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Alarm: Gehen nachhaltigen Fonds bald investierbare Staatsanleihen aus?

Der Ukrainekrieg hat bei vielen Staaten zu einem Umdenken bei Militärausgaben geführt. Dadurch sorgen Staaten für ein starkes Wachstum der Rüstungsindustrie. Das wirkt sich potentiell nachteilig auf nachhaltige Finanzprodukte aus, wenn diese gar nicht oder deutlich weniger in Rüstung investieren.

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Laura Lemle, Nachhaltigkeitsexpertin der Security KAG
© Security KAG

Einmal besteht also die Gefahr, dass nachhaltige Anlageprodukte ohne beziehunsgweise fast ohne Rüstungsexposure performancemäßig hinterherhinken, weil sie das starke Wachstum der Rüstungsausgaben außen vor lassen. Zum anderen besteht die Gefahr, dass Staaten aufgrund ihrer wachsenden Militärbudgets nicht mehr in nachhaltigen Fonds investierbar sind. "Viele Nachhaltigkeitslabels haben strenge Vorgaben, was das Militärbudget von Ländern betrifft. Zertifizierte Fonds dürfen nur in solche Staatsanleihen investieren, wo das Militärbudget ein gewisser Prozentsatz von GDP nicht übersteigt", weiß Bloggerin Laura Lemle, Nachhaltigkeitsexpertin der Security KAG. Wie beeinflusst aber der Krieg dieses Szenario? Müssen Nachhaltigkeitslabels Änderungen vornehmen, um in der aktuellen wirtschaftlichen und politischen Lage nicht zu restriktiv zu agieren?

Begrenzung der Rüstungsausgaben von Staaten für Nachhaltigkeitsstatus
Bekannte Nachhaltigkeitslabels und Richtlinien, wie das Österreichische Umweltzeichen (UZ49), das Label der Forum Nachhaltige Geldanlage (FNG), die Kriterien der ÖGUT (Österreichische Gesellschaft für Umwelt und Technik) und die Richtlinie Ethische Geldanlagen der Österreichischen Bischofskonferenz und der Ordnungsgemeinschaften Österreich (FinAnKo) haben in ihren Kriterienkatalogen das Militärbudget von Ländern begrenzt. Das Österreichische Umweltzeichen und die Kriterien der FNG erlauben zertifizierte Fonds nur in solche Staaten zu investieren, bei dem das Militärbudget einer Grenze von vier Prozent des GDPs nicht übersteigt. Um die Bestnote bei der ÖGUT Überprüfung zu erhalten, dürfen die Rüstungsausgaben den Schwellenwert von drei Prozent nicht überschreiten. Investiert ein Fonds gemäß der FinAnKo Richtlinien liegt diese Grenze nur bei zwei Prozent, also genau den Zielausgaben der NATO-Staaten. FinAnKo begründet die strenge Vorgehensweise folgendermaßen: „Auch demokratische Staaten brauchen Mittel zur eigenen Verteidigung. Weisen sie jedoch ein relativ hohes Rüstungsbudget auf, dann wird das jedenfalls bei wohlhabenden Ländern als Drohpotential verstanden werden, das andere Länder zum Aufrüsten animiert…“

Wie streng die verschiedenen Nachhaltigkeitslabels mit Militärbudgets umgehen

Quelle: Security KAG

In den letzten Monaten kann man eine neue Tendenz beobachten
Mit dem Krieg in der Ukraine haben sich viele demokratische europäische Staaten wie Deutschland, Italien, Belgien, Polen oder Schweden dafür entschieden. ihr Militärbudget deutlich zu erhöhen. Die nachstehende Grafik zeigt exemplarisch, wie europäische Staaten in den letzten Monaten ihr Militärbudget neu bestimmt haben. Dabei ist klar ersichtlich, dass bei jedem Staat ein Plan besteht, die NATO-Vorgabe von zwei Prozent in der näheren Zukunft zu erreichen beziehunsgweise später zu übertreffen. Länder, die bereits über einem Militärbudget von zwei Prozent verfügen, steigern ihre Verteidigungsausgaben weiter. Somit steigt das globale Militärbudget, und Rüstungsunternehmen profitieren davon.

Quelle: Security KAG

Gibt es bald keine Staatsanleihen mehr für strenge Nachhaltigkeitsfonds zu kaufen?
Die Grafi illustriert, dass Fonds, die gemäß den strengeren Kriterien hinsichtlich Rüstungsausgaben investieren, in naher Zukunft ein Problem bekommen können . Bei den Labels FNG und UZ49 ist der Schwellenwert von vier Prozent für die meisten entwickelten Volkswirtschaften noch recht weit entfernt. Bei den ÖGUT-Kriterien verhält es sich im Gegensatz dazu schon etwas anders, hier drohen in den nächsten Jahren einige Staaten den investierbaren Status zu verlieren. Bei den Kriterien der FinAnKo sind aktuell schon nur noch sehr wenige Staaten direkt investierbar. Mit der angepeilten Aufstockung des Militärbudgets würde sich deren Zahl noch einmal drastisch verringern. 

Soll man Kriterien an die Realität anpassen oder sind Wehrausgaben nicht mehr böse?
Laura Lemle: "Es stellt sich dadurch die sehr schwierige Frage, ob die Kriterien angepasst werden müssen, um nicht Gefahr zu laufen, dass keine Staatsanleihen mehr übrig bleiben." Oder geht die neue Situation in die Richtung, dass Militärbudgets eventuell nicht mehr als schlecht angesehen werden? Fragen über Fragen, und - noch - keine Antworten. (kb)

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