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Ab heute verhängt die USA Strafzölle auf EU-Importe

Im Unterschied zu bisherigen Zöllen des US-Präsidenten im Rahmen von Handelskonflikten beruht der Beschluss aber auf einem Schiedsspruch der Welthandelsorganisation WTO, der es Trump erlaubt, EU-Waren im Wert von 7,5 Milliarden US-Dollar jährlich mit Strafzöllen zu belegen.

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© Coloures-Pic / stock.adobe.com

Der WTO-Erlass steht in Zusammenhang mit einem vor 15 Jahren begonnenen Verfahren, in dem sich die EU und die USA gegenseitig beschuldigen, den Flugzeugbauern Airbus und Boeing illegale Subventionen gewährt zu haben. Ab heute sind nun auf Airbus-Flugzölle Strafzölle von zehn Prozent fällig, bei allen anderen Importgütern auf der Liste (unter anderem italienischer Parmesankäse, spanisches Olivenöl, Wein oder britische Wollpullover) sind es 25 Prozent. Ausgenommen sind Flugzeugteile. Die WTO hat aber bereits festgestellt, dass in den USA ebenfalls unzulässige Subventionen an Boeing geflossen sind. Aller Voraussicht nach wird die WTO im kommenden Jahr ein Urteil hierzu fällen.

Kein Beinbruch
"Die nun gültigen Strafzölle werden zwar vereinzelt weh tun, sie werden aber die europäische Wirtschaft nicht ins Wanken bringen. Viele der mit Strafzöllen belegten Güter dürften verhältnismäßig preisunelastisch sein. Parmesankäse kommt nun einmal aus der Region Parma. US-Verbraucher werden sich den Genuss dieser Spezialität vermutlich nicht verderben lassen. Ähnliches gilt für spanisches Olivenöl oder auch Wein", sagt Dr. Thomas Gitzel (Bild links), Chefökonom der VP Bank Gruppe.

"Im Falle von Airbus sollte beachtet werden, dass bei der Aushandlung von Flugzeugverträgen ohnehin ein größerer Preisspielraum besteht. Der europäische Flugzeughersteller wird mit dem nun fälligen US-Importaufschlag umzugehen wissen. Zusätzlich gilt: US-Luftfahrtunternehmen werden wohl auch weiterhin Airbus bestellen, denn letztlich ist der europäische Flugzeughersteller auch für die Differenzierung der Flotte ein wichtiger Partner."

Weiteres WTO-Verfahren könnte Boeing belasten
Sollte es im kommenden Jahr möglicherweise zu europäischen Strafzöllen auf Boeing kommen, wird dies den US-Flugzeughersteller stärker belasten. Für Boeing  ist der europäische Absatzmarkt von größerer Bedeutung als der US-Markt für Airbus.

Autozölle der USA träfen vor allem Deutschland
Strafzölle der USA gegenüber Europa werden erst im Falle von Autozöllen zu einem schwerwiegenden Problem. Kraftfahrzeuge und Teile stellen nach Maschinen das zweitwichtigste Exportgut der EU dar. Gitzel dazu: "Im Jahr 2018 belief sich das entsprechende Volumen auf 205 Milliarden Euro, was rund elf Prozent aller Ausfuhren entspricht. Nach Angaben der Handelsstatistiken der Vereinten Nationen entfielen davon wiederum 54 Milliarden Euro auf die USA. Vor allem für die deutschen Automobilhersteller könnte dies zu einem Problem werden. Donald Trump wird Mitte November ein Urteil fällen, ob es soweit kommt. Auch wenn derzeit eine gewisse Entspannung gegenüber der chinesischen Seite erkennbar ist, schon bald könnte Europa ins Visier geraten." (kb)

 

 

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