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Adler lässt Investoren zappeln: wenig Antworten auf Betrugsvorwürfe

Die Adler Group blieb ihren Investoren Antworten schuldig. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen waren keine Fragen erlaubt. Eine detaillierte Replik auf Betrugsvorwürfe des Leerverkäufers Fraser Perring wurde nicht geliefert. Die Aktie sackte weiter ab.

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© blackboard / stock.adobe.com

Im seinem ersten Quartalsbericht, seit der Immobilienentwickler unter Beschuss geraten ist, teilte Adler lediglich mit, dass eine unabhängige Prüfung durch eine auf forensische Buchprüfung spezialisierte Abteilung von KPMG nicht vor Anfang nächsten Jahres abgeschlossen sein wird. Stattdessen verwies Adler auf gestiegene Mieten und Bewertungen, um die Märkte zu beruhigen.

Doch die wichtigsten Anlegerfragen bleiben damit offen
Die Gruppe lieferte keine detaillierten Informationen über den Fortschritt der Verkäufe von wichtigen Vermögenswerten, mit denen die Verschuldung gesenkt werden soll, oder zu ausstehenden Forderungen aus früheren Immobilienverkäufen, berichtet Bloomberg News.

Fälligkeitskalender der Adler-Schulden

Keine Fragen in der TelKo zugelassen
Als Adler in der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen keine Fragen zulassen wollte, fiel die Aktie um bis zu 19 Prozent auf ein Rekordtief. Damit unterboten die Papiere sogar das Niveau, das sie kurz nach der Veröffentlichung des Berichts von Perrings Viceroy Research erreicht hatten, in dem Adler des systematischen Betrugs beschuldigt wurde. Adler hat die Vorwürfe zwar kategorisch zurückgewiesen, aber seit fast acht Wochen keine eingehende Erwiderung abgegeben. Adlers 2029 fällige 800-Millionen-Anleihe fiel um vier Prozent auf 81,5 Prozent je Euro. “Es gibt wieder viele Versprechungen und wenig Details”, sagte CreditSights Senior Analyst David Shnaps im Gespräch mit Bloomberg. “Die Investoren müssen wieder auf Klarheit warten.”

Caner zeigt Perring an
Cevdet Caner, dessen Familie eine Minderheitsbeteiligung an Adler hält, hat Strafanzeige gegen Perring erstattet. Perring sieht den österreichischen Unternehmer als eigentliche treibende Kraft hinter dem Unternehmen. In Adlers Quartalsmitteilung wurde Caner nicht erwähnt.

Liquidität im Check
Adler verfügte zum Ende des Quartals über 396 Millionen Euro an Barmitteln, genug, um eine in diesem Jahr fällige Anleihe in Höhe von 170 Millionen Euro sowie einige kleinere Positionen zurückzuzahlen. Bloomberg hatte zuvor berichtet, dass Adler die gesamten 300 Millionen Euro einer revolvierenden Kreditfazilität, die das Unternehmen bei Banken hat, in Anspruch genommen hat.

Anleiheklauseln
Gemäß den Anleihebedingungen des Unternehmens darf die Verschuldung 60 Prozent der Aktiva nicht überschreiten. Dieser Wert liegt derzeit bei 53,4 Prozent. Im nächsten Jahr werden weitere 855 Millionen Euro an Schulden fällig. Adler teilte mit, dass man sich in fortgeschrittenen Gesprächen über die Verlängerung von Krediten in Höhe von insgesamt 237 Millionen Euro befindet, wobei weitere 619 Millionen Euro nach Abschluss der laufenden Immobilienverkäufe zurückgezahlt werden sollen. (kb)

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