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Auf der Suchen Diversifikation? Dann sind Alternatives alternativlos

Die Anleihe hat laut einer Kurz-Analyse von DWS als Diversifikation zum Aktienmarkt mehr oder weniger ausgedient. Komplexer Strategien im Bereich der Alternatives nehmen hingegen an Bedeutung zu, wenn man die Risiken im Portfolio möglichst effizient streuen will.

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Anm.: Zur vollständigen Darstellung des Charts bitte in das Lupenelement rechts oben klicken.

Negative Korrelationen von Aktien und Anleihen sind längst nicht gesetzt, was die Suche nach Diversifikatoren schwieriger macht.
© dws

Manager von Multi-Asset-Portfolios stehen laut DWS vor großen Herausforderungen. Die herkömmliche Aufteilung auf Aktien und Anleihen dürfte demnach in Zukunft kein geeignetes Mittel sein, um für Anleger ein vernünftiges Rendite-Risiko-Verhältnis abzubilden. Dafür sorgen mehrere Faktoren: das auf lange Sicht nach wie vor niedrige Zinsumfeld, die insgesamt deutlich gesunkenen Renditeerwartungen für alle herkömm­lichen Anlageklassen und die erhöhte Unsicherheit, die sich in höheren Extremrisiken für Aktien- und Anleihemärke niederschlägt. 

Diversifikation mit Staatsanleihen an Wirkung verloren
Bei Anleihen kommt neben den niedrigen Renditeerwartungen noch ein weiterer Aspekt hinzu: Sie taugen laut DWS längst nicht mehr so gut wie früher zur Diversifikation: „Wirft man einen Blick auf die wöchentlichen Renditen, so lieferten Staatsanleihen in den letzten beiden Jahrzehnten in zwei von drei Fällen positive Renditen, wenn die Renditen bei Aktien negativ waren. Sie sorgten also für einen guten Risikoausgleich“, sagt Björn Jesch, Chefanlagestratege für EMEA und globaler Leiter Multi Asset und Solutions. Doch das hat sich inzwischen geändert. Die negative Korrelation ist längst nicht mehr so stabil wie in den letzten zwanzig Jahren. Für Multi-Asset-Portfolios ist das ein Problem. Der naheliegenden Lösung zum Ausgleich der niedrigen Renditeerwartungen, nämlich im Zinsbereich auf längere Laufzeiten zu setzen oder auf Anleihen mit niedrigerer Bonität und entsprechend höheren Zinsaufschlägen, erteilt Jesch eine Absage. „Das ist nicht zielführend. Beide Optionen erhöhen das Risikoprofil eines Portfolios.“ 

Komplexer, alternativer Lösungsansatz
Eine Lösung, wenn auch keine triviale. „Liquide alternative Anlagen sind aus unserer Sicht ein unverzichtbarer Bestandteil eines zukunftsfähigen, ausgewogenen Portfolios“, so Jesch. Das Spektrum liquider alternativer Anlagen ist weit – es reicht von börsennotierten Immobilien­aktiengesellschaften, Infrastrukturunternehmen und Rohstoffinvestments über Hedgefonds-Strategien bis zu Anlageklassen übergreifenden Risiko-Prämien-Strategien. Beispiel alternative Risiko-Prämien-Strategien: In den letzten Jahren wurden hunderte verschiedener Prämien untersucht, man könnte ob der Menge schon von einem Faktor-Zoo sprechen. „Einige der Faktoren sind sicherlich vielversprechend, andere dagegen nutzlos und viele andere redundant“, beschreibt Jesch die Problematik.

Praxisbeispiel: Put-Optionen
Bei Betrachtung einer der einfachsten Strategien, um negative Renditen am Aktienmarkt auszugleichen – den Kauf und das Rollen von am Geld notierenden Put-Optionen – zeigt sich, dass eine derartige Strategie bei deutlich negativen Aktienrenditen ihre Aufgabe erfüllt. In Zeiten einer normalen Marktentwicklung leidet die Performance aber erheblich. Die Strategie ist daher nicht die beste Wahl, um Extremrisiken abzufedern. Eine bessere Option bieten Vola-Carry-Strategien, eine Kombination aus Put-Optionen auf einen Aktienindex und Call-Optionen auf die implizite Volatilität des Indexes.

„In unserer Studie haben wir eine Vielzahl von Strategien unter die Lupe genommen und sehr große Unterschiede bei den Renditen in den verschiedenen Sub-Anlageklassen liquider alternativer Anlagen festgestellt“, sagt Jesch. Um zu einem möglichst guten Ergebnis zu kommen, ist es wichtig, die Unterschiede zu erkennen. Unser Credo lautet daher: „Know your premia“. (hw)

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