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Angst vor steigenden Renditen – warum eigentlich?

Die zehnjährigen US-Renditen sprangen im Abendhandel europäischer Zeit kurzzeitig über die Marke von 1,6 Prozent. Das löste Unbehagen an den Finanzmärkten aus. Nun scheint sich die Lage wieder etwas zu beruhigen. Aber warum fürchten sich viele vor ein wenig mehr Rendite?

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© freshidea / stock.adobe.com

Der Renditeanstieg im Bereich langlaufender US-Staatsanleihen wird derzeit an den Finanzmärkten mit Besorgnis beäugt. Dabei ist das, was wir derzeit sehen, durchaus üblich.

Vom Krisen- in den Aufschwungmodus geschaltet
Dr. Thomas Gitzel (Bild), Chefökonom der VP Bank Gruppe, erklärt die Zusammenhänge: "Sind die Leitzinsen tief und stehen die Konjunkturampeln auf Grün, nimmt der Bedarf an sicheren Häfen ab. Staatstitel verlieren, der Bedarf an US-Dollar oder auch an Schweizer Franken sinkt. An den Finanzmärkten schaltet man also in den Aufschwungmodus, was grundsätzlich als positiv zu werten ist. Die Differenz zwischen zehnjährigen US-Staatstiteln und den US-Leitzinsen lag in den Jahren 2009 und 2010 über lange Strecken bei über drei Prozentpunkten."

Auch früher ging es mit den Zinsen sprunghaft nach oben, als der Aufschwung kam
Damals schalteten die Ampeln auf Aufschwung, die Krise wurde abgehakt. Auch über einen längeren historischen Zeitraum betrachtet, sei es nach einer Rezession im Bereich langlaufender Zinsen stets steil nach oben gegangen. Zu den Charakteristiken zähle dabei, dass es keineswegs gemächlich nach oben gehe, sondern sprunghaft. Also, auch aus dieser Perspektive sollte keiner überrascht sein, wenn es im langlaufenden Zinsbereich derzeit nach oben gehe, so Dr. Gitzel weiter.

Finanzmärkte zeigen rationales Verhalten, die Fed-Bazooka braucht es bald nicht mehr
Klar sei auch, dass wenn sich die US-Konjunktur weiter erhole, es über kurz oder lang nicht mehr der üppigen Unterstützung der Fed bedürfe. Gitzel: "Je mehr Joe Biden die Wirtschaft fiskalpolitisch unterstützt, desto weniger bedarf es der Bazooka eines Jerome Powells. Fiskalpolitik und Geldpolitik werden zu Substituten und sind nicht mehr als komplementär erachtet. Die Fed-Offiziellen können derzeit beteuern, dass sie noch längere Zeit an der expansiven Geldpolitik festhalten wollen, doch es kommt der Punkt an dem dieses Credo nicht mehr verfängt. Genau darauf bereitet man sich an den Finanzmärkten vor. Das ist schlicht rational."

Aufwärtsbewegung im Bereich langlaufender Staatstitel sollte nicht überraschen
Der Blick in die Vergangenheit zeigt, dies ist in sämtlichen Aufschwungphasen zu beobachten. Und genau darin steckt auch die gute Botschaft. Die Ampeln stehen auf Aufschwung und nicht auf Abschwung. Wesentlich besorgniserregender wäre es, wenn langlaufende Zinsen fallen würde. Dies wäre ein Zeichen dafür, dass die Finanzmärkte dem Braten nicht trauen und skeptisch sind. Dies ist aber nicht Fall. "An den Finanzmärkten ist man zuversichtlich, dass sich der Aufschwung fortsetzen wird. Und dies ist allemal eine gute Botschaft", so Gitzels Résumé. (kb)

 

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