der After Hours-Strategie gibt, denn nachbörslich ging es mit den S&P 500 Index-Futures im März 2020 rasant südwärts, sodass "Gap down" auf "Gap down" folgte. Das zeigt die folgende Grafik.

Konvergenz der beiden Teilstrategien
Als Corona die ersten Börseneinschläge verursachte, soff die After Hours-Strategie regelrecht ab. Gleichzeitig hielt sich die komplementäre Strategie, nur zu Börsenzeiten investiert zu sein, bemerkenswert gut. Gegen Ende März, als der S&P 500 mehr als 30 Prozent verloren hatte, war die After Hours-Strategie bei ähnlichen Tiefs angelangt. Danach kamen die Investoren während der Handelszeiten zurück in den Markt. Wäre man ab dann nur während der regulären Handelszeiten investiert gewesen, hätte man Ende August eine positive Jahresperformance zeigen können. Ab April holte die After Hours-Strategie wieder stark auf. Gap-ups am Morgen vor Börseneröffnung sorgten für die Rallye. Während der regulären Handelszeiten verkaufen die Anleger dann, die Konvergenz nahm ihren Lauf.  

Zeitfenster 23. März bis dato
Betrachtet man nur die Entwicklung der beiden Teilstrategien in dem Zeitfenster zwischen 23. März und 31. August, zeigt sich, wie die After Hours-Strategie ab Ende April 2020 regelrecht davonzog. In diesem Zeitfenster hätte man mit ihr 37,1 Prozent verdient, während  man bei Engagements nur während der Handelszeiten auf bloß 8,2 Prozent gekommen wäre:

Fazit
Allgemein gesagt, mögen die Experten von Bespoke keine positiven Gaps bei der Eröffnung, die dann intraday abgegeben werden, aber genau das geschieht derzeit im September. Dieser Monat ist, historisch betrachtet, der schlechteste des Jahres, der noch dazu sehr volatil ist. Man muss also beobachten, wie sich die beiden Teilstrategien in dieser Zeit, wo die zweite Welle im Rollen ist und gleichzeitig die Hoffnungen auf einen Impfstoff realer werden, verhalten werden. (kb)

 

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