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Antizyklik: Die Gewinner von gestern sind oft die Verlierer von morgen

"Die Antizyklik besagt, dass die Gewinner der letzten Dekade häufig die Verlierer der Zukunft sind", berichtet Norbert Keimling, Head of Research bei StarCapital. Er setzt sich in der Kapitalmarktforschung des Hauses intensiv mit diesem Phänomen auseinander.

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Norbert Keimling, Head of Research bei StarCapital
© StarCapital

In den letzten 10 Jahren überstrahlte die herausragende Performance des US-Aktienmarktes alle anderen Regionen. Entsprechend landeten auch die globalen Indices mit hohem US-Gewicht auf den vorderen Plätzen. Unterdessen fiel die Bilanz der Emerging Markets deutlich magerer aus. Schaut man jedoch weiter in die Vergangenheit, ergibt sich ein nahezu umgekehrtes Bild. Keimling dazu: "US-dominierte Indizes litten verstärkt unter Dotcom- und Finanzkrise und beendeten die Vordekade mit Verlusten auf den hinteren Plätzen während sämtliche Emerging Markets Regionen positiv blieben."

Gewinner und Verlierer wechseln einander ab

Interessant sei weiters, so Keimling, dass die US-Outperformance der letzten Jahre – entgegen der weit verbreiteten Ansicht - alles andere als zeitstabil ist. So hat beispielsweise der MSCI Europe seit Auflage in 1969 über nahezu alle Halteperioden bis zur Finanzkrise 2008 höhere Wertzuwächse als der amerikanische MSCI USA erzielt.

Europa outperformte die USA bis zur Finanzkrise 

Quelle: StarCapital

Résumé
Die Gewinner der letzten 10 Jahren enttäuschen auf Grund von Mean-Reversion-Effekten nicht selten in der Zukunft. Auf Länderebene spricht dies für die Emerging Markets, auf Sektorebene für Energie-, Versorger- und Rohstoffunternehmen.

Update zur weltweiten Aktienmarktbewertung
Unterstellt man ein faires CAPE (Cycle-Adjusted Price Earnings Ratio; zyklusadjustiertes KGV nach Robert Shiller) von 18,3 und ein faires Kurs-Buchwert-Verhältnis (KBV) von 1,8, notiert  aktuell rund die Hälfte aller 40 Aktienmärkte unterhalb ihres fairen Wertes. Im Regionen-Ranking nach Shiller-CAPE präsentiert sich Osteuropa unterbewertet, Nordamerika hingegen weiterhin überteuert. 

Ranking der günstigsten Länder nach CAPE, KBV und Dividendenrendite

 

Quelle: StarCapital

Weiter steigendes Momentum
Mit Ausnahme der Türkei, Tschechien und wenigen Frontier Markets, notieren aktuell praktisch alle Länder über ihren 26-Wochen-Durchschnitt. Die folgende Karte zeigt die weltweiten Aktienmarktbewertungen nach dem CAPE an.

Update zu den Renditeerwartungen auf Basis von CAPE und KBV
Folgende Aktienmarktrenditen können Investoren  langfristig auf Basis der fundamentalen Bewertung erwarten (real p.a.): Weltaktienmarkt: 5,4 Prozent, Europa: 6,8 Prozent, Deutschland 7,2 Prozent, USA  2,9 Prozent und Emerging Markets immerhin 7,6 Prozent.  Etablierte Länder mit den höchsten Renditeerwartungen sind Südkorea (10,2 Prozent),  Singapur (9,4 Prozent), Spanien (8,5 Prozent). Etablierte Länder mit den niedrigsten Renditeerwartungen sind die USA (2,9 Prozent), Dänemark (3,1 Prozent) und Irland (3,5 Prozent).

Update zum Value-Zyklus
Es herrscht die längste Value-Dürre in Aktienmarktgeschichte merkt Keimling an; "Value-Aktien enttäuschen seit Jahren im Vergleich zu Wachstumsaktien. Dies gilt nicht nur für den US-Markt, sondern für alle großen Regionen." Die Value-Prämien der letzten 3 Jahre in den wichtigsten Regionen fielen wie folgt aus: Global: -2,8 Prozent p.a., USA: -3,9 Prozent p.a., Europa: +1,5 Prozent p.a., Japan: -1,2 Prozent p.a.. (kb)

 

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