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AXA IM über die Aussichten inflationsgebundener Anleihen

Die Wirtschaftserholung soll durch fiskalische Stimuli und extreme monetäre Maßnahmen forciert werden. Inflationsgebundene Anleihen entwickeln sich in diesem Umfeld gut und sind für Investoren eine attraktive Anlagemöglichkeit, meint Jonathan Baltora, Head Inflation Expertise, AXA IM.

Jonathan Baltora, Head Inflation Expertise, AXA Investment Managers
Jonathan Baltora, AXA Investment Managers
© AXA IM

Zentralbanken und Regierungen weltweit haben mit außerordentlichen und raschen geld- sowie fiskalpolitischen Maßnahmen auf die Covid-19-Pandemie reagiert, was bei den Investoren gut ankam. Jüngst haben auch positive Nachrichten über den Beginn der Impfungen in Europa und in den USA die Märkte beflügelt, und Leitindizes erklommen neue Höchststände. Dieses Umfeld spricht für inflationsgebundene Anleihen (Inflation Linked Bonds), meint Jonathan Baltora, Head Inflation Expertise, AXA Investment Managers, in einem "Institutional Money" exklusiv vorliegendem Beitrag.

Zur Erinnerung: Bei herkömmlichen Anleihen sind Rückzahlungsbetrag und Coupon fix, real betrachtet verlieren sie aber über die Zeit an Wert, wenn die Inflation steigt. Bei einer inflationsgebundenen Anleihe hingegen wächst der Rückzahlungswert mit der Teuerung. Der Renditeunterschied zwischen einer normalen Obligation und einem Linker entspricht der Differenz zwischen Nominal- und Realzins – oder der vom Markt erwarteten Inflation über die gesamte Laufzeit der Obligation. Diese Inflation wird als Break-even-Inflation bezeichnet. Sie ist die Inflation, ab der die inflationsgebundene Obligation rentabler ist als eine Obligation mit festem Zinssatz.

Märkte erwarten (zu) wenig Inflation
Die großen Volkswirtschaften wiesen zumindest bis vor kurzem eine sehr geringe Teuerung aus, die laut Baltora erst im Verlauf dieses Jahres wieder anziehen dürfte. Die Lockdowns führten zu Unterbrechungen in den globalen Lieferketten und einem Stillstand des gesellschaftlichen Lebens; der daraus resultierende Rückgang der Wirtschaftstätigkeit hatte einen deutlichen Einfluss auf die Preise vieler Güter und Dienstleistungen. "In verschiedenen Sektoren, wie etwa Lebensmittel, medizinischer Versorgung und Gebrauchtwagen, gibt es jedoch erste Anzeichen steigender Preise", hält Baltora fest.

Baltora meint, dass die Inflationserwartungen der Märkte zu niedrig sind. Auch die Notierungen kurzfristiger Inflationsswaps deuten darauf hin, dass die Marktpreisbildung pessimistischer ist als die Ökonomen: Diese prognostizieren für 2021 eine zunehmende Teuerung, und ein Anziehen der Break-even-Inflation.

Langfristige Inflationsrisiken nehmen zu
Die teilweise präzedenzlosen fiskalischen Stimuli und andere Hilfsmaßnahmen werden viel dazu beitragen, die Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen. In der Folge dürfte die Inflation in der Eurozone bis Mitte des Jahres auf 1,5 bis 2 Prozent und in den USA auf 2,5 bis 3 Prozent steigen. Gestützt von steigenden Ölpreisen entspricht das einem Anstieg von je rund einem Prozentpunkt. Auch die Kerninflation könnte sich ab dem zweiten Quartal 2021 in der Eurozone in Richtung ein Prozent und in den USA gegen zwei Prozent bewegen. "Tatsache ist, dass nicht nur monetäre, sondern auch fiskalpolitische Maßnahmen die Inflationserwartungen treiben", erklärt Baltora und verweist auf folgende Grafik:

Paradigmenwechsel
War früher Inflationsbekämpfung das oberste Ziel der Notenbanken, richten sie ihre Politik heute auf die Förderung des Wirtschaftswachstums aus und werden eine lockere Geldpolitik beibehalten müssen. Im Umfeld unkonventioneller Geldpolitik haben inflationsgebundene Obligationen in der Vergangenheit gut performt. Seit die enormen Stimuli im März 2020 angekündigt wurden, übertrifft die langfristige Break-even-Inflation kürzere Laufzeiten denn auch.

"Das vergangene Jahrzehnt zeigt, dass eine lockere Geldpolitik allein nicht zu Inflation führen muss. Die aktuelle Kombination von extremer Finanzpolitik und Geldschwemme der Notenbanken – vor dem Hintergrund struktureller Veränderungen in der Weltwirtschaft – stützt jedoch die Inflationserwartungen. Linker sind in diesem Umfeld eine interessante Anlagemöglichkeit", erkärt Baltora abschließend. (aa)

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