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Banken kommen unter Druck, weniger klimaschädlich zu finanzieren

Eine Gruppe von Vermögensverwaltern und Kreditinstituten fordert die Großbanken auf, die Finanzierung jener Firmen, die im Bereich fossiler Brennstoffe tätig sind, auslaufen zu lassen.

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© denisismagilov / stock.adobe.com

Investoren mit einem verwalteten Vermögen von elf Billionen Dollar (9,2 Billionen Euro) haben die großen Banken der Welt aufgefordert, die Finanzierung von Unternehmen im Bereich fossiler Brennstoffe einzustellen und sich damit für die Ziele des Pariser Klimaabkommens einzusetzen. Darüber informiert Bloomberg.

Harte Forderungen
Vermögensverwalter wie die Allianz-Tochter Pimco oder Federated Hermes haben 27 Banken aufgefordert, sich zu verpflichten, bis 2050 sämtliche Emissionen aus ihrer Geschäftstätigkeit zu eliminieren. Die Selbstverpflichtung soll dabei Emissionen einschließen, die durch Kreditvergabe, Handel und Underwriting entstehen und anhand von klar definierten Zwischenzielen nachverfolgbar sein. Die Gruppe aus insgesamt 35 Anlegern, die von der Institutional Investors Group zum Klimawandel, IIGCC, einberufen wurde, rief die Banken darüber hinaus auf, ihre Aktivitäten im Bereich grüner Finanzierung auszuweiten und sich von sämtlichen Projekten zurückzuziehen, die im Widerspruch zum Pariser Abkommen stehen.

Banken sollen Umweltpolitik umsetzen
Als Verteiler des Kapitals für einen Großteil der Weltwirtschaft spielen Banken eine entscheidende Rolle bei den Bemühungen zur Verlangsamung der Erderwärmung. Eine wachsende Zahl von Aktivisten, politischen Entscheidungsträgern und Investoren fordert die Branche mittlerweile auf, ihre enormen Ressourcen zu nutzen, um der Welt in eine Zeit ohne neue Nettoemissionen zu verhelfen.

“Es ist dringend nötig, dass Banken Maßnahmen ergreifen und vorantreiben, um die Ziele des Pariser Abkommens zu unterstützen”, sagte Stephanie Pfeifer, Geschäftsführerin von IIGCC. „Die Verpflichtung zu einem Verzicht auf Netto-Neuemissionen muss zu echten Veränderungen führen. Seit dem Pariser Abkommen sind bereits fünf Jahre vergangen - nun müssen den Worten Taten folgen.”

Mehr Einblick gefordert
Die Investoren schickten den Brief an Kreditinstitute wie J.P. Morgan Chase & Co., HSBC Holdings und UBS Group. Während viele Banken ihre Nettoemissionen bereits auf Null herunterfahren wollen, stellen Kritiker die Substanz solcher Verpflichtungen in Frage, da viele Banken Kredite an Unternehmen im Bereich fossiler Energieträger nicht explizit erwähnen und keine Zwischenziele formulieren. Die in London ansässige HSBC hatte letzten Monat angekündigt, sich auf zusätzliche Ziele festlegen zu wollen, nachdem Aktionäre Druck gemacht hatten.

Die Investorengruppe, zu der auch Fidelity International und Legal & General Investment Management gehört, fordert die Banken auf, die mit ihren Finanzierungstätigkeiten verbundenen Treibhausemissionen zu ermitteln und offenzulegen.

In der Praxis fordern die Investoren, dass die Banken Finanzierungen im Bereich fossiler Energie sowie anderer Aktivitäten, die nicht im Einklang mit den Klimazielen für 2050 stehen, sukzessive reduzieren und gleichzeitig die Finanzierung von klimafreundlichem Geschäft erhöhen.

Zu den weiteren Forderungen der Anleger zählt, dass Banken explizite Bedingungen für die Bereitstellung von grüner Finanzierung festlegen, sich nicht zu sehr auf Technologien zur Bindung von Kohlendioxid sowie Offsets verlassen und die Vergütung der Top-Manager an überprüfbare Klimaziele koppeln sollen. (aa)

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