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Answers: Erste Family Office Konferenz für liquide Investments

Antworten geben auf die großen Fragen, die sich Investoren aus dem Umfeld von Family Offices derzeit stellen. Das war das eigentliche Ziel der ersten Family Office Konferenz für liquide Investments, die am 5. und 6. Juni im Schlosshotel Kronberg stattfand.

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"Mit 'Answers' haben wir eine Veranstaltung ins Leben gerufen, die explizit das Investment in liquide Anlageklassen betrachtet", fasste Christian Hommens, Geschäftsführer des Frankfurter Veranstaltungsdienstleisters Smart Bridges GmbH, in seiner Eröffnungsrede zur ersten Family Office Konferenz für liquide Investments das Ziel des Branchenmeetings zusammen. Zahlreiche Teilnehmer sind ins Schlosshotel Kronberg gekommen, um im direkten Austausch mit anderen Teilnehmern aus der Family-Office-Szene wie auch den Referenten der als Sponsoren für die Veranstaltung gewonnenen Asset Manager gemeinsam Investmentstrategien in entsprechenden Assetklassen zu erarbeiten. Inspirierende Keynotes, interaktive Roundtables und praxisnahe Workshops boten viele Möglichkeiten dazu.

Für den Auftakt am Vorabend der Veranstaltung hatten die Organisatoren den ehemaligen Außenminister Joschka Fischer als Dinner Speaker gewinnen können. In seiner Keynote, die der Grünen-Politiker überschrieben hatte mit der Ausgangsfrage "Brexit und Europawahl - ist Europa noch zu retten?", zeigte sich Fischer zwar optimistisch in Bezug auf die weitere Entwicklung in Europa, was er vor allem an einer vergleichsweise hohen Wahlbeteiligung bei den Europawahlen festmachte. "Aber erwarten Sie keine Stabilität", warnte Fischer dann aber auch gleich sein Publikum. Europa stehe vor einer Phase der Transformation, in der man mit großen Veränderungen und einer nicht zu unterschätzenden Unsicherheit rechnen müsse. Der ökologische Umbau und eine weiter zunehmende Digitalisierung, das werden laut Fischer die großen Herausforderungen sein, vor denen insbesondere Europa in naher Zukunft stehen werde. "Ein weiteres verlorenes Jahrzehnt kann sich Europa nicht leisten", so Fischers Fazit, "sonst werden wir von den USA und China regelrecht abgehängt."

"Jede Krise schafft Gewinner und Verlierer"
Den eigentlichen Konferenztag eröffneten Mark Mobius und Carlos Hardenberg, die gemeinsam mit ihrem früheren Kollegen Greg Konieczny im Frühjahr 2018 die in London ansässige Gesellschaft Mobius Capital Partners gegründet hatten. Mit "Seien Sie gierig, wenn andere ängstlich sind" hatten die beiden Ex-Strategen von Franklin Templeton ihre Keynote überschrieben, in der sie einen Ausblick auf Chancen und Risiken von Anlagen in den Schwellenländern im weiteren Jahresverlauf präsentierten. Er sei nach wie vor bereit, alles zu tun, um "unterbewertete Unternehmen" zu finden, bevor es andere Investoren tun, erklärte Mobius seinen Zuhörern. "Angesichts der jüngsten Volatilität haben viele Anleger Investitionen in Schwellenländer zurückgehalten", so der Schwellenländer-Pionier. Aber jede Krise schaffe Gewinner und Verlierer. "Und wir sehen im Moment einige große Chancen im Bereich der Schwellenländer, aber man muss eben entsprechende Aktien besonders sorgfältig auswählen", so Mobius.

"Während unserer langjährigen Zeit des Investierens in Schwellenländer haben wir festgestellt, dass die größten Chancen im Bereich der Small und Mid Caps liegen", ergänzte Carlos Hardenberg. Diese Unternehmen seien von internationalen Investoren noch relativ unentdeckt und würden gleichzeitig oft überdurchschnittliche Wachstumsaussichten bieten, insbesondere für aktive Investoren, die sich auf die Verbesserung der Governance konzentrieren.

REITs als der Mehrwertfaktor
Dass Investments in REITs durchaus einen echten Mehrwertfaktor für die Asset Allokation bedeuten können, davon konnte Vincent Bruyère, Senior Portfoliomanager bei Degroof Petercam Asset Management, seine Zuhörer überzeugen. "Immobilieninvestments bleiben angesichts der weiterhin niedrigen Renditen bei Anleihen im Fokus von Investoren", so Bruyère. Aktuell übersteige die Nachfrage das Angebot teilweise deutlich. "In der Folge steigen die Preise weiter, und die positive Preisentwicklung hat inzwischen auch die weniger begehrten Lagen erreicht", erklärte der Immobilienexperte, der Investoren dennoch aufforderte, einen kühlen Kopf bewahren und auf die Qualität der Investments wie auch auf eine ausreichende Diversifizierung über Lagen und Nutzungsarten zu achten.

