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7 Jahre, 6 Milliarden: Ex-Deutsche Bank-Trader macht Vermögen mit Vola

Die niedrigen Zinssätze und staatlichen Stimuli, die für Rekordhandelsgewinne der Wall Street während der der Pandemie sorgten, sind Geschichte. Aber die Volatilität bleibt hoch. Einer der Nutznießer ist Alex Gerko, der Gründer des quantitativen Handelsunternehmens XTX Markets in London.

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© Elnur / stock.adobe.com

Alex Gerko (Bild), Gründer des quantitativen Handelsunternehmens XTX Markets, wickelt täglich ein Volumen von 295 Milliarden US-Dollar in den Bereichen Aktien, Rohstoffe, Währungen und festverzinslichen Wertpapieren ab. Seine Firma schüttete eine Dividende von fast 1,3 Milliarden Pfund aus - und damit mehr als das Dreifache des Vorjahresbetrags, wie Bloomberg News in Erfahrung brachte. Seit 2020 sind mehr als zwei Milliarden Pfund dieser Dividenden an eine auf den Cayman-Inseln registrierte Gesellschaft geflossen, die von Gerko kontrolliert wird. Dies alles verhalf ihm laut dem Bloomberg Billionaires Index zu einem Vermögen von sechs Milliarden US-Dollar.

Schneller Aufstieg dank Algorithmen
Es war ein schneller Aufstieg für den 43-jährigen Gerko, der XTX vor sieben Jahren gründete und 75 Prozent der Firma besitzt. Der gebürtige Russe, der jetzt die britischer Staatsbürger besitzt, promovierte in Mathematik an der Moscow State University. Gerko begann seine Karriere im Aktienhandel bei der Deutschen Bank und wechselte später in den Devisenhandel. 
2009 wechselte er zum Hedgefonds GSA Capital, bevor er XTX ins Leben rief.

Verrauschte Daten richtig gelesen, und das automatisiert
Die von ihm aufgebaute Firma verzichtet auf diskretionäre Händler und versucht stattdessen, so viele Prozesse wie möglich zu automatisieren und setzt auf statistische Modelle, die Billionen von Handelsdaten analysieren, die durch Noise verrauscht sind. Der Hauptsitz des Unternehmens verfügt im Übrigen über eine Nachbildung der Apollo-11-Landekapsel sowie Kletterwände, Arkaden und Schlafkapseln.

Gegner des PFOF-Prinzips
Das Unternehmen, dessen Gewinn 2021 gegenüber dem Vorjahr um 42 Prozent auf 667
Millionen Pfund stieg, ist auf Expansionskurs und unterhält mittlerweile Büros in New
New York, Paris, Singapur, Mumbai und Eriwan.

In den USA fiel Gerko dadurch auf, dass er als entschiedener Gegner des "Payment for Order Flow" (PFOF) auftritt. Hierbei reicht etwa eine Bank oder ein Broker den gesamten Privatkunden-Orderflow an eine einzelne Handelsfirma weiter und wird dafür bezahlt. 

Volatilität als Ertragsquelle
XTX hat eine starke Position im FX-Business und bei europäischen Aktien aufgebaut, sagt Larry Tabb, Leiter der Marktstrukturforschung bei Bloomberg Intelligence. "Sie expandieren zudem in US-Aktien, aber der Markt ist etwas überfüllter", so Tabb weiter. Die Volatilität aufgrund der Covid-19-Pandemie und des Einmarsches Russlands in der Ukraine
hat zu einem Boom an den Trading Desks geführt.

Auch Wettbewerber profitieren
Citadel Securities, eine von Ken Griffin gegründete Market-Making-Firma, erzielte einen Rekordumsatz von 4,2 Milliarden Dollar im ersten Halbjahr 2022 und damit 23 Prozent mehr als ein Jahr zuvor. Citadel Securities konkurriert mit XTX und wurde in einer Finanzierungsrunde im Januar 2022 mit rund 22 Milliarden US-Dollar bewertet.

Profit Sharing
XTX beschäftigt mehr als 170 Mitarbeiter und beteiligt einen Teil davon am Gewinn: Etwa 24 Partner des Unternehmens teilten sich im letzten Jahr den Ertrag von 557 Millionen Pfund. Gerko leitet XTX zusammen mit Verwaltungsratspräsident und Co-CEO Zar Amrolia, der ebenfalls ein ehemaliger Deutsche Bank-Mitarbeiter ist.

Gerko ist der Gründer von  Mathematics Education for Social Mobility and Ecellence, einer gemeinnützigen Organisation, die Enrichment-Programme für Highschool-Schüler anbietet. XTX hat außerdem ein 15 Millionen Pfund schweres akademisches Zufluchtsprogramm für Studenten und Forscher, die durch den Angriff Russlands vertrieben wurden, aufgesetzt.

Soziale Dimension
Die Universität Oxford teilte kürzlich mit, dass XTX ein neues Maryam Mirzakhani-Stipendien-Programm für weibliche Mathematik PhD-Kandidaten, das an das Leben der iranischen
Mathematikerin erinnert, die als erste Frau mit der Fields-Medaille ausgezeichnet wurde und mit 40 Jahren 2017 an Krebs verstarb. (kb)

 

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