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Bankanleihen-Chaos: Deutsche Banken geben Senior Preferred Bonds aus

Die deutschen Banken haben damit begonnen, eine weitere Kategorie vorrangiger Anleihen aufzulegen. Vorausgegangen waren gesetzliche Änderungen zur Umgestaltung der Kapitalstruktur europäischer Finanzinstitute.

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© stockpics / stock.adobe.com

Commerzbank und Berlin Hyp haben in dieser Woche Senior Preferred Bonds im Volumen von insgesamt 2,05 Milliarden Euro emittiert, wobei sie die im vergangenen Monat im deutschen Recht finalisierte Struktur nutzten, berichtet Bloomberg News. Die Deutsche Bank sagte, sie wolle ebenfalls in Kürze ähnliche Anleihen an den Markt bringen.

Senior Preferred Notes sind praktisch immun gegen Verluste
Diese neue Anleihekategorie könnte dazu beitragen, ein Finanzierungshandicap für deutsche Banken zu beenden, nachdem die Aufsichtsbehörden des Landes traditionelle vorrangige Anleihen in risikoreichere, nicht bevorzugte Wertpapiere umgewandelt haben. Die Notes erweitern zudem die Auswahl an Bankanleihen, die auf dem europäischen Primärmarkt angeboten werden, seit die Aufsichtsbehörden in den verschiedenen Ländern unterschiedliche Ansätze zur Einhaltung der verschärften globalen Standards ergriffen haben.

Senior Preferred Bonds ermöglichen deutschen Banken billigere Refinanzierung
"Das sind gute Nachrichten für deutsche Banken", sagte Michaela Hessmert, Analystin bei der Norddeutschen Landesbank Girozentrale gegenüber Bloomberg. "Es ist viel billiger, durch Senior Preferred Bonds zu finanzieren als durch nicht Non-Preferred." Senior Preferred Bonds dürften nach Einschätzung der NordLB von Anfang des Monats den größten Teil der 5,4 Milliarden Euro an Anleihen ausmachen, die von den deutschen Banken im weiteren Jahresverlauf noch begeben werden.

Nationales Wirrwarr: Frankreich tickt anders
Die Einführung von Senior-Preferred-Anleihen in Deutschland steht im Gegensatz zur Vorgehensweise in Frankreich. Die deutschen Schuldverschreibungen rangieren in der Haftungskaskade über bestehenden vorrangigen Bankschuldverschreibungen, die durch ein Gesetz von 2015 modifiziert wurden, damit sie Verluste im Falle einer Bankenauflösung mittragen können. Frankreich hat stattdessen die Senior Notes unverändert gelassen und eine neue Art von Bail-in-Anleihen eingeführt, die niedriger rangieren und erstmals 2016 aufgelegt wurden.

Die neuen deutschen Bankanleihen sind von Anlegern gut aufgenommen worden. Die kombinierten Zeichnungen für die Commerzbank und die Berlin Hyp sollen 5,6 Milliarden Euro übertroffen haben und damit fast das Dreifache des angebotenen Volumens ausmachen. (kb)

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