Kämpfer für Alpha im Rentenmarkt
Durchaus kämpferisch gab sich Ausnahmemanager David Roberts in seinem Vortrag. Der Leiter des Bereichs Global Fixed Income bei Liontrust sieht die Märkte nicht so schnell zurückkehren zu so etwas wie einem "Normalniveau", was Investoren eine besonders hohe Flexibilität abfordere. "Die Zentralbanken haben die Märkte ein Jahrzehnt lang manipuliert und tun es auch weiterhin", so Roberts. Das führe zu einer Situation, in der Risiko und Ertrag in einem nie vorher gesehen schlechten Verhältnis zueinander stehen. "Das Beta und die generelle Richtung der Märkte seien regelrecht beängstigend. Käufer von traditionellen Anleihen würden entsprechend hohe Risiken ohne jegliche Gegenleistung eingehen. Anhand ausgewählter Beispiele konnte Roberts eindrucksvoll zeigen, wie man als Investor den "Wahnsinn von Bundesanleihen" vermeiden, aber dennoch eine festverzinsliche Allokation beibehalten kann. Denn am Ende gibt ein Erfolgsmanager wie Roberts nicht auf wie seine außergewöhnlichen Anlageerfolge zeigen. Roberts: "Es bleibt noch reichlich und vor allem billiges Alpha an den Märkten, man muss es nur entdecken."

Zu den Highlights für die anwesenden Vertreter von Famliy Offices gehörten auch der Vortrag von Julien Zimmer, Generalbevollmächtigter Investmentfonds bei der DZ Privatbank, und das Roundtablegespräch mit Nikolaus Rummler, Mitglied des Vorstands der IPConcept (Luxemburg). Das zentrale Thema der beiden Lösungsanbieter waren Einblicke und Praxisbeispiele für maßgeschneiderte Fondslösungen für ein Family Office. "Wenn es um die Umsetzung von individuellen und innovativen Fondsideen geht, sind Family Offices bei uns an der richtigen Adresse", zeigte sich Rummler überzeugt vom eigenen Angebot. Nutzer würden von einem professionellen Netzwerk und einer Expertise aus in über einem Vierteljahrhundert gesammelten Erfahrungen im Fondsgeschäft profitieren. Dank eines integrierten Geschäftsmodells seien die beiden Gesellschaften in der Lage, passgenaue Strukturierungslösungen unter Berücksichtigung aller investment-, aufsichts- und steuerrechtlichen Vorgaben anzubieten.

Unsicherheit und Unwissbarkeit
Besonderer Aufmerksamkeit war sich auch Georg Graf von Wallwitz, Lead Fund Manager und  Geschäftsführer der Eyb & Wallwitz Vermögensmanagement, sicher. Aufschlussreich war nicht nur sein Referat zu Perspektiven für die Asset Allocation im zweiten Halbjahr 2019, in dem er unter anderem zwischen Unsicherheit (etwas wovon wir wissen, dass wir es nicht wissen) und Unwissbarkeit (etwas wovon wir nicht wissen, dass wir es nicht wissen) unterschied. Auch beim späteren Roundtablegespräch bot von Wallwitz interessante Einblicke in sein Investment-Weltbild. Der Stratege geht von einer nur geringen Rezessionswahrscheinlichkeit bei gleichzeitigem "Unterschießen" des Inflationsziels aus. Das wird seiner Ansicht nach zu einer "Japanisierungstendenz" in der Eurozone führen, in der die Zinsen weiterhin niedrig bleiben und der "Hunger" nach Rendite anhält.

Den Abschluss der Veranstaltung bot ein Motivationsvortrag, der diese Bezeichnung wirklich verdient. Urs Meier, Ex-FIFA Schiedsrichter und angesehener Fußball-Experte, zeigte unter "Du bist die Entscheidung", dem Titel seiner Keynote interessante Parallelen zwischen Profisport und Investment auf. In beiden Bereichen komme es häufig zu Situationen, in denen nicht nur ein besonderes schnelles und entschlossenes Handeln notwendig sei. Auch der Teamgedanke spiele eine besondere Rolle, damit man sich gerade in von Unsicherheit geprägten Momenten, auf seine Partner verlassen könne. (ip/hh)

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