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Abrdn verhandelt mit J.C. Flowers über Milliarden-Deal

Das Fondshaus will die britische Anlageplattform Interactive Investor übernehmen und sich so einen direkten Zugang zu Privatanlegern sichern. Der Kaufpreis könnte sich auf 1,5 Milliarden Pfund beziffern. Der bisherige Eigner Christopher Flowers erwägt aber auch einen anderen Schritt.

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© Jakub Jirsák / stock.adobe.com

Der schottisch-britische Asset Manager "Abrdn" führt mit der Private-Equity-Gesellschaft J.C. Flowers Gespräche über den Kauf der Privatanleger-Anlageplattform Interactive Investor. Medienberichten zufolge steht dabei ein Kaufpreis von 1,5 Milliarden Pfund (1,76 Mrd. Euro) zur Debatte. Der einst als Aberdeen Standard Investments firmierende Fondsanbieter würde sich damit den Zugriff auf die zweitgrößte Investmentplattform für Privatanleger des Inselstaates sichern. Interactive Investor zählt rund 400.000 Kunden und betreut ein Vermögen in Höhe von 55 Milliarden Pfund (64 Mrd. Euro).

Abrdn bestätigte die Verhandlungen. Der Asset Manager betonte zugleich aber: "Es gibt keine Gewissheit, dass diese Gespräche zu einer Transaktion führen werden." Das Haus werde zu gegebener Zeit weitere Informationen veröffentlichen. Interactive Investor wiederum verwies darauf, dass noch weitere Wege für die Zukunft des Hauses denkbar seien. "Ein Börsengang ist nach wie vor eine attraktive und mögliche Option", teilte das Unternehmen mit. "Die Gespräche über den Prozess sind ebenfalls im Gange."

Neuer Vertriebsweg gegen Mittelschwund
Damit würde sich die Gesellschaft zu den Konkurrenten AJ Bell sowie Branchenprimus Hargreaves Lansdown gesellen, die ebenfalls an der Londoner Börse notiert sind. Investmentplattformen für Privatanleger nehmen im britischen Fondsvertrieb eine wichtige Rolle ein. Endkunden erhalten hier Zugang zu Wertpapieren und Kapitalmarktprodukten, etwa im Rahmen der betrieblichen Altersvorsorge. Plattformen richten sich einerseits an Selbstentscheider, bieten aber auch Beratungsmodelle.

Die Übernahme soll bei dem Vorhaben von Abrdn-Chef Stephen Bird helfen, die Fondsgesellschaft wieder auf Kurs zu bringen. Das Haus war durch die Fusion von Aberdeen und Standard Life entstanden und leidet seither unter Mittelabflüssen. Mit dem Zukauf würde Abrdn sich einen direkten Zugang zu Endkunden und damit einen weiteren Vertriebskanal schaffen. Der mögliche Deal stieß aber schon auf Kritik, da die Unabhängigkeit von Interactive Investor bedroht werden könnte. Abrdn müsste umfangreiche Compliance-Vorgaben einhalten.

HSE und HRE
Die Private-Equity-Gesellschaft des Milliardärs Christopher Flowers hielt seit 2016 die Mehrheit an Interactive Investor. Flowers ist auch in der deutschen Finanzbranche aktiv und machte mit seinen Beteiligungen an der HSH Nordbank sowie der Hypo Real Estate Schlagzeilen. Zuletzt initiierte die Private-Equity-Gesellschaft die Vermögensverwaltung Lunis. (ert)

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