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Adler-Investoren gehen in die Offensive und verlangen Sonderprüfungen

Einige Geldgeber der Adler Real Estate heizen den Streit mit der Adler Group an und verlangen Sonderprüfungen, da sie befürchten, benachteiligt zu werden.

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© Bacho Foto / stock.adobe.com

Aktionäre und Anleihegläubiger heizen einem Bloomberg-Bericht zufolge den Streit mit der Adler Group SA weiter an. Sie wollen Sonderprüfungen bei der Adler Real Estate AG - jener Tochter, bei der die Bafin am Montag eine massiv überhöhte Immobilienbewertung bemängelte (Institutional Money berichtete).

Die Schutzgemeinschaft der Kapitalanleger (SdK) will laut Vorstandsmitglied Marc Liebscher auf der Hauptversammlung der Adler Real Estate Ende August eine Sonderprüfung beantragen. Unabhängig davon drängt eine Gruppe von Anleihegläubigern, darunter der Hedgefonds GLG Partners, ebenfalls auf einen unabhängige Untersuchung. Das geht aus einem Brief an Adler von letzter Woche hervor, den Bloomberg einsehen konnte und über dessen Inhalt die Nachrichtenagentur berichtet.

Immobilienbewertung unter der Lupe
Die ähnlich gelagerten, aber getrennten Vorhaben wurden bereits vor der Mitteilung der Bafin am gestrigen Montag vorangetrieben. Die Behörde hält die Bewertung eines wichtigen Immobilienprojektes in Adlers Büchern für bis zu 233 Millionen Euro zu hoch. Adler bestreitet das und hat Rechtsmittel gegen den Befund der Bafin angekündigt.

Auch nach großen Verkäufen von Wohnungsportfolien und einer eigens beauftragten “forensischen” Sonderprüfung zu den Betrugsvorwürfen steht Adler weiter unter Druck. Der Absturz der Aktien und Anleihen ließ sich bislang nicht aufhalten. Die Staatsanwaltschaft Frankfurt hat eine Untersuchung gegen Adler eingeleitet, nachdem die Bafin Anzeige erstattet hatte.

Am Dienstag fielen Adler Group auf ein neues Allzeit-Tief von etwa drei Euro. Die Aktien der Adler Real Estate, die zu fast 97 Prozent der Adler Group gehören, sackten um rund sieben Prozent ab. Die 2023 fälligen Anleihen der Adler Real Estate gaben um 2,3 Cent auf 84,5 Cent je Euro Nennwert nach.

Aktionäre und Gläubiger fürchten um ihr Geld
Adler Real Estate ist ins Visier der Anleger geraten, weil sie der Konzernmutter Adler Group einen Kredit gewährt und ihr ein Wohnungsportfolio abgekauft hatte. Die Gläubigergruppe, die nun die Sonderprüfung verlangt, hat das Management von Adler Real Estate bereits zum Rücktritt aufgefordert. Die Investoren sind der Ansicht, dass diese Geschäfte liquide Mittel aus der Adler Real Estate abziehen und damit Sicherheiten, die für die Gläubiger im Fall einer Insolvenz relevant werden könnten, außer Reichweite geraten.

Sonderprüfung
Der Antrag der SdK auf eine Sonderprüfung könnte im Vorfeld der HV bis zum 16. August bekannt gemacht werden, so Liebscher. Bei Ablehnung durch die HV - angesichts des Stimmanteils der Adler Group nicht unrealistisch - dürfte der Antrag vor Gericht wandern. Ein Adler-Sprecher lehnte eine Stellungnahme ab.

Wer zieht die Strippen?
Die von der SdK angestrebte Prüfung soll einerseits die Bilanzen der Adler Real Estate unter die Lupe nehmen, andererseits die Rolle von Cevdet Caner. Der österreichische Geschäftsmann ist inzwischen CEO der Aggregate Holdings SA, die bei der Adler Group Großinvestor ist, und seine Frau Gerda ist die zweitgrößte Aktionärin der Adler Group - nach Konkurrentin Vonovia SE. Caner wurde vom Leerverkäufer Fraser Perring vorgeworfen, der heimliche Strippenzieher hinter Adler zu sein. Caner selbst bestreitet, dass er relevanten Einfluss auf das Unternehmen hat.

Die Adler Group hatte Anfang des Jahres 1.400 Berliner Wohnungen für 326 Millionen Euro an die Adler Real Estate verkauft. Zudem hatte sich die Konzernmutter im Dezember 265 Millionen Euro von der Adler Real Estate geliehen und dieses Darlehen erst Ende März bekannt gegeben - was Anleger zu der Frage veranlasste, ob der Kredit überhaupt ordentlich genehmigt worden war.

In ihrem Schreiben fordert die Gläubigergruppe die Adler Real Estate auf, Kredite an die Muttergesellschaft fällig zu stellen oder zusätzliche Sicherheiten zu verlangen. Laut der Investoren habe Adler sich bisher geweigert, ernsthaft mit ihnen zu verhandeln. (aa)

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