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Globale Aktien: Hilft Disziplin bei der Beherrschung fundamentaler Risiken?

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Bantleon: Aktien zu weit gelaufen, Risiko sofort reduzieren

Für Bantleons Aktienchef sollten Investoren nach der Kursrally in ihren Portefeuilles Risiken reduzieren und das Cash zu einem späteren Zeitpunkt bei niedrigeren Kursen wieder in den Markt stecken. Andreas Dagasans Empfehlungen fußen auf sehr guten Argumenten.

Andreas Dagasan, Leiter Globale Aktien bei Bantleon
Andreas Dagasan, Leiter Globale Aktien bei Bantleon
© Bantleon

Investoren sollten auf bessere Einstiegszeitpunkte bei Aktien warten, empfiehlt Bantleons Aktienchef Andreas Dagasan. Seiner Ansicht nach sei es nach den scharfen Kurseinbrüchen an den Aktienmärkten im 4. Quartal 2018 und der jüngsten Kursrallye für Investoren an der Zeit, Risiken im Portfolio zu reduzieren und die nächsten größeren Rücksetzer wieder gezielt für Käufe zu nutzen. Der Grund für diese Einschätzung hängt damit zusammen, dass die Fed dem Druck sinkender Kurse nachgegeben und den bereits von den Marktteilnehmern eingepreisten Zinserhöhungszyklus vom Tisch genommen hat.

Die monetäre Droge wirkte umgehend auf die Aktienmärkte: in Form von deutlichen Kursanstiegen. „Nach dem Tiefpunkt im Dezember, der deutlich übertrieben und fundamental nicht gerechtfertigt war, stehen deshalb nun die Börsenampeln wieder auf Dunkel-Gelb bis Rot. So gibt es mehrere deutliche Warnzeichen“, erklärt Dagasan mit Verweis auf einige interessante Grafiken.

Volatilität wieder sehr niedrig
Die Volatilität am US-Aktienmarkt ist auf ein sehr beunruhigend niedriges Maß von unter 15 gefallen – ein Zeichen für die außergewöhnliche Sorglosigkeit der Marktteilnehmer. Man erinnere sich dabei daran, dass insbesondere in den vergangenen drei Jahren immer wieder plötzliche Volatilitätsschübe zu deutlichen Marktverwerfungen geführt haben:

CBOE VIX Index mit gleitendem 7-Tagesdurchschnitt
Quellen: Bloomberg, Bantleon

Rentenmarkt preist deflatorische Tendenzen ein
Ebenso beunruhigend ist laut Dagasan die deutliche Divergenz zwischen dem US-Aktienmarkt auf der einen Seite und dem Zins für zehnjährige US-Staatsanleihen sowie Gold auf der anderen Seite. Während Letztere ein risikoaverses Bild zeigen und auf deflatorische Tendenzen hinweisen, stieg der S&P 500 zuletzt munter weiter:

Gold Spot $ inv. (weiß), US Treasury 10 Year Government (grün), S&P 500 (gelb)
Quellen: Bloomberg, Bantleon

Aktienmarkt überhitzt
Auffällig und ein Zeichen einer überkauften Situation ist zudem der Anteil der Aktien (mehr als 80%), welche über der 50-Tage-Linie im Stoxx600 und im S&P500 notieren:

Quellen: Bloomberg, Bantleon

Gewinnmargen gehen zurück
Und dies alles vor dem Hintergrund sich deutlich verschlechternder Unternehmenskennzahlen, abzulesen an der Entwicklung der operativen Margen der Unternehmen aus dem S&P500 im Vergleich zur Kursentwicklung des S&P 500:

Operative Margenentwicklung S&P500 (weiß) versus S&P 500 (blau)
Quellen: Bloomberg, Bantleon

Wer kauft derzeit Aktien?
Daher stellt sich die für Dagasan die Frage, wer derzeit in Aktien investiert. Seiner Vermutung nach haben  vor allem systematische Anleger wie Risk-Parity-Fonds und CTAs beziehungsweise Target-Vola-Fonds durch ihre inhärenten Strategien sowohl den Aktienmarkteinbruch im Dezember beschleunigt bzw. sind auch für die Käufe seit Mitte Januar verantwortlich (hervorgerufen durch niedrigere Volatilität und Trendfolgesysteme).

„Denn der klassische Anleger ist wegen zahlreicher politischer und konjunktureller Unsicherheiten noch nicht an die Aktienmärkte zurückgekehrt. Darüber hinaus ist die generelle Stimmung am Markt wieder deutlich bullish“, betont Dagasan.

Das Fazit des Bantleon-Experten: Trotz des Mottos „the trend is your friend“ sollten Anleger sich der aktuellen Risiken bewusst sein und sich zumindest derzeit durch geschicktes antizyklisches Verhalten abseits des Trends positionieren. Das bedeutet, dann zu investieren, wenn die Aktienkurse wieder deutlich abgetaucht sind – wie im Dezember 2018. (aa)

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