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Adler-Sturzflug zieht auch Bonds anderer Immobilienfirmen nach unten

Die Probleme des hochverschuldeten deutschen Wohnungskonzerns Adler Group greifen nun auch auf die Anleihen anderer Immobilienunternehmen über. Investoren treibt die Sorge um, dass die Bewertungen der gesamten Branche in Frage gestellt werden könnten und drücken auf die Verkaufsknöpfe.

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© anankkml / stock.adobe.com

Die Kursverluste bei den Emissionen von Adler Real Estate ziehen Kreise. Besonders bemerkenswert sei laut Bloomberg News der Absturz der langlaufenden Bonds von Vonovia,  dem größten deutschen Wohnkonzern. Diese verfügen über hohe Bonität und haben normalerweise stabile Preise - doch diese Woche fielen sie laut Bloomberg-Daten erstmals unter 90 Cent. Vonovia war letzte Woche Adlers größtem Aktionär Aggregate Holdings mit einem Darlehen zu Hilfe geeilt und hat eine Option auf die Hälfte des Aggregate-Anteils an der umkämpften Adler.

Immobilienbewertungen könnten in Frage gestellt werden
“Bei den langlaufenden Bonds von Vonovia gab es diese Woche ein Blutbad. Niemand will was mit deutschen Immobilien zu tun haben, die Zweifel an der Branche sind real”, sagt Benoit Soler, Senior Portfolio Manager bei Keren Finance in Paris. “Man könnte sich auch fragen, warum einige Mitbewerber so schnell mit Geboten für Adlers Assets sind, anstatt auf einen Notverkauf zu warten? Weil sie so ihre eigenen Bewertungen absichern.”

Es gäbe derzeit zwar keine Hinweise darauf, dass Fraser Perring oder andere Leerverkäufer auch Adlers Mitbewerber ins Visier genommen haben. Bondinvestoren haben jedoch ihr Engagement in dem Sektor überprüft, der in den letzten Jahren in Sachen Anleiheemissionen überaus produktiv war. In der Niedrigzinsära heizte sich der deutsche Immobilienmarkt immer weiter auf und kurbelte die Kreditvergabe an, merkt Bloomberg an.

Kursrückgänge allerorten

In Sippenhaftung genommen
Anleihen von Aggregate handeln inzwischen auf Ramschniveau. Jene von Corestate Capital Holding, einem Unternehmen, in dem auch der Eigentümer von Aggregate investiert war, und die von Accentro Real Estate, an der Adler seit langem beteiligt ist, sind in den letzten drei Wochen um mehr als zehn Cent gefallen und werden nun bei 85 Cent gehandelt, zeigen Bloomberg-Daten.

Verkaufswelle zieht breitere Kreise
Auch Bonds von Unternehmen, die keine bekannte direkte Verbindung zu Adler haben, leiden:

  • Vivion Investments, das der Familie des israelischen Tycoons Amir Dayan zugerechnet wird und Immobilien in Deutschland und Großbritannien besitzt: seine 2024 fälligen Anleihen fielen auf 93,7 Cent, den niedrigsten Stand seit Januar
  • Die Signa Gruppe des österreichischen Milliardärs Rene Benko: 2026 fällige Anleihen der Signa Development Selection werden mit 89,5 Cent angegeben, verglichen mit 98,9 Cent bei ihrer Emission im Juli
  • Aroundtown, ein Unternehmen, das dem israelischen Investor Yakir Gabay zugerechnet wird, und bei Gewerbe- und Wohnimmobilien aktiv ist: seine bis 2026 fälligen Anleihen stehen bei 106,7 Cent, dem niedrigsten Stand seit November 2020

 

 

 

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