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Aktienmärkte im Wechselbad der Gefühle

Die aktuelle Situation an den Aktienmärkten ist paradox. Obwohl es kaum Anzeichen für eine Lösung im Handelsstreit USA - China gibt und die Tanker-Zwischenfälle im Golf von Oman zeigen, wie leicht die geopolitischen Risiken eskalieren können, verzeichneten die Börsen zuletzt deutliche Kursgewinne.

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Dr. Eduard Baitinger (Bild) ist seit 2015 Head of Asset Allocation in der FERI Gruppe. Er verantwortet den Bereich quantitative Asset Allocation der FERI Trust, wo er auch zahlreiche Forschungsprojekte steuert und koordiniert. 
© FERI Trust

Doch die jüngste Erholung sei fragil, so Feri-Experte Baitinger. Begünstigt wurde sie durch das Wegfallen der zuvor angedrohten US-Zölle auf mexikanische Waren. Tatsächlich seien die globalen Aktienmärkte verletzlich und scheinen derzeit nur zwei Zustände zu kennen: Auf Phasen großer Verunsicherung mit deutlichen Korrekturen folgen Phasen großer Erleichterung und schneller Kurserholungen. Es ist das sprichwörtliche „Wechselbad der Gefühle“, ausgelöst zumeist durch unberechenbare Aktionen von US-Präsident Trump.

Globale Notenbanken spielen mit
Ein weiterer Faktor hinter den Kursaufschwüngen ist erneut die globale Geldpolitik. Die Notenbank von Australien – immerhin ein G 20-MItglied – hat den Leitzins gesenkt und damit Tatsachen mit weitreichender Signalwirkung geschaffen. Andere große Notenbanken, allen voran die FED, die bis jetzt zumindest symbolisch an der Zinswende festgehalten hat, geraten nun unter Druck dieser Markterwartungen und könnten ebenfalls Lockerungen der Geldpolitik in Erwägung ziehen. Somit scheint der globale Versuch einer geldpolitischen Normalisierung schon in der Frühphase gescheitert zu sein, befunden der Feri-Experte.

Stimmung kann jederzeit kippen
Obwohl die Fundamentaldaten und die geopolitischen Risiken eigentlich dagegen sprechen, konnten die globalen Aktienmärkte bislang deutliche Kursgewinne erzielen. Entscheidend begünstigt wird diese Situation durch die Erwartung dauerhaft niedriger Zinsen und die Hoffnung, dass die geopolitischen Konflikte nicht außer Kontrolle geraten. Die Märkte reflektieren folglich eine stark monetär getriebene Rallye, die auf einem fragilen Fundament steht. Damit dieses Bild nicht kippt, müsste sich die Mehrzahl der aktuellen Szenario-Risiken mittelfristig weitgehend auflösen. Sollte jedoch bei den geopolitischen Risiken keine nachhaltige Entspannung eintreten, könnten den Märkten auch abrupte Korrekturen drohen.

    

 

 

 

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