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377 Milliarden Pfund: Soviel zahlten 20 große Banken für Fehlverhalten

Das Centre for Banking Research (CBR) an der Business School (ehemals Cass) der City, University of London, hat das CBR Conduct Costs Project ins Leben gerufen, das die Ursachen, das Ausmaß und die Kosten von Fehlverhalten für 20 der weltweit führenden Banken untersucht.

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Professor Barbara Casu, Direktorin des Zentrums für Bankenforschung und Professorin für Finanzen an der Business School (ehemals Cass)
© BBM

Das Centre for Banking Research veröffentlicht einen Bericht über Fehlverhalten von Banken und regulatorische Risiken. Die Leitung des Projekts, das 2012 an der LSE und ab 2014 bei der CCP Research Foundation begann, wurde im vergangenen Jahr an die CBR übertragen.  Das von der Euro-Mediterranean Economists Association (EMEA) mitfinanzierte Projekt zielt darauf ab, die Transparenz der Finanzaktivitäten zu fördern, die Höhe der Verhaltenskosten und des Verhaltensrisikos als Analyseinstrument für Banken und ihre Stakeholder zu bewerten. Das Projekt bietet auch wertvolle Einblicke in die Kultur, das Verhalten, die Kompetenz und die regulatorischen Risiken von Banken.

Elf-Jahres-Horizont untersucht
Auf der Grundlage von Daten, die zwischen Januar 2008 und Dezember 2018 bei 20 der weltweit größten Banken erhoben wurden, zeigt der neueste Bericht die Gesamtkosten des Fehlverhaltens von Banken für einzelne Banken, geografische Regionen und die gesamte Branche als Folge von Vergehen wie Fehlverkäufe, Geldwäsche und Marktmissbrauch auf. 

Die wichtigsten Ergebnisse
Insgesamt haben die 20 Banken während der Datenerhebungsperiode Verhaltenskosten  in Höhe von über 377 Milliarden Pfund (GBP) bezahlt. Dies umfasst alles von Geldstrafen, Urteilen und Vergleichen gegen die Bank über Gewinnausschüttungen, Kosten für den Rückkauf von Wertpapieren zum Nennwert bis hin zu privaten Handlungen, die sich auf Fehlverhalten beziehen.

US-Banken bluteten mehr
Auf die US-Banken entfielen 202,5 Milliarden GBP - etwa 55 Prozent - dieser Kosten. Britische Banken zahlten 86,09 Milliarden GBP, mehr als doppelt so viel wie Banken der Eurozone (41,31 Milliarden GBP) und Schweizer Banken (40,19 Milliarden). Nahezu 60 Prozent des Gesamtbetrags von 377 Milliarden GBP entfielen auf regulatorisch gelenkte Rechtsbehelfe, wobei die Banken Ausgaben tätigen, um frühere Diskretionen zu beheben oder die Vorschriften besser einzuhalten. Verhaltenskosten traten am häufigsten durch Verstöße gegen die Integrität des Unternehmens - ein Verhalten, das das Vertrauen in die Bank untergräbt - oder durch Versäumnisse im Unternehmensverhalten auf.

"Unzulänglichkeiten in der Branche aufdecken"
Professor Barbara Casu, Direktorin des Zentrums für Bankenforschung und Professorin für Finanzen an der Business School (ehemals Cass), erklärte: "Banken stehen an der Spitze der globalen Wirtschaft und Gesellschaft, daher ist es wichtig, dass sie sich positiv in ethischer und rechtlicher Hinsicht engagieren. Das "Conduct Costs"-Projekt versucht, historische Daten zu nutzen, um Unzulänglichkeiten in der Branche aufzudecken, und bietet einen Rahmen für bewährte Verfahren im gesamten Bankensektor. Unser Hauptaugenmerk wird in naher Zukunft auf den europäischen Banken liegen, und wir hoffen, dass dies als Blaupause dient, um den Banken zu helfen, Kosten zu senken, die Transparenz zu verbessern und das Vertrauen der Stakeholder zu stärken.“

Kosten der Nichteinhaltung von Standards verringern
Professor Rym Ayadi, Präsident der EMEA und Honorar-Gastprofessor an der Business School (ehemals Cass), sagte: "Der Bericht versucht, den Stakeholdern einen besseren Einblick in die Kultur, das Verhalten, die Kompetenz und das regulatorische Risiko einer Bank zu vermitteln. Da wir vor einer weiteren Periode politischer und wirtschaftlicher Instabilität stehen, werden die Banken wieder verstärkt ins Rampenlicht rücken - wie bereits 2008. Es ist von entscheidender Bedeutung, dass der Sektor in Zeiten der Unsicherheit ein gewisses Maß an Compliance und das Vertrauen der Stakeholder aufrechterhält. Das CBR Conduct Costs Project zeigt auf, wo Banken gegen die Vorschriften verstoßen, und kann auf diese Weise dazu beitragen, das Risiko - und die damit verbundenen Kosten - der Nichteinhaltung von Standards zu verringern.“ (kb)

 

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