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Alarm am Rentenmarkt: Größter Spread seit der Finanzkrise

In der letzten Maiwoche erreichte die negative Zinsdifferenz zwischen Drei-Monats- und Zehn-Jahres-Jahres-Papieren den höchsten Stand seit langer Zeit. Diese Entwicklung spricht für eine Rezession und sollte Investoren genauer hinsehen lassen.

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© sdecoret / stock.adobe.com

Am Rentenmarkt mehren sich die Indizien für eine Rezession. Ein untrügliches Zeichen dafür ist eine mittlerweile inverse Zinskurve beim Vergleich der kurzfristigen, auf drei Monate laufenden US-Treasury Bills und der zehnjährigen US-Staatsanleihen.

Dieses selten zu beobachtende Phänomen fungiert an der Wall Street als Rezessions-Indikator, merkt „CNBC“ in einer Marktanalyse an.

Höchster Spread seit der Finanzkrise
Diese „Inversion“ bei diesem Renditevergleich erreichte laut CNBC den höchsten Stand seit der Finanzkrise, wobei die zehnjährige Rendite auf den tiefsten Stand seit September 2017 fiel. Zur Orientierung: Drei-Monats-Geld brachte Investoren rund 2,36 Prozent, zehnjährige Anleihen rentierten trotz höherer inhärenter Inflations- und Credit-Risiken lediglich mit 2,23 Prozent. Marktbeobachter fürchten, dass dieser negative Spread von 13 Basispunkten ein Zeichen für eine bevorstehende Rezession in den USA sein könnte oder zumindest ein Indiz für eine Verknappung der Liquidität im kurzfristigen Bereich sei.

Für etwas Beruhigung sorgt der Blick auf das Verhältnis der zweijährigen zur zehnjährigen  Rendite: Dort ist der Spread mit 15 Basispunkten immerhin noch im positiven Bereich. Interessant ist auch die Entwicklung der Zinskurven im Zeitvergleich, wie nachfolgende Grafik zeigt. So gab es im Mai 2018 noch eine relativ Zinskurve (blaue Kurve). Mittlerweile ist diese jedoch auf der kurzen Seite mehr oder weniger invers:

Sichere Häfen sind nun gefragt
Für diese Entwicklung verantwortlich sind jene Käufer, die in Erwartung einer zukünftig schwächeren wirtschaftlichen Entwicklung und damit einhergehender, zukünftiger Leitzinssenkungen sich die relativ hohen Zinsen bei langlaufenden Anleihen sichern wollen und massiv in zehnjährige Staatsanleihen umschichten. Hinzu kommt die Hoffnung, dass diese Papiere im Falle einer Krise den rechtzeitig positionierten Investoren zusätzliche Kursgewinne bringen. Die Gelder für diese Käufe „am langen Ende der Zinskurve“ kommen aber nicht nur von den Verkäufern kurzfristig laufender Anleihen, sondern auch aus dem Aktienmarkt, wo Investoren  Kasse machen und vor dem Hintergrund eines sich verschärfenden Handelskriegs in den als sicher geltenden Rentenmarkt umschichten.

Mittlerweile geht der Rentenmarkt mehrheitlich davon aus, dass der durch Präsident Trumps Steuersenkungs-Programm entfachte wirtschaftliche Boom Ende 2019 ausläuft und die Fed angesichts immer mieserer Konjunkturzahlen die Zinsen wieder senken wird. (aa)

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