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Aream-CEO: "Solaranlagen brauchen keine Subventionen mehr"

Die Energiepolitik der Bundesregierung ist sicher nicht unbedingt gradlinig. Auch verliert sich die Große Koalition bisweilen im Klein-Klein oder in ideologisch getriebenen Grabenkämpfen. Was aber auf lange Sicht der gesamten Branche guttut, ist der immer weitergehende Verzicht auf Subventionen.

AREAM-Geschäftsführer Markus W. Voigt
AREAM-Geschäftsführer Markus W. Voigt
© Marlene Fröhlich / Institutional Money

Wenn staatliche Fördergelder nicht mehr fließen, reagieren manche Marktteilnehmer geradezu reflexartig mit Kritik. So hieß es jüngst von den Herstellern der Solarmodule, dass Banken angesichts der sinkenden Förderungen keine Finanzierungen mehr genehmigen. Hier solle der Staat für Unterstützung sorgen, weil sonst eine wichtige Branche in Schwierigkeiten käme. "Dabei bezieht sich das Auslaufen der Förderung nur auf Anlagen in einer Größenordnung von 100 bis 750 Kilowatt, also mehr oder weniger private Dachanlagen", so Markus W. Voigt, CEO von Aream, einem inhabergeführten Asset-Manager für institutionelle Investoren mit dem Fokus auf erneuerbaren Energien. "Auf der anderen Seite werden mehr und mehr große Freiflächenanlagen gebaut, die Nachfrage wächst."

Keine Frage: Die aus der Umweltbewegung geborene Idee des 1.000-Dächer-Programms war mit Sicherheit der Startschuss für die Erfolgsgeschichte der Erneuerbaren Energien in Deutschland. Es wurde bald auf ein 100.000-Dächer-Programm aufgestockt und vom damaligen Umweltminister Jürgen Trittin noch einmal verlängert. Die Förderungen verhalfen der Solarbranche zum Durchbruch. Diese Förderung läuft nun aus. 

Banken suchen nach Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien
"Da die Anlagen lange nicht mehr so teuer sind wie zu Beginn der Entwicklung, sind die Investitionssummen deutlich gesunken", so Voigt. Diese seien für Banken oft unattraktiv, da sie mehr Arbeit bereiten, als sie Gewinn bringen. Hinzu komme, dass es keine garantierte Einspeisevergütung für den nicht selbst verbrauchten Strom gebe, sondern eine reine Marktvergütung. "Diese aber ist gut berechenbar, zumal zertifizierter Ökostrom in den kommenden Jahren stark nachgefragt und damit teuer sein wird", wirft Voigt ein. Insofern sei nicht die auslaufende Förderung schuld, wenn eine Finanzierung nicht klappe, sondern schlicht die Bonität des Kreditnehmers oder die geringe Summe.

Im Gegenteil seien viele Banken derzeit durchaus auf der Suche nach Projekten aus dem Bereich der erneuerbaren Energien, die sie finanzieren können. "Gerade größere Freiflächenanlagen werden gerne mit Krediten versehen", weiß Voigt. "Hier sind staatliche Förderungen völlig unwichtig." Schon länger würden für diese Parks feste oder variable Stromabnahmeverträge frei vereinbart. Und hier gilt laut Voigt: Da Ökostrom noch für lange Zeit eher teurer sein wird als konventioneller Strom, sind die Erträge nicht nur berechenbar, sondern sogar steigend.

Es darf nicht zu Lasten von Investoren und Verbrauchern gehen
In dieser Gemengelage werden Subventionen nach Ansicht des AREAM-CEOs nicht mehr gebraucht. "Nicht, dass sie nicht gern genommen werden, wenn sie schon einmal angeboten werden", so Voigt. "Es ist durchaus das gute Recht der Verbände wie dem Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar), der gerade laut gejammert hat, vielleicht sogar die Pflicht gegenüber ihren Mitgliedern, auf neue Subventionen zu drängen." Notwendig aber seien sie nicht, auch nicht mehr hilfreich. Bestenfalls würden sie die Gewinne erhöhen, schlechtestenfalls den Wettbewerb verzerren und die Preise hochhalten. Und das könne schließlich immer nur zu Lasten der Investoren und der Verbraucher gehen. (hh)

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