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Bank of England im Dilemma bezüglich ihrer Leitzinspolitik

Auf seiner heutigen Sitzung hat das Monetary Policy Committee (MPC) der Bank of England (BoE) mehrheitlich entschieden, alle relevanten geldpolitischen Parameter im Vereinigten Königreich unverändert zu belassen.

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Keinen leichten Job im Moment hat Mark Carney, der Gouverneur der Bank of England.

Die Bank Rate verbleibt bei 0,25 Prozent, und auch die Zielgrößen der Ankaufprogramme von Staats- und Unternehmensanleihen wurden nicht angetastet. Diese Geradeausfahrt der Londoner Notenbank ist von den NordLB-Analysten und allen anderen, von Bloomberg befragten Volkswirten erwartet worden und daher nicht wirklich überraschend. 

Zwei MPC-Mitglieder votierten für Zinsanhebung

Bei der Abstimmung zum Leitzins votierten mit Ian McCafferty und Michael Saunders erneut zwei Mitglieder des MPC für eine  Anhebung der Bank Rate um 25 Basispunkte. Die Beschlüsse zu den Ankaufprogrammen erfolgten einstimmig. Nachdem Charlotte Hogg aufgrund eines  Interessenkonflikts bereits im März auf ihr Amt verzichtet hatte, ist mit Sir Dave Ramsden nun ein Nachfolger in das MPC gerückt, das damit wieder vollzählig ist. Der bisherige Wirtschaftsberater im Finanzministerium kann als Befürworter einer eher lockeren Geldpolitik gelten.

MacCafferty und Saunders gegen den Rest 

"Wir gehen vorerst von einem unveränderten Kurs der BoE aus. Allerdings weist die Notenbank in ihrer heutigen Erklärung darauf hin, dass über kurz oder lang eine Straffung der Geldpolitik gerechtfertigt sein könne, sofern sich die Wirtschaft so wie in den im letzten Monat vorgestellten Projektionen entwickelt. Das Pfund konnte daraufhin gegenüber allen relevanten Währungen ein wenig an Boden gut machen", schreiben die NordLB-Analysten in einer aktuellen Research Note.

Hochseilakt zwischen hoher Inflation und schwacher Wirtschaftsdynamik

Der Spagat, den die BoE zwischen hohen Inflationsraten und einer sich abschwächenden wirtschaftlichen Dynamik nun schon seit einiger Zeit vollzieht, nicht einfacher geworden. Im August kletterte die Jahresteuerungsrate bei den Lebenshaltungskosten auf 2,9 Prozent im Jahresvergleich. Neben den auch in anderen Ländern zuletzt beobachteten Basiseffekten bei den energiesensitiven Komponenten ist das schwache Pfund maßgeblich für den starken Anstieg der Verbraucherpreise verantwortlich. Der Anteil importierter Produkte im statistischen Warenkorb ist in Großbritannien typischerweise sehr hoch. Der gestern veröffentlichte Arbeitsmarktbericht hatte mit der auf den historischen Tiefstwert von 4,3 Prozent gefallenen Arbeitslosenquote auf den ersten Blick zwar erfreuliche Informationen zu bieten. Der weiterhin nur sehr schleppende Zuwachs bei den  Löhnen und Gehältern um gerade einmal 2,1 Prozent im Jahresabstand wird von der hohen Inflationsrate aber mehr als aufgezehrt. Eine Erosion der Kaufkraft ist die Folge. Obwohl viele Briten versuchten, ihr Konsumniveau zu Lasten der Ersparnis aufrecht zu erhalten, werde das nicht lange gut gehen und die Binnennachfrage noch stärker unter Druck bringen, schrieben die Experten der NordLB. 

Gegen eine Straffung der Geldpolitik spricht nach deren Auffassung aber vor allem die große Verunsicherung im Kontext der konzeptlosen Vorgehensweise der Briten bei den Brexit-Verhandlungen. Die mit dem Brexit verbundenen Risiken hat der Governor der BoE, Mark Carney, denn auch hinreichend eindringlich zum Ausdruck gebracht.  

Fazit

Die Bank of England hat den Leitzins und die Zielgrößen der Ankaufprogramme unverändert zu belassen. Allerdings weist die Notenbank in ihrer heutigen Erklärung darauf hin, dass „in den nächsten Monaten“ eine Straffung der Geldpolitik gerechtfertigt sein könne, sofern sich die Wirtschaft so wie in den im letzten Monat vorgestellten Projektionen entwickelt. Das Pfund konnte daraufhin gegenüber allen relevanten Währungen ein wenig Boden gut machen. Gegen eine Straffung der Geldpolitik sprechen nach Ansicht der NordLB-Experten aber die sich abschwächende Konjunktur und vor allem die Verunsicherung im Kontext der Brexit-Verhandlungen. (kb)

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