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AXA IM: Über die Umsetzung eines klimafreundlicheren Rentenportfolios

Was unter klimabewußtem Investieren in festverzinsliche Anlagen zu verstehen ist und wie das in der Praxis umsetzbar ist, erläutert Bruno Bamberger, Fixed Income Solutions Strategist bei AXA Investment Managers.

Bruno Bamberger, Fixed Income Solutions Strategist bei AXA IM,
Bruno Bamberger, AXA IM
© AXA IM

Klimabewußtes Investieren zielt darauf ab, die aktuellen und zukünftigen, sowie die physischen- und Übergangsrisiken des Klimawandels zu mindern. Weiterhin angestrebt wird ein positiver Einfluss auf die Umwelt. Klimagerechtes Investieren soll zudem die Risiken für Anlageportfolios entlang einer Reihe von Temperaturszenarien mindern. "Wir sind der Meinung, dass Portfolios mit dem Pariser Abkommen von 2015 in Einklang gebracht werden sollten", erklärt Bruno Bamberger, Fixed Income Solutions Strategist bei AXA IM, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegenden Beitrag.

Umsetzung auf Portfolioebene
Dem Pariser Abkommen liegt eine globale Begrenzung des Temperaturanstiegs auf 1,5-2,0°C über dem vorindustriellen Niveau bis 2100 zugrunde. Investoren können dieses Ziel erreichen, indem sie bis 2050 null Treibhausgasemissionen ("Net Zero") anstreben. Auf Portfolioebene werden hieraus konkrete Klimaziele abgeleitet, wie z.B. die Reduzierung der Kohlenstoffemissionen um 50 Prozent bis 2030 und um 100 Prozent bis 2050. Damit können Portfolios, in Übereinstimmung mit dem Rahmenwerk der Institutional Investors Group on Climate Change (IIGCC), angepasst werden.

Zwei Gruppen
"Dabei sehen wir auf Portfolioebene zwei aussichtsreiche Emittenten-Gruppen, die zur Zielerreichung beitragen", erklärt Bamberger. Hierunter fallen Unternehmen, die niedrige Treibhausgasemissionen (THG) vorweisen und bereits einen positiven Beitrag zum Klimaschutz leisten oder in absehbarer Zeit leisten werden.

Zudem bieten Emittenten, die zwar derzeit hohe Emissionen aufweisen, aber einen robusten und glaubwürdigen Plan zur Dekarbonisierung aufweisen, Potential. Investitionen in diese Unternehmen sollten den Versicherungsunternehmen dabei helfen, einen sinkenden Kohlenstoff-Pfad zu erreichen.

AXA IM betrachtet sowohl ESG-Investitionen als auch klimaspezifische Investitionen als Methoden, um Portfolios vor "Tail"-Risiken wie dem Klimawandel zu schützen. Alle Investitionen durchlaufen daher eine fundamentale ESG-Analyse. Diese zielt darauf ab, einen Risikopuffer auf Portfolioebene aufzubauen.

Bei der Betrachtung von Anleiheportfolios, möchte AXA IM damit die Vorhersehbarkeit von Erträgen verbessern. Eine erhöhte Widerstandsfähigkeit der Portfolios gegenüber Marktschocks in einer Reihe von Markt- und Temperaturszenarien ist hier zielführend.

Dabei legt AXA IM den Fokus auf zwei Aspekte: Erstens ist es wichtig, das Ausmaß der Auswirkungen des Klimawandels im Vergleich zu einem traditionellen Universum zu reduzieren. Zweitens will Bamberger sicherstellen, dass sich die Auswirkungen auf Portfolios, in einem "heißen" oder einem "kühlen" Szenario, nicht dramatisch unterscheiden, um die Ertrags-Bandbreite zu minimieren. "Eine Möglichkeit, die Portfoliorobustheit zu bewerten und zu überprüfen, ist der sogenannte Climate-Value-at-Risk. Dieser bewertet die potenziellen Portfolio-Auswirkungen für unterschiedliche Temperaturszenarien", erklärt Bamberger.

Ergänzung zu bestehenden Zielen
Es wird laut Bamberger deutlich, dass die übergeordneten finanziellen Ziele von Versicherern, durch klimabewusste Investments weitestgehend unterstützt und nicht behindert werden. Das Management klimabezogener Risiken könne nicht nur die Vorhersagbarkeit von Renditen verbessern, sondern auch potenzielle Herabstufungen oder sogar Ausfälle aufgrund von klimabezogenen Engagements verhindern.

Letztendlich können somit Versicherer Klimastrategien anwenden um ihre bestehenden Ziele, hinsichtlich Risiko- und Renditeeigenschaften, auf Portfolioebene zu ergänzen. Damit könnten zukünftig Portfolio-Risiken, in einer Reihe von Temperaturszenarien, abgemildert und gleichzeitig positive Klimaeffekte erzielt werden. "Letztendlich dürften die Versicherer, die es schaffen diese Ziele, neben und nicht isoliert von anderen finanziellen Zielen, in ihre Anlagestrategien zu integrieren, von Klimazielen profitieren", erklärt Bamberger abschließend. (aa)

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