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AllianzGI setzt unter neuem CEO Tobias Pross auf Private-Markets-Deals

Allianz Global Investors, einer der Asset Manager von Europas größtem Versicherer, will unter seinem neuen Vorstandschef die Geschäfte im Bereich privater Märkte und in Asien weiter ausbauen. Dabei könnten auch Übernahmen eine Rolle spielen.

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AllianzGI-CEO Tobias C. Pross will wachsen und baut um.
© AllianzGI

"Wir möchten auf jeden Fall eine aktive Rolle bei der Konsolidierung spielen, wenn dies für unser Unternehmen und unsere Kunden sinnvoll ist“, sagte CEO Tobias Pross in einem Interview mit Bloomberg. Dies sei möglicherweise in Segmenten wie Private Markets und Asien der Fall. Neben AllianzGI, wo 510 Milliarden Euro verwaltet werden, gehört auch Bond-Riese Pimco zu Allianz SE.

Wachstumsmotor Privatmärkte
Private Märkte, also Geschäfte jenseits der Börsen, sind eines der Wachstumsfelder, die Pross für sein Unternehmen identifiziert hat. „Infrastrukturinvestitionen bleiben für uns ein Super-Thema“, sagte Pross. Zudem habe AllianzGI den ersten Private-Equity-Fonds für externe Investoren gestartet. Große Hoffnungen setzt er auch auf das neue Private-Credit-Team mit Sitz in Singapur. “Es geht darum, Unternehmen Kapital zur Verfügung zu stellen - anstelle einer Bank. Wir sehen dort viele Chancen“, sagte Pross.

Geografisch betrachtet, sieht Pross Wachstum vor allem in Asien
„Die USA werden in den nächsten zwei bis drei Jahren ein wenig unter Stress stehen, wenn man sich die jüngsten Arbeitslosenzahlen ansieht. Gleiches gilt für Europa“, so Pross im Bloomberg-Talk. “Während wir unser Angebot in diesen Märkten weiter entwickeln werden, wollen wir im asiatischen Raum wirklich deutlich wachsen.”

“Durchwachsenes Bild”
Pross trat vor fünf Monaten die Nachfolge von Andreas Utermann als CEO an. Unter dem Vorgänger hatte AllianzGI mit der Performance zu kämpfen. Zum 31. Dezember schlugen nur 67 Prozent der für Drittkunden verwalteten Assets ihre Benchmarks auf Dreijahres-Basis und vor Gebühren, während Pimco eine Outperformance von 97 Prozent erreichen konnte.

Pross verspricht, die Performance zu verbessern
„Dies ist kein Sache, die man über Nacht behebt, und auch nicht, nachdem ich 100 Tage im Amt bin. Es ist eine Reise“, sagte er. AllianzGI habe einen sehr guten Start in das Jahr vor dem Ausbruch der Coronavirus-Krise hingelegt. Pross erwartet, dass die Märkte im Jahr 2020 sehr volatil sein werden und die wirtschaftliche Erholung länger dauern wird, als viele Menschen derzeit glauben. Nächstes Jahr werde es besser, aber nicht wie 2017 oder 2018. “Ich glaube nicht, dass derzeit jemand da draußen zweistellige Milliardenbeträge an verwalteten Vermögenswerten einsammelt, solange Privatkunden nicht der Meinung sind, dass das Risiko vom Tisch ist”, sagte Pross.

Deutliche Abflüsse
Das gesamte Asset-Management-Geschäft der Allianz hatte im ersten Quartal massive Abflüsse verzeichnet, als die Pandemie die Märkte in Aufruhr versetzte und eine Flucht in Sicherheit auslöste. Während Investoren netto drei Milliarden Euro von AllianzGI abzogen, war Pimco sogar noch stärker betroffen. Dort flossen 43 Milliarden Euro ab, der höchste Wert seit dem ersten Quartal 2015. Der damalige Abfluss stand in Zusammenhang mit dem Abgang von Mitbegründer Bill Gross. “Der März war ein harter Monat”, sagte Allianz-Finanzvorstand Giulio Terzariol diesen Monat in einem Interview mit Bloomberg Television. Er fügte hinzu, dass sich die Anlage-Ströme Ende März und im April stabilisiert hätten.

Passiv, nein danke
Wie sein Vorgänger scheut auch Pross passive Produkte. “Wir bleiben ein aktiver Manager”, sagte er. Diese Strategie „bietet Anlegern mit einem langfristigen Ansatz Vorteile, da sie Zukunftschancen übergewichten können, anstatt nur dem Markt mit ETFs auf Basis der Nachrichten von gestern zu folgen“. Laut Ali Masarwah, Analyst bei Morningstar, ist es zu früh, die Leistungen von Pross zu beurteilen, da die Coronakrise die Branche vorübergehend zum Stillstand gebracht habe. So viel aber stehe fest: „Pross hat den Vorteil, dass er schon lange bei der Allianz ist. Er kennt den Vertrieb und das institutionelle Geschäft sehr gut.” (kb)

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