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Aufseher sehen sich Liquiditätsrisiken von Fonds genauer an

Mehrere Portfoliomanager hatten in illiquide Papiere investiert, ihre Fonds wurden aufgelöst. Nun stößt die europäische Finanzaufsicht ESMA über den ganzen Kontinent hinweg eine Untersuchung an, wie genau die Anbieter von Ucits-Fonds die Vorschriften zur Zahlungsfähigkeit einhalten.

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© Bits and Splits / stock.adobe.com

Die europäische Finanzmarktaufsicht ESMA hat eine Untersuchung gestartet, inwieweit sich Asset Manager an die Vorgaben zur Liquidität in Ucits-Fonds halten. Im Laufe des Jahres sollen sämtliche nationalen Aufsichten des Kontinents prüfen, inwiefern Portfoliomanager in der täglichen Praxis die Vorgaben umsetzen und sicherstellen, dass sie Anteilsrückgaben stets erfüllen können.

Die Frage nach einer ausreichenden Zahlungsfähigkeit in Publikumsfonds war zuletzt immer wieder aufgekommen. Ein Auslöser der Diskussion waren Fälle wie die des ehemaligen GAM-Managers Tim Haywood sowie des einstigen britischen Starmanagers Neil Woodford, die illiquide Papiere für ihre Fonds kauften. Die meisten ihrer Vehikel mussten aufgelöst werden.

Fragebogen verschickt
Zudem beobachtete eine Studie des Internationalen Währungsfonds (IWF), dass Rentenfondsmanager rund um den Globus einerseits Papiere mit immer schlechterer Bonität in ihre Portfolios laden. Zum anderen bauen sie Bar- und Geldmarktreserven ab – und reduzieren so ihre Manövriermasse, sollten Anleger kurzfristig und in Scharen ihre Mittel abziehen. Zwar fließt dank der ultra-laxen Geldpolitik viel Liquidität durch die Kapitalmärkte. Doch in den wenigen Nischen, die im Niedrigzinsumfeld noch Renditen bieten, kann diese rasch versiegen.

Die Luxemburger Aufsicht CSSF hat nun die erste Stufe dieser Untersuchung eingeleitet, teilte die Behörde mit. Sie schickte Fragebögen an eine große, repräsentative Gruppe von Ucits-Anbietern in dem Großherzogtum. Die Kontrolleure würden sich bei den Fragen und der Auswertung auf eine von der ESMA vorbereitete, für ganz Europa einheitliche Methodik stützen, so die CSSF.

Stabilität wahren
Mit der Kontrolle wollen die ESMA und die nationalen Aufsichtsbehörden sichergehen, dass die Anbieter von Ucits-Fonds Liquiditätsrisiken in ihren Portfolios ausloten, durchgängig beobachten und zielgerichtet steuern. Damit soll sichergestellt werden, dass Anleger von Ucits-Fonds ihre Anteile jederzeit zurückgeben können. Die Einhaltung der Vorschriften zur Liquiditätskontrolle und -steuerung sei eine tragende Säule, um die Stabilität des Finanzsystems und das ordnungsgemäße Funktionieren der Kapitalmärkte zu sichern sowie die Anleger zu schützen, argumentieren die Aufsichtsbehörden.

Reichen bestehende Regeln aus?
In der Branche ist schon mehrfach die Frage nach strikteren Regeln zur Liquiditätssteuerung in Publikumsfonds aufgeworfen worden. So hatte die irische Zentralbank angekündigt, sich dieser Frage zu widmen. Irland ist nach Luxemburg die zweitgrößte Heimat für Ucits-Fonds. Auch die Luxemburger CSSF soll Medienberichten zufolge diese Frage hinter den Kulissen mit Fondsanbietern diskutiert haben.

Die Chefin von Fidelity International, Anne Richards, hatte jüngst wiederum die uneingeschränkte, tägliche Handelbarkeit von Publikumsfondsanteilen infrage gestellt. Bei Investments in nicht-börsennotierte Papiere seien womöglich andere Regeln nötig, so Richards. Es müsse klarer bestimmt werden, in welchen Situationen eine tägliche Anteilsrücknahme nicht angemessen sei. (ert)  

